Unternehmerische Fehler lassen sich manchmal ausbügeln, oft freilich erst nach schweren Verlustgeschäften.

Der Fehler, um den es hier geht, liegt genau zwei Jahre zurück, wurde von Neckermann und Reisen (NUR) begangen, in dieser Saison endlich als solcher erkannt und für die nächste bereits korerkannt NUR wird im Sommer 1978 das billige Reiseziel Rumänien wieder mit billigen Propellermaschinen anfliegen. Genau diese Flugzeuge hatte man noch Ende 1975 strikt als Beförderungsmittel für Schwarzmeer-Touristen abgelehnt, weil sie als ausgesprochen unzuverlässig und unpünktlich galten.

In den letzten beiden Jahren flog Neckermann seine Gäste mit noblerem Jet-Gerät nach Neptun und Mamaia. Dadurch wurden allerdings die Pauschalangebote der Frankfurter wesentlich teurer. Die Folge: NUR konnte in diesem Sommer noch nicht einmal mehr ein Drittel des Buchungsaufkommens der Saison ’75 verzeichnen. Konkurrent ITS (International Tourist Services) übernahm klar die Position des Marktführers für den Rumänienurlaub auf dem deutschen Markt.

Die Kölner Veranstaltergruppe begnügte sich nämlich mit den wirtschaftlicher zu operierenden sowjetischen Propellermaschinen, die nach dem Fiasko von 1975 und dem darauffolgenden Druck der deutschen Veranstalter auf das rumänische Tourismusministerium prompt pünktlich verkehrten.

Während nun NUR mit dem Plan, im kommenden Jahr 25 Prozent der Rumänien-Gäste per Propellermaschinen zu befördern, verlorengegangene Marktanteile zurückerobern will, verlautete es aus dem Kölner ITS-Hauptquartier vor wenigen Tagen: "Im nächsten Sommer setzen wir nur noch Jets ein!"

Man wägt es eigentlich kaum zu denken, aber hoffentlich haben die NUR-Manager wirklich den richtigen Fehler richtig korrigiert. –dag–