Der Teufel steckt zuweilen in den unauffälligsten Dingen. In Wasseruhren beispielsweise. Da kann er Ärger bringen, Zwietracht säen, Menschen zum Streit darüber verleiten, ob diese Zählwerke Freiheit oder Sozialismus bedeuten.

In Süd-Niedersachsen schlägt es jetzt dreizehn – wegen der Wasseruhren. "Man will hier unsere ‚Heilige Kuh‘ schlachten" klagt Horst Jünemann aus Scheden. In dem Ort sollen jetzt Wasseruhren installiert werden. Dagegen wehrt er sich, 214 Mitbürger einer Klägergemeinschaft stärken ihm den Rücken.

Horst Jünemann sieht den Teufel im Wasserrohr, die Gemeindepolitiker dagegen schmecken dort eine günstige Geldquelle.

Jünemann: "Die Gemeinde Scheden (vier Ortsteile mit zusammen 1994 Einwohnern) liegt mit ihrem Kern an der Bundesstraße 3 zwischen Göttingen und Hannoversch-Münden ... Die Geschicke werden von dreizehn Ratsherren, davon sieben Wählergemeinschaft und sechs SPD, geleitet."

Der kleine Ort kam durch die verzwickte Gemeinde- und Kreisreform zur Samtgemeinde Dransfeld; Teufelswerk sowieso, wie vielerorts festgestellt wird.

Zeitliches aus Niedersachsen

"Parteipolitisch", so Gastwirt Jünemann, "sind die Gegensätze bisher noch nicht in Erscheinung getreten, vielmehr war es ein gewisser Neid auf unser schon früh industrialisiertes Scheden mit Bahnhof und Post, mit Telegraphenamt, der die Bürger und Räte der anderen Gemeinden, die wahllos zu dieser Samtgemeinde zusammengewürfelt worcen sind, bewogen hat, unsere berechtigten Wünsche zu ignoreren."