Altspekulant Hermann D. Krages beantragt Hauptversammlung der Dresdner Bank Altbank.

Auf dieser Hauptversammlung will die Thermopal Werke Ingeborg Krages, Leutkirch (Liechtenstein), zwei Satzungsänderungen verlangen, die Voraussetzungen für eine Reaktivierung der Altbank schaffen sollen. Die Altbank ist ein Relikt der alliierten Großbanken-Entflechtung nach dem Kriege und repräsentiert als "Vermögenswert" lediglich die Ansprüche auf das in der DDR und in den ehemaligen Ostgebieten liegende Vermögen der früheren Dresdner Bank. Da Satzungsänderungen mit Dreiviertel-Mehrheit beschlossen werden müssen, die aktive Dresdner Bank aber inzwischen etwa 40 Prozent des Kapitals der Altbank besitzt, dürfte Krages auf der von ihm beantragten außerordentlichen Hauptversammlung erfolglos bleiben. Da Krages zu klug ist, um dies nicht zu wissen, vermutet man hinter seinem Schritt die Absicht, die heiße Spekulation in den sogenannten Restquoten der Dresdner Bank "am Kochen zu halten".

Die Dresdner Bank hat ihren Mehrheitsbesitz an der Oldenburgischen Landesbank um weitere zehn Prozent aufgestockt.

Verkäufer des Paketes war eine der Dresdner Bank freundlich gesonnene Institution, die bereits der Dresdner Bank auf der letzten Hauptversammlung der Oldenburgischen Landesbank (OLB) ihr Stimmrecht überlassen hatte. Diese Tatsache hatte die Verhandlungen der Dresdner Bank über die Erlangung der Mehrheit bei der OLB durch Aktienübernahme aus dem Besitz des Landes Niedersachsen und der Staatlichen Kreditanstalt Oldenburg wesentlich beeinflußt. Beide Stellen hatten ihre Verkaufsbereitschaft schließlich von einer vertraglichen Regelung abhängig gemacht, durch die der Einfluß des Mehrheitsaktionärs Dresdner Bank auf die OLB begrenzt wird.

*

Die Bayerische Hypotheken- und Wechsel-Bank ist bei der Paulaner-Salvator-Thomasbräu AG, München, nicht mehr Mehrheitsaktionär.

Verkauft wurde ein Paket in ungenannter Höhe zu einem bisher ungenannten Preis. Käufer ist vermutlich die Allianz Versicherung. Auch die Münchener Bank trachtet danach, sich von industriellen Mehrheitsbeteiligungen zu trennen, um Bonner Bestrebungen, die Beteiligungsquoten der Kreditinstitute an Nichtbanken gesetzlich zu begrenzen, zuvorzukommen.