Es läßt sich nicht leugnen, der Winter steht vor der Tür. Sicherer Indikator für die kalten Monate des Jahres ist auch der Arbeitsmarkt. Im November gab es denn auch erstmals seit April wieder mehr als eine Million Menschen ohne Beschäftigung, und die Arbeitslosenquote im Bundesgebiet stieg auf 4,4 Prozent. Josef Stingl, Präsident der Bundesanstalt für Arbeit, führt diese Entwicklung vor allem auf saisoneile Einflüsse zurück. Doch auch die Zukunft sieht er nicht in rosigen Farben. An eine Wende im nächsten Jahr mag Stingl nicht so recht glauben. "Wir brauchen mehr Wachstum", klagt er. Denn zur Zeit sei die Einstellungsbereitschaft der Unternehmer gering und beschränke sich auf den Ersatz von Arbeitskräften.

Recht bescheiden sind die Aussichten nicht nur für die Bundesrepublik. Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung beobachtete in diesem Jahr in nahezu allen westlichen Industrienationen ein Erlahmen der konjunkturellen Auftriebskräfte. Immer noch sind zudem, so stellen die Forscher fest, die Ursachen der Konjunkturschwäche, die 1974 die Rezession einläutete, nicht beseitigt. Dies werde sich auf Inflationsraten und Arbeitslosigkeit auswirken.