Beachtlich

"Bernard und Bianca – die Mäusepolizei" von Wolfgang Reitherman, John Lounsbery und Art Stevens. Filme, die das Zeichentrick-Genre revolutionieren, kommen schon seit langem nicht aus dem Studio des 1966 verstorbenen Doyens des amerikanischen Animationsfilms Walt Disney. Und die Mission des Mäuserichs Bernard und der Mäuse-Lady Bianca, die im Auftrag der "Mäuse-Uno" ein Waisenmädchen aus den Klauen von habgierigen Bösewichten befreien, erfüllt sich nicht ohne die für Disney-Produkte typischen sentimentalen Schlenker und eine reichliche Portion uramerikanischen Optimismus. Doch Disney-Nachfolger Reitherman garantiert perfekte Technik und einfallsreiche, spannende Unterhaltung für kleine und große Zuschauer. Bodo Fründt

Mittelmäßig

"Die Biene Maja" von Marty Murphy. Wenn Majas verschlafen-fauler Freund, die Drohne Willy, plötzlich unter Gedächtnisschwund leidet und sich für eine fleißige Ameise hält, wird die Story recht putzig. Im Vergleich mit anderen internationalen Trickfilm-Produktionen, die sich vornehmlich an das jüngere Publikum wenden, wirkt der deutsche "Fernsehstar" Maja freilich eher bieder. Das gilt für die betulichen Geschichten der hier zu Kinolänge gekoppelten Episoden, noch mehr aber für die hausbackene Animationstechnik. Deren Anspruchslosigkeit wird auf der großen Kinoleinwand besonders augenfällig. Bodo Fründt

Überdreht

"Drei Fremdenlegionäre" von Marty Feldman, der in "The Last Remake of Beau Geste" (so der Originaltitel) P. C. Wrens ehrwürdigen Abenteuerschinken "Beau Geste" und seine Hollywood-Verfilmungen (1926, 1939, 1966) persifliert Und als Digby Geste den Zwillingsbruder von Beau (Michael York) spielt Ein Kamel mit drei Höckern; ein chinesischer Legionär, der irische Balladen singt; Peter Ustinov als einbeiniger Sergeant mit einer Kollektion von Ersatzbeinen im Schrank und einem dreibeinigen Pferd im Stall: daß ein Gag-Experte hier sein Feuerwerk versprüht, wird schon deutlich. Daß ein Regie-Debütant mit seinen wahllos in alle Richtungen zielenden satirischen Attacken manchen Witz im Wüstensand verpuffen läßt, merkt man nicht minder: Viele Gags sind lustiger in der Nacherzählung als beim Betrachten. Vielleicht ist der Legionärsfilm auch ein zu entlegenes Genre, um es effektvoll parodieren zu können. Am besten in dieser überdrehten Farce sind Feldmans ironische Filmzitate: tanzende Legionäre, die sich zu einer Rosette formieren, wie in einem Busby-Berkeley-Musical, oder Digbys Begegnung mit Gary Cooper aus der Wellman-Version von 1939.

Helmut W. Banz