In der Vorweihnachtszeit müssen viele Poststellen auch Briefe und Karten "an den Weihnachtsmann" und "das Christkind" weiterleiten. Empfänger sind die regional nächstgelegenen "Weihnachtspostämter und -sonderschalter" in Städten und Ortschaften mit weihnachtlich klingenden Namen, zum Beispiel: Himmelsthür, Himmelpforten und Christkindl.

Befördert wird jedes Schreiben, auch unfrankierte und mit Phantasieadressen versehene Briefe, wie beispielsweise "An den Weihnachtsmann im Himmel, Milchstraße" oder "Sternenstraße" oder "Hinter den Wolken". Postbeamte und zahlreiche freiwillige Helfer beantworten die Wunsch- und Bittbriefe der Kinder.

Der Hauptteil solcher Weihnachtspost kommt von Philatelisten aus dem In- und Ausland, die ein Sammlerinteresse an den Weihnachtsmarken mit den Entwertungsstempeln (Sonderanfertigungen) haben. Diese Briefe werden nur abgestempelt und zurückgesandt.

Seit 15 Jahren gibt es den Weihnachtsmann-Service in Himmelsthür. Die Oberpostdirektion in Hannover übernahm 1966 die Schirmherrschaft und ließ einen Sonderstempel mit einem schreibenden Weihnachtsmann entwerfen. In diesem Jahr zeigt die Darstellung des Entwertungsstempels Kinder, die vor der geöffneten Himmelstür stehen. Preis für Marke und Stempel: 50 Pfennig plus 25 Pfennig Sonderzuschlag.

Postbeamte übernehmen während der Dienststunden Weihnachtsmann-Pflichten; sie öffnen die Briefe und versenden die Antwortschreiben, Vordrucke mit einer Weihnachtsgeschichte. Als Absender steht auf den Kuverts "Postamt Himmelsthür". Die offizielle Anschrift lautet: Postamt, 3200 Himmelsthür/Hildesheim.

In Himmelpforten stehen dem Weihnachtsmann Wilhelm Pilarski drei unterschiedlich abgefaßte, mit Weihnachtssymbolen bedruckte Antwortschreiben zur Verfügung, die in weihnachtlich verzierten Umschlägen zurückgeschickt werden. Der Sonderstempel hat den Aufdruck "Himmelpforten, Christkind-Dorf", mit einem Heiligenbild verziert. Jedes Schreiben wird beantwortet; Briefe, in denen um Rat gebeten wird, bekommt der Pastor des Ortes. Die Kosten für einen Weihnachtsbrief betragen 50 Pfennig (in Wertmarken beilegen). Die amtliche Postadresse lautet: Postamt 2167 Himmelpforten/Niederelbe, Poststraße.

Im Postamt Nürnberg 106, Obstmarkt Haus Nr. 10, 8500 Nürnberg (in der Nähe des Christkindlesmarktes) ist bis zum 24. Dezember mittags 12.00 Uhr ein Sonderschalter eingerichtet. Die Briefsendungen, die an diesem Schalter abgegeben werden, erhalten den Sonderstempel (Rauschgoldengel nebst Inschrift Nürnberger Christkindlesmarkt 1977) kostenlos.