Wunschlos glücklich

In keiner Diktatur treibt der Personenkult solche Blüten wie im kommunistischen Nordkorea. Unter der harten Hand des seit Ende der vierziger Jahre amtierenden Parteichefs Kim Ilsung leben die Menschen dort angeblich so wunschlos glücklich, daß er selber Wünsche für sie ersinnen muß; jedenfalls behauptet das Parteiorgan Nodong Sinmun: "Der große Führer Genosse Kim Il-sung hat unserem Volk ein glückliches Leben gegeben, so daß es nichts mehr wünschen muß. Selbst heute, wenn das Volk in der Wiege der Glückseligkeit schläft, beschreitet er zum noch größeren Wohlergehen und Glück des Volkes feinen taufeuchten Pfad."

Edler Caudillo

Franco ist unvergessen und soll unvergessen bleiben. Spanische Tageszeitungen werben in großen Anzeigen für Plaketten, 151 X 93 mm groß, in garantiert 900er Gold oder 1000er Silber, mit einem Bild des verstorbenen Diktators und dem vollständigen Text der posthumen Botschaft, die er an "alle Spanier" erlassen hat. Die Auflage ist limitiert und wird als Geschenk empfohlen. Und nichts ist an dieser "dauerhaften Erinnerung" illegal: Mit der Nummer 8/76 hat das Ministerium für Information und Touristik, die Herausgabe genehmigt. Über den Preis schweigt sich die Anzeige freilich aus – und auch darüber, wer die Plaketten verkauft.

Whisky vorn

Schottland mag auf das Öl große Hoffnungen setzen – am meisten verdienen im Norden der Insel noch immer die Whisky-Hersteller, und am besten bezahlt sind die Angestellten des Fernsehens und der Zeitungen. Dies ergab eine Umfrage unter den 500 größten schottischen Unternehmen. Die Ölfirmen und Ölarbeiter landeten weit abgeschlagen im zweiten und dritten Drittel. Freilich zeigte die Umfrage auch, daß die schottischen Löhne im Durchschnitt um 20 Prozent niedriger sind als in England. Und: 69 der 500 Firmen haben im vorigen Jahr Verluste erwirtschaftet.

Roter Dunst