Dollarschwäche und starke Töne in der Tarifrunde sind das Alibi für die rückläufigen Aktienkurse. Die Unternehmungslust – nimmt man die Spekulationen bei den Restquoten der ehemaligen deutschen Großbanken aus –. ist auf den Nullpunkt gesunken. Eine für den Dezember nicht überraschende Erscheinung. Für Banken und Versicherungen ist das Börsenjahr 1977 gelaufen. Es gibt höchstens noch Feinkorrekturen.

Solche glaubte man in den letzten Tagen bei den Preussag- und Veba-Aktien vornehmen zu müssen. Bei der Preussag kommt für viele der für 1977 angekündigte Dividendenausfall überraschend, bei der Veba hatte man einen weniger gravierenden Gewinneinbruch erwartet, als er tatsächlich eingetreten ist.

Die jetzt laufende Kapitalerhöhung bei Daimler – und im Gefolge bei der Mercedes-Holding – scheint keine Probleme aufzuwerfen. Aus dem Daimler-Zwischenbericht geht hervor, daß sich der Gewinn 1977 in etwa auf der Höhe von 1976 halten dürfte – allerdings bei einem um zwei auf 25,5 Milliarden Mark gestiegenen Gesamtumsatz. Auch für Daimler wirft die Dollarschwäche Probleme auf.

Für die Großchemie herrscht tiefster Börsenpessimismus. Hier bewegen sich die Kurse auf dem niedrigsten Stand dieses Jahres. Und noch ist nicht zu erkennen, wann sich eine Wende einstellen wird. Weltweite Überkapazitäten und der Dollarverfall machen den deutschen Unternehmen schwer zu schaffen. Das wird sich auch in den 1977 er Dividenden ausdrücken. K. W.