Bei aller Qualitätsarbeit kann es immer geschehen, daß technische Geräte – beispielsweise ein Auto, eine Schreibmaschine oder ein Staubsauger – schon nach kurzer Zeit nicht richtig funktionieren. Der ärgerliche Käufer wird in einem solchen Fall zum Verkäufer gehen und ihm diesen Mangel mitteilen. Am liebsten hätte der enttäuschte Käufer sicher eine völlig neue Sache an Stelle der zunächst gelieferten, weil eine reparierte (in der Sprache des BGB nachgebesserte) Sache für den qualitätsbewußten Kunden nicht dasselbe ist wie eine mangelfreie Sache.

In aller Regel wird der Verkäufer den Käufer jedoch auf eine Klausel in seinen allgemeinen Geschäftsbedingungen hinweisen – oft finden sie sich auf der Rückseite des Vertrages klein gedruckt – wonach der Verkäufer vor anderen Gewährleistungspflichten zur Nachbesserung der verkauften Sache berechtigt sei. Der Käufer wird sich dann auf die Auswechslung des defekten Teils und den Einbau eines Ersatzteils einlassen müssen.

Seit am 1. April 1977 das Gesetz über die Allgemeinen Geschäftsbedingungen in Kraft getreten ist, sind allerdings zwei Streitfragen zugunsten des Käufers gesetzlich klargestellt, die bisher in solchen Fällen oft zu Ärger geführt haben:

1. Der Verkäufer muß die Kosten der Nachbesserung tragen. Er muß Ersatzteile kostenlos liefern; Arbeits-, Transport- und Wegekosten darf er dem Käufer nicht berechnen (§ 476 a BGB).

2. Für den Fall, daß eine Nachbesserung nicht gelingt – etwa weil ein Ersatzteil nicht mehr beschafft werden kann –, müssen dem Käufer die normalen Gewährleistungsrechte, nämlich: Herabsetzung des Kaufpreises (Minderung) oder Rückgängigmachung des Kaufs (Wandlung) verbleiben.

Diese Rechte können dem Käufer nicht durch allgemeine Geschäftsbedingungen weggenommen werden; nur durch eine ausdrücklich in den individuell abgeschlossenen Kaufvertrag aufgenommene Klausel kann der Käufer zum Verzicht auf sie bewegt werden.

Nach dem Gesetz stehen dem Käufer einer beweglichen Sache die Gewährleistungsansprüche während eines halben Jahres zu; diese Frist beginnt bei beweglichen Sachen mit der Ablieferung der Sache beim Käufer (§ 477 BGB). Mängel, die sich erst nach dieser Frist ergeben, gehen zu Lasten des Käufers. Wer keine Gewährleistungsrechte mehr hat, muß also Reparaturen und Ersatzteile selbst bezahlen.