Weihnachtshektik

Alle Bonner Parteien haben die Weihnachtsruhe herbeigesehnt, aber alle tun auch viel, um sie sich zu nehmen. Bevor die Festtagsruhe ausbricht, schieben sie noch einmal eilends nach.Nur steht man sich dabei gegenseitig auf den Füßen – wie zum Beispiel am vergangenen Dienstag. Da lud die CDU/CSU für 10.30 Uhr zu einer Pressekonferenz über ihre Energiepolitik ein, um 11 Uhr zogen SPD und FDP eine Bilanz ihrer Parlamentsarbeit im ablaufenden Jahr und für 11.30 Uhr bat die CDU die Journalisten zu einem Treffen in Angelegenheiten der Familienrechtsreform. So halten sich die Parteien gegenseitig in Atem – bis zum völligen Überdruß an den Sachen und zur Erschöpfung der Personen.

Moskau und lRA

Die nordirischen Kämpfer der IRA haben so befürchten die britischen Behörden – eine neue Waffenquelle aufgetan. In der vorigen Woche verwendete die IRA zum erstenmal sowjetische Handgranaten; bislang benutzte sie selbstfabrizierte Sprengsätze. Aus sowjetischen Fabriken stammt auch das AK-47-Gewehr, das die Terroristen häufiger über deutsche Kanäle – via Nahost? – bezogen haben. Trotzdem klappt der Nachschub nicht mehr reibungslos: Belgische Polizei entdeckte ebenfalls in der vorigen Woche in Antwerpen vier Tonnen Waffen, bestimmt für die IRA.

Nova von Bethlehem

Rechtzeitig zu Weihnachten hat der britische Astronom David Clark eine zusammenfassende Theorie des "Sterns von Bethlehem" veröffentlicht: Nicht eine ungewöhnlich enge Konjunktion von Jupiter und Saturn lockte damals die Weisen aus dem Morgenlande, auch nicht ein Zusammentreten von drei Sternen, sondern eine Supernova im Steinbock-Sternbild. Verzeichnet ist diese Himmelserscheinung auch in chinesischen und koreanischen Chroniken. Diese auffällig helle Nova im Jahre 5 vor unserer Zeitrechnung wurde im Osten von Bethlehem sichtbar viereinhalb Stunden vor Sonnenaufgang.

Abtrocknen wegrationalisiert