Den Beweis für eine nukleare Katastrophe tragen Zugvögel mit sich, die vor dem russischen Winter gen Süden fliehen. Das Desaster ereignete sich nach Ansicht des sowjetischen Biochemikers und Dissidenten Dr. Schores Medwedew 1958 im südlichen Ural. In den Muskeln und Knochen der Tiere, so berichtete der in London tätige Wissenschaftler in der Fachzeitschrift New Scientist, findet sich noch heute Strontium 90 als Spur der damaligen Atommüll-Explosion. Bei Untersuchungen von Zugvögeln am Britischen Institut für Medizinforschung glaubt Medwedew die Bestätigung seiner Theorie gefunden zu haben, die von offizieller sowjetischer Seite als science fiction eines Dissidenten abgetan wird. Nach Ansicht des Biochemikers wurde die Katastrophe durch die fahrlässige Lagerung von nuklearen Abfällen in zu geringer Tiefe unweit der Stadt Blagowjeschtschensk verursacht. Bei einer vulkanartigen Explosion, so schreibt er im New Scientist, seien Hunderte von Menschen umgekommen und Zehntausende radioaktiv verseucht worden. Ein weites Gebiet zwischen den Industriestädten Tscheljabinsk und Swerdlowsk wurde mit Strontium 90 und Caesium 137 kontaminiert. Enten und andere Vögel aus dem Ural scheinen Medwedew recht zu geben: Caesium 137 hält sich nicht lange in Fleisch und Muskeln der Tiere, Strontium 90 hingegen ist über Jahre hinweg in ihren Knochen nachzuweisen. Der Zustand der Umwelt sowie die Menge des Strontiums in den Knochen der Enten und anderer Tiere wie Hechte, die aus jener Zeit überlebten, unterstreichen laut Medwedew, daß das Unglück auf "alten" Atommüll zurückging – und nicht, wie andere Experten vermuteten, auf eine Reaktorexplosion. Medwedews Argumente wurden letzte Woche durch 14 Dokumente des US-Geheimdienstes CIA bekräftigt, die Verbraucheranwalt Ralph Nader unter Berufung auf ein amerikanisches Gesetz zur Freigabe von zuvor geheimen Papieren den Behörden abforderte.

Mit einem neunmal höheren Krebsrisiko als die Bewohner abgelegener Häuser leben die Anrainer vielbefahrener Straßen. Das ergab eine Studie der Schweizer Mediziner Walter Blumer und Theodor Reich, die von 1958 bis 1970 die Todesursachen in einer Industriegemeinde untersuchten. In dieser Zeit verstarben 25 Einwohner an Krebs, die an der Ausfallstraße lebten, aber nur drei Bewohner von Randgebieten. Die Daten entsprechen amerikanischen Studien, denen zufolge auf dem Land 39, in Ballungsräumen aber 52 von 100 000 Bewohnern an Lungenkrebs erkranken. Rückbeziehungen auf Alter, Beruf, Nikotinmißbrauch, aber auch auf Fabrikabgabe und Sozialstruktur schieden in der Schweiz aus. Als Verdachtspunkt blieb der Straßenverkehr. In Analysen von Bodenproben fanden sich dann die unter Krebsverdacht stehenden Kohlenwasserstoffe an, wie sie der Verbrennungsmotor freisetzt. Ihre Quantitäten lagen an der Durchgangsstraße zehnmal höher als an Nebenstraßen, wobei das Verteilungsmuster nahezu den bei Auspufftests gemessenen Werten entsprach. Neben den Kohlenwasserstoffen aus den Motoren stehen auch bei Brems- und Gummiabrieb freigesetzte Stoffe wie etwa Asbest als krebsfördernde Substanzen in Verdacht.

380 Liter Äthylalkohol aus einer Tonne landwirtschaftlicher Abfälle wie Maisstengel oder Holz gewinnen Chemiker der Purdue-Universitat im US-Bundesstaat Indiana. Sie erzielen damit, zumindest im Labor, eine nahezu hundertprozentige Alkohol-Ausbeute; mit herkömmlichen Methoden wurden bisher nur etwa 50 Prozent erreicht. Der Alkohol entsteht aus der Zellulose in diesen Abfällen. Sie wird – und das ist das Neue an diesem Verfahren – mittels enzymatischer Reaktionen vollständig zu Zucker aufgespalten, der dann zu Alkohol vergärt. Der Alkohol ist allerdings nicht zum Trinken gedacht, sondern als Grundstoff zur Herstellung von Kunststoffen und Synthesefasern. In den USA werden für diesen Zweck jährlich fast drei Millionen Tonnen Alkohol aus Erdöl hergestellt. Das neue Verfahren würde Alkohol nicht nur billiger liefern, sondern zudem die Erdölabhängigkeit verringern helfen.

Aufblasbare Schwimmkörper als Sicherungsausrüstung für Hubschrauber und leichte Flugzeuge, die notwassern müssen, werden gegenwärtig in England erprobt. Die Ballons, an Leitwerk und Tragflächen angebracht, werden mit Preßluft aufgeblasen und erhöhen so die Schwimmfähigkeit von gewasserten Luftfahrzeugen. Die Blasen wiegen zusammen mit der Preßluftflasche nur 31 Kilogramm, lassen sich zu einem Zylinder von 1,50 Meter Durchmesser blähen und tragen dann etwa eine Tonne. Sie eignen sich auch zur Hebung manövrierunfähiger Taucherglocken.