Etwa 12 000 Bürger haben in diesem Jahr an den Petitionsausschuß des Bundestags geschrieben. Die Briefe spiegeln nicht die große Politik wider, aber sie geben ein Bild davon, was die Bürger beschäftigt und bedrückt.

Da schreibt zum Beispiel eine 79jährige Rentnerin, die ihr Geld aus der DDR haben möchte, aber mit ihrem Antrag zu spät gekommen ist. Die DDR hat den Transfer solcher Guthaben vorläufig gestoppt.

Gelten die Lärmschutzvorschriften nur für neue Straßen? Bürger hoffen darauf, daß ihnen, auch wenn sie an "alten" Straßen wohnen, durch Lärmschutzwände geholfen wird.

Da gibt es eine ganze Reihe von Beschwerden über mangelnde Unterstützung von Deutschen durch deutsche Behörden im Ausland. Eine Elterninitiative wendet sich an den Bundestag, weil eine bestimmte Therapie für behinderte Kinder von den gesetzlichen Krankenkassen nicht bezahlt wird. Ein Kaleidoskop der Sorgen wird sichtbar.

Wahrscheinlich stellt der Petitionsausschuß eine der wichtigsten Verbindungen zwischen Bürger und Parlament dar: Eine viertel Million Bürger haben sich seit 1949 mit ihren Bitten und Wünschen an den Bundestag gewandt.

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Der Zufall führte seltsame Regie: In derselben Woche, da der Verteidigungsausschuß die Aufgaben eines Untersuchungsausschusses übernahm, um Fehler und Versäumnisse bei der Behandlung des Spionagefalls Lutze zu erforschen, beriet das Parlament über eine Reform der Untersuchungsausschüsse.