Außer mit Walking-Safaris in den verschiedenen Nationalparks lockt Sambia mit Touristen-Attraktionen wie: dem Ort Livingstone und seinen berühmten Viktoria-Fällen, dem Livingstone-Museum und Vorführungen phantastischer Stammestänze; für Wassersportler gibt es den Tanganjika-See; Touristen, die das einfache afrikanische Landleben kennenlernen wollen, sollten eines der gar nicht auf Touristen eingestellten kleinen Dörfer besuchen, die Bevölkerung ist sehr freundlich; schließlich die Hauptstadt Lusaka, die man gar nicht verpassen kann, weil man da ankommt und abreist.

In Lusaka ist im modernen Parlamentsgebäude (Sambia ist seit 1972 eine Ein-Partei-Republik mit gleichermaßen guten Beziehungen zu Ländern des Westens und des Ostens) der große Sitzungssaal mit dem ausgestopften Löwen sehenswert. Rührend, das niedliche, einfache Geburtshaus des Staatspräsidenten Kenneth Kaunda, der 1964 nach langjährigem, aber relativ friedlichem Widerstand die Unabhängigkeit von den Engländern erstritt.

Auf dem großen, bunten Einkaufsmarkt sollte der Besucher trotz mannigfaltiger Motive auf das Photographieren verzichten, die Betroffenen reagieren sehr sauer. Im Intercontinental-Hotel (mit deutschem Geschäftsführer) wird man gnadenlos in schlechtere Zimmer umquartiert, wenn irgendwelche politischen oder wirtschaftlichen Besucher kommen.

In Livingstone wohnten wir im Hotel Mosi Oa Tunya ("Der Rauch, der donnert"), fünf Fußminuten von den berühmten Fällen entfernt, von denen man sich tags, aber auch nachts bei Beleuchtung, faszinieren und naßspritzen lassen kann. 300 Millionen Liter Wasser donnern in der Minute 100 Meter tief, bilden nach oben eine riesige Wasserwolke, in der sich die vollendetsten Regenbögen bilden. Im Hintergrund biegt sich die berühmte Eisenbahnbrücke nach Rhodesien über den Canyon. Da die Grenze nach Rhodesien geschlossen ist (Kaunda: "Wir befinden uns im Kriegszustand"), müßte eigentlich auch die Brücke unbenutzt sein. Aber die Eingeborenen beobachten manchmal Zugbewegungen auf der Brücke. Heimlicher Handel? Schmuggler? Transporte nach Zaire? Geisterzüge? Auf viele Fragen gibt es in Sambia viele Antworten. Auch in der deutschen Botschaft schweigt man vielsagend.

Jedenfalls ist es für Touristen nicht empfehlenswert, die Brücke zu betreten. Zwei neugierige Kanadier wurden von der rhodesischen Seite einfach abgeschossen. In den Abgrund.

Ansonsten erschien mir Sambia für Touristen sicher zu sein. Es gibt zur Zeit auch keine Meldungen über militärische oder terroristische Gefahren. Nur auf dem Flughafen warnt ein Plakat: "Faß nichts an, was du; nicht kennst. Es könnte eine Bombe sein." W. R.