Der Kaugummi-Süßstoff Xylitol, vor kurzem noch als Kariesverhüter hochgelobt, ist jetzt in den Verdacht geraten, Krebs zu erzeugen. Ein britisches Forscherteam testete die Substanz in Langzeitfütterungsversuchen an Ratten und Mäusen. Die Tiere, die über die gesamte Lebenszeit eine gerade noch erträgliche Xylitoldosis erhalten hatten, zeigten dabei mehr Krebsfälle als die Tiere der Kontrollgruppe. Die Ergebnisse der Briten werden zur Zeit von der amerikanischen Lebensmittelüberwachungsbehörde FDA geprüft und könnten leicht zu einem Verbot dieses Stoffes führen. Der Süßstoff Xylitol wird in Finnland aus Birken gewonnen. Er ist etwa zehnmal so teuer wie Zucker, hat dafür aber den Vorteil, daß er von den Bakterien des Zahnbelags kaum angegriffen wird. Er wird daher auch nicht, wie Zucker, zu zahnzerstörenden Säuren abgebaut. Man kann damit einen Kaugummi mit zahnerhaltender Wirkung herstellen. Als Folge des Krebsverdachts hat das nationale Institut für Zahnforschung einen Test an Schulkindern abgeblasen, die Kaugummi mit einem fünfmal höheren Xylitolgehalt als bisher üblich kauen sollten.

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Ein neuer Impfstoff gegen Pneumokokken, die gefährlichen Erreger der Lungenentzündung, wurde von der amerikanischen Pharmafirma Merck entwickelt und jetzt von der Kontrollbehörde FDA genehmigt. Man kennt heute über 80 Arten dieser Bakterien. Da man keinen Impfstoff gegen alle Arten herstellen kann und bakteriologische Prüfungen der jeweils vorliegenden Art zu lange dauern, wird Lungenentzündung fast nur mit Penicillin behandelt. Zunehmend werden die Pneumokokken jedoch penicillinresistent; darum steht die Lungenentzündung in den USA jetzt wieder an fünfter Stelle unter den Todesursachen, jedes Jahr erkranken daran etwa 500 000 Menschen, davon sterben zehn Prozent. Das neue Vakzin wird daher als willkommene Waffe gegen dieses Leiden begrüßt. Zwar wirkt Pneumovax, so der Handelsname, nur gegen 14 Arten der Pneumokokken, diese jedoch verursachen 80 Prozent der Krankheitsfälle. Die Produktion wird im Frühjahr nächsten Jahres beginnen. Zunächst werden damit vorwiegend ältere Menschen geimpft, die besonders anfällig für Lungenentzündung sind. Der Impfschutz soll etwa drei Jahre lang anhalten.

Ein Hormonpräparat zur Moskitobekämpfung hat in Pretoria in Südafrika die Labortests erfolgreich durchlaufen und soll jetzt in Freilandversuchen getestet werden. Der Wirkstoff wird von den Larven aufgenommen und unterbricht den Entwicklungsprozeß des Kerbtieres. Die Puppe kann sich nicht mehr zum flugfähigen Moskito entwickeln. Bewährt sich das Mittel gegen die gefährlichen Überträger von Malaria und anderen Krankheiten, so könnte es zu einer Einschränkung der DDT-Anwendung beitragen. Zur Zeit ist DDT trotz seiner bekannten Nachteile in Entwicklungsländern, besonders zur Malariabekämpfung, noch unentbehrlich und wird weiterhin in großen Mengen versprüht.

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Kahle Felsen lassen sich nur schwer wieder bepflanzen, weil der mühsam herbeigeschaffte Humusboden keinen Halt findet und vom nächsten Platzregen wieder davongeschwemmt wird, bevor ihn die Pflanzen mit ihren Wurzeln festhalten können. Die japanische Firma Nissan Chemical Industries Co. in Tokio hat jetzt ein neuartiges Sprühsystem entwickelt, mit dem ein künstlicher Untergrund aus Schaumkunststoff, Pflanzensamen und Düngemitteln auf die zuvor mit Drahtgeflecht bespannten Ödflächen drei bis fünfzehn Zentimeter hoch aufgetragen werden kann. Die dickflüssige Mischung erstarrt nach kurzer Zeit und haftet dann gut auf dem Untergrund. Notfalls kann die Haftfestigkeit durch Zusatz von Zement oder Gips noch erhöht werden. Das Verfahren eignet sich nach Angaben der Firma auch zur Bepflanzung von Straßenrandstreifen, steilen Abhängen mit Sand- und Lavaböden sowie unbebauten Stellen zwischen Gebäuden.