Seit der Todesnachricht von Stammheim ist fast ein Vierteljahr vergangen. In unserer Jugend, vor allem aber im Ausland regen sich Zweifel an der offiziellen Version: War es gar kein Selbstmord? Sind Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe ermordet worden?

Noch sind viele Fragen offen: Konnte ein Mordkommando über die Feuertreppe kommen? Wurde Baader unter Drogen gesetzt? Wurde Irmgard Möller durch. einen spurenlosen Kampfstoff bewußtlos. gemacht? Warum hat niemand die Schüsse gehört? Wie kamen Pistolen und Sprengstoff in die Zellen? Warum hat in der Nacht von Mogadischu nur ein einziger Aushilfsbeamter die Häftlinge bewacht? Woher kommt der Sand an Baaders Kreppsohlen? Kann man sich mit einem stumpfen Besteckmesser erstechen? Warum wurden an den Tatwaffen keine Fingerabdrücke gefunden?

Karl-Heinz Janßen – ZEIT-Redakteur seit 1963, Historiker, Mao-Biograph – ist der Geschichte von Stammheim seit sechs Wochen auf der Spur. Das Ergebnis seiner Recherchen ist ein faszinierendes Dossier. Die erste Folge steht auf den Seiten 3 und 4.