Er ist noch mal so eben davongekommen. Ausgerechnet zum Weihnachtsfest sollte er nämlich entlassen, oder zumindest zum Rücktritt gezwungen werden. Nun erhalten wir die frohe Botschaft, daß ihm noch einmal eine Gnadenfrist zugebilligt wurde. Der Heilige Abend wäre uns sonst sicher gründlich verdorben worden, wenn der Weihnachtsmann gefeuert, und in die Wüste geschickt worden wäre.

Und so hat sich das alles zugetragen: Der Weihnachtsmann bepackte gerade seinen elektronischen, vollautomatischen Schlitten, als seine Frau ihm über Sprechfunk mitteilte: "Eine Delegation der deutschen Wirtschaft ist eingetroffen und will dich sofort sprechen!"

Als der Weihnachtsmann dann seinen Besuchern gegenüberstand, drückten ihre Gesichter durchaus keine Festtagsfreude aus. Und schon legten sie ergrimmt los: "Dieses Weihnachtsfest ist eine schöne Pleite. Der letzte verkaufsoffene Samstag hat selbst minimale Erwartungen enttäuscht."

"Wir sind auf unseren Schuhen, auf den Textilien und den Wintersportartikeln sitzengeblieben, bereits jetzt müssen wir billige Sonderangebote machen."

Mitfühlend meinte der Weihnachtsmann: "Tut mir ausgesprochen leid, aber ich habe wirklich mein Bestes gegeben."

"Das war bei weitem nicht genug! Bei den billigen Massenartikeln haben Sie gründlich versagt!"

"Das lag nicht an mir", verteidigte sich der Weihnachtsmann, "ich muß mich schließlich nach den Wünschen meiner Kunden richten. Was kann ich denn dafür, wenn sie vor allem hochwertige Waren schenken wollen? Denken Sie etwa, ich schleppe mich gerne mit Orientteppichen, Pelzen, Stereogeräten und Tele-Spielen ab? Denn alles andere scheinen die Leute schon zu haben – sie sind einfach satt!"