Vom 1. Januar 1978 an wird sich die DDR auch darin, wie sie den Verkehr in ihren Straßen regelt, internationalen Gepflogenheiten angleichen. Westdeutsche Besucher, die mit dem Auto in die DDR einreisen, werden es also durch die Änderungen in der DDR-Straßenverkehrsordnung eher leichter haben als bisher. So werden zum Beispiel wichtige Schilder ab Anfang nächsten Jahres so aussehen, wie westdeutsche Autofahrer sie von zu Hause oder aus anderen europäischen Ländern kennen.

Wichtigste Änderungen für westdeutsche Autoreisende in der DDR:

  • Autofahrer dürfen nicht mehr, wie bisher, bei Rot rechts abbiegen, es sei denn, ein grüner Pfeil neben der Ampel erlaubt es ihnen.
  • Straßenbahnen haben generell Vorfahrt.
  • Bei Haltestellen ist in Zukunft, wie auch bei uns üblich, dem Autobus das Wiedereingliedern in den Verkehr zu ermöglichen.
  • Wechselspursignale für das Fahren in Fahrspuren werden eingeführt.
  • Der Kreisverkehr hat keine Vorfahrt mehr; rechts fährt vor links, wenn es nicht durch Schilder anders geregelt ist.
  • Die Höchstgeschwindigkeit an Bahnübergängen wird von bisher 30 auf 50 Stundenkilometer heraufgesetzt.
  • Die Höchstgeschwindigkeit beim Abschleppen auf Landstraßen wird von bisher 40 auf 50, auf Autobahnen von 60 auf 70 Stundenkilometer heraufgesetzt.
  • Kinder unter sieben Jahren dürfen nicht vorn, sondern nur hinten im Wagen mitfahren. (Bei uns unter 12 Jahren.)
  • Fußgänger müssen immer den gekennzeichneten Überweg benutzen, es sei denn, er ist weiter als 50 Meter entfernt.

Halten und Parken

Parkverbot besteht auf allen Fernverkehrsstraßen, auch innerhalb von Ortschaften. Künftig wird ein gelbes Fahrbahnband Halte- und Parkverbot markieren; ist das gelbe Band unterbrochen, bedeutet es Parkverbot, ist die gelbe Linie durchgehend, bedeutet es Halteverbot.

Es werden neue (dem westdeutschen Autofahrer vertraute) Stoppschilder aufgestellt, ebenso Schilder für Halte- und Parkverbot. Die gelben Schilder für Schnellverkehrsstraßen fallen weg; auch hier Angleichung an die in anderen Ländern üblichen Schilder.

Geldbußen