Die Untersuchungen der Schußwunden und der Erhängung Das Rätsel der Todeszeiten (II)

Von Karl-Heinz Janßen

Aus dem Nebel über Stammheim krochen am 18. Oktober Falschmeldungen. Wie immer nach Katastrophen hatten weder Behörden noch Zeugen oder Journalisten sofort einen vollständigen Überblick. Nur wirkte sich die Häufung der Fehlinformationen hier besonders fatal aus. Es hieß:

  • Baader und Raspe hätten sich beide mit einer 7,65-mm-Pistole der Marke Heckler und Koch erschossen – in einem Falle stimmten Kaliber und Marke, im anderen nicht.
  • Fingerabdrücke an Tatwaffen habe man nicht gefunden, weil beide blutverschmiert seien – tatsächlich war Raspes Waffe frei von Blutspuren;
  • die Zellen von Baader und Ensslin seien am Morgen vom Gefängnispersonal nicht betreten worden – tatsächlich waren Justizbeamte, Gefängniswärter, Sanitäter und Arzt hineingegangen;
  • Gudrun Ensslin sei zum letztenmal um 16 Uhr gesehen worden – tatsächlich wurde sie erst gegen 17 Uhr in ihre Zelle gebracht.
  • Irmgard Möller habe sich mit einem Brotmesser Stichwunden beigebracht – tatsächlich wurde in ihrer Zelle ein (blutverschmiertes) Besteckmesser gefunden, wie es zum Stullenschmieren benutzt wird.
  • Ein „internationales Ärztegremium“ habe die Leichen der drei Gefangenen autopsiert – tatsächlich wurden die ausländischen Ärzte nur als Beobachter hinzugezogen.

Ein Gutteil Schuld an dieser Verwirrung ist dem bald danach zurückgetretenen Justizminister von Baden-Württemberg, Traugott Bender, anzulasten. Er ließ sich am Nachmittag des Tattages – um 15 Uhr – hilflos und leichtfertig auf eine Pressekonferenz ein, obschon zu dieser Zeit die Zellenbesichtigung in der Vollzugsanstalt noch nicht einmal begonnen hatte.

Erst um 15.45 Uhr wurden Zellen und Leichen zur Besichtigung freigegeben. Kriminalbeamte rückten mit Stereophotogeräten an, um den Tatort zu vermessen; andere fingen an, die mit Büchern, Kisten, Unrat vollgestopften Zellen zu durchwühlen. Unter Aufsicht einer Richterin vom Amtsgericht Stuttgart-Bad Canstatt begaben sich auch die Gerichtsmediziner an die Arbeit. Baaders Leiche wurde etwas aus der Zelle herausgezogen, damit der Kopf geröntgt werden konnte.

An den Eingängen hatten sich nach und nach die Verteidiger der vier betroffenen Häftlinge versammelt: Otto Schily (für Ensslin), Hans-Heinz Heldmann (für Baader), Karl-Heinz Weidenhammer (für Raspe) und Jutta Bahr-Jendges (für Möller) – sie durften allerdings die Zellen nicht betreten. Gründlichkeit hat ihren Preis: Leichenschau und gerichtsmedizinische Untersuchung in den Zellen dauerten bis 21 Uhr, die Polizei arbeitete bis nach Mitternacht. Sie ahnte noch nicht, daß wochenlange Arbeit auf sie wartete.

Die beiden Toten Baader und Ensslin wurden noch abends in die Leichenhalle des Bergfriedhofs in Tübingen übergeführt. Dort obduzierte dann von 22 Uhr an Professor Mallach mit seinen Assistenten die Leichen, während sein Stuttgarter Kollege Rauschke den Befund auf Band sprach. Die drei ausländischen Mediziner sahen ihnen auf die Finger, gaben Ratschläge und diskutierten über die Ergebnisse. Professor Holczabek aus Wien legte sogar selber Hand mit an und entfernte an Baaders Kopf die Nackenhaare neben der Einschußstelle. („Jetzt mach’ ich das mal ganz nahe ran!“)

Bewunderung der Fachleute

Außer der Richterin und den Staatsanwälten waren auch im Sektionssaal zeitweilig einige Anwälte zugegen (Raspes Anwalt Weidenhammer war vorher abgereist, Schily entfernte sich alsbald, weil er in Bonn eine Pressekonferenz vorbereiten wollte). Nur selten stellten die Verteidiger eine Frage an die Ärzte. Schily: „Was der Rauschke ins Mikrophon murmelte, war kaum zu verstehen.“ Dafür konnten sie die Diskussionen der drei ausländischen Beobachter, bei denen der Schweizer Hartmann für den französisch sprechenden Belgier André dolmetschte, mitverfolgen. Aber die Tätigkeiten von Pathologen und Anwälten sind einander zu fremd, als daß da viel gegenseitiges Verständnis entstehen könnte. Als einer der Obduzenten den geraden Schußkanal durch Baaders Stammhirn fachmännisch bewunderte, schien es dem Anwalt Schily eher „begeistert“ zu klingen. Morgens um vier Uhr war die Obduktion beendet.

Das vorläufige schriftliche Sektionsprotokoll wurde von den verantwortlichen Obduzenten Rauschke und Mallach unterzeichnet. Ihre ausländischen Kollegen erhielten später eine Kopie; eine Gegenzeichnung wurde ihnen nicht abverlangt. Alle fünf hatten sich aber bereits Tübingen geeinigt: Sie wollten der Presse mitteilen, „daß die bisherigen Feststellungen bei allen drei Toten nicht gegen Selbstmord sprechen, sondern sich alle durch Selbstmord erklären lassen“.

Zum Dank für die „traurige Pflicht“; die sie in Stammheim übernommen hatten, wurden die drei Beobachter von Sympathisanten der Rote Armee-Fraktion mit dem Tode bedroht, während sich auf der anderen Seite die Welt aufregte: „In was für einer Bananenrepublik leben wir denn? Wem haben wir Rechenschaft zu legen, weil ihm unsere Pathologen verdächtig sind?“ Der Zürcher Professor Hartmann jedoch bescheinigte seinen deutschen Kollegen nach der Leichensezierung: „Ich bin beeindruckt gewesen von der Art und Weise, von der Gründlichkeit dieser Obduktion, es ist also außerordentlich gute Arbeit geleistet worden.“ (In einem Interview mit dem Schweizerischen Kurzwellendienst.) Anders als im Falle Ulrike Meinhof hat diesmal kein Anwalt, kein Verwandter eine Nachobduktion gefordert.

Einen Meter hinter der Tür zu Zelle 719 lag an diesem 18. Oktober um 16 Uhr immer noch – nun schon beinahe einen halben Tag – Andreas Baader lang ausgestreckt in seinem Blute, das „völlig friedliche Gesicht“ der Decke zugekehrt, die Beine leicht gespreizt, der rechte Arm neben dem Körper, der linke etwa im rechten Winkel vom Rumpf abgewinkelt. Die große, dicke Blutlache unter seinem Kopf war schon getrocknet. Offensichtlich war Baader durch einen Schuß in den Nacken wie ein Baum gefällt worden – Aufschlagspuren hatte er in dem weichen Linoleum nicht hinterlassen. Wohl schön in der Zelle entfuhr Professor Mallach das Wort vom „Genickschuß“, wofür er sich später vor dem Landtagsausschuß entschuldigt hat. Denn der Schuß war keineswegs vorn am Hals oder Kinn ausgetreten, sondern an der Stirn. Die Anwälte griffen das schicksalsbefrachtete Wort sofort auf. Rechtsanwalt Heldmann: „Es ist schwer vorstellbar, daß man in dieser Form gegen sich selbst vorgehen kann.“

Professor Rauschke hingegen schloß „von vornherein“ auf „Selbstbeibringung“; er hatte an der rechten Hand Baaders „im Bereich der Daumenseite des Zeigefingers und an den benachbarten Partien des Daumens“ etwa zehn Blut- oder Gewebespritzer in Uhrzeigerform entdeckt, wie sie für einen eigenhändigen Nahschuß typisch sind, ferner schwärzlich-gräuliche Auflagerungen auf der Haut, die später bei der Laboruntersuchung auf den Pulverschmauchtest ansprachen. Dieser Schmauch tritt gewöhnlich beim Schuß am Lauf einer Pistole aus – entweder bevor das Projektil den Lauf verläßt oder danach.

Projektil im Putz

Hier bereits fangen die Fragen an. Baader war Linkshänder, sagen seine Anwälte. Wie können dann an der rechten Hand Schmauchspuren auftreten? Hat etwa ein Fremder ihm die Pistole geführt? Den Ärzten war die Linkshändigkeit bei der Leichenschau nicht bekannt. Sie nahmen an, Baader habe sich mit einer, der rechten Hand, erschossen – wie es, so sehr sich der Laie wundern mag, durchaus möglich ist (siehe unten: Kasten mit Zeichnung). Anderntags haben es die fünf Ärzte mit ungeladenen Pistolen an sich selber ausprobiert.

Aber die Umstände lassen auch eine andere Deutung zu: Der Schuß wurde mit beiden Händen ausgeführt. Früher traten Schmauchspuren besonders an der Schußhand auf, bei den modernen Waffen ist das kaum noch der Fall. Vielmehr finden sich Schmauch und Spritzer an jener Hand, mit der die Waffe festgehalten wird, damit sie nicht abrutscht. Baader könnte also, bei umgedrehter Pistole, mit links den Abzug gezogen, mit rechts den 18 cm langen Lauf fixiert haben.

Die Tatwaffe vom Kaliber 7,65 mm – wie die Kriminalpolizei später herausfand, handelt es sich um eine illegal eingeführte ungarische FEG-Pistole – lag links oberhalb vom Kopf ebenfalls in einer Blutlache und zeigte noch mit der Laufmündung zum Schädel. Wie schon bei der Waffe Raspes fehlten auch hier die Griffschalen. Auf der einen Seite war die Pistole stark mit Blut bedeckt, auf der anderen mit einigen Spritzern.

An der Waffe fanden die Experten im Bundeskriminalamt zwar etwas Rost und geringfügige Gebrauchsspuren, aber keinerlei verwertbare Fingerabdrücke. Auch darüber wundern sich nur die Laien– wie die Experten sagen, war die Pistole außer mit schmierigem Blut auch mit einem Ölfilm überzogen, an dem die Papillarlinien der Fingerkuppen nicht genügend hatten bleiben. Oft werden die Spuren allein schon durch den Fingerschweiß des Schützen fortgeschwemmt.

Die Schüsse in Baaders Zelle wurden mit sogenannter Hohlspitz-Munition abgegeben, kreuzförmig eingekerbten Patronen, wie sie hierzulande – wegen ihrer verheerenden Wirkung – nur für das Jagdwesen zugelassen sind. Sie spalten sich beim Einschlag wie ein Pilz auf und reißen Wunden wie Dum-Dum-Geschosse. Sechs Patronen waren ins Magazin eingeführt, eine steckte noch im Lauf, drei wurden in der Zelle gefunden. Ein Selbstmörder müßte also entweder abwechselnd geschossen und nachgeladen oder zweimal nacheinander geschossen und dann zweimal nachgeladen haben – ein Zeichen außergewöhnlicher Kaltblütigkeit und Nervenstärke, zumal für einen Mann wie Andreas Baader, dem von Dissidenten der Rote Armee-Fraktion Feigheit nachgesagt wurde. Auch hohe Gefängnisbeamte in Stammheim erklärten, sie hätten Baader einen Selbstmord niemals zugetraut.

Eines der Projektile steckte hinten in der Wand im Putz, ein zweites in der Matratze, das dritte war vom Putz abgeprallt und etwa in die Höhe von Baaders Brustkorb gerollt. Noch unklar ist bis jetzt, welches Geschoß tödlich gewesen ist. Professor Mallach vermutete, es sei der Abpraller. Wenn aber die fünf Gerichtsmediziner mit ihrer Meinung recht haben, Baader habe sich im Sitzen erschossen, dann müßte sich, so weist es die Schußkanal-Verlängerung aus, das Todesgeschoß in die Wand gebohrt haben. Der Schuß in die Schaumgummiliege muß im Stehen abgegeben worden sein. Die Zweifler geben zu bedenken, man müßte erst einmal feststellen, ob das tödliche Projektil auch wirklich zuletzt und nicht womöglich als erstes abgefeuert wurde. Genaueres werden wir erst aus dem schußwaffentechnischen Gutachten erfahren.

Baader wurde durch einen „Nahschuß mit aufgesetzter Mündung“ getötet. Kein Mensch würde sich auf diese Weise umbringen lassen, ohne Widerstand zu leisten, es sei denn, man machte ihn vorher wehrlos, etwa durch Fesselung oder Schlag auf den Kopf oder durch ein Betäubungsmittel. Spuren körperlicher Gewaltanwendung wurden aber nicht festgestellt, auch keine blaue Flecken, Hautabschürfungen oder Kratzer, die von einem erbitterten Kampf zeugten. Obwohl Baader in den letzten Wochen vor seinem Tod eine erschreckend hohe Menge an Medikamenten eingenommen hat (siehe Kasten auf der nächsten Seite), reichte die Dosis, die bei ihm nachgewiesen wurde, keinesfalls aus, sein Bewußtsein zu trüben oder zeitweilig auszuschalten.

Bei den Zweiflern liegen zwei Versionen im Widerstreit – die einen lassen Baader in Stammheim sterben, die anderen im Wüstensand von Mogadischu. Letztere Behauptung knüpft an das Rätsel um den Sand an, der angeblich an Baaders Schuhen haftete. Die Füße des Toten steckten in ziemlich neuen, braunen Schnürschuhen mit Kreppsohle. Man brauchte darüber kein Wort zu verlieren, wäre nicht bekannt, daß die Gefangenen im siebenten Stock gewöhnlich in Sandalen oder Turnschuhen, noch lieber auf Strümpfen oder barfuß gingen – sie waren es bei den dauernden Kontrollen leid geworden, sich jedesmal die Schuhe zwecks Sprengstoff- und Kassibersuche ausziehen zu müssen.

Sand an den Schuhen?

Der umsichtige Professor Holczabek aus Wien machte bei der Zellenschau die Beamten und Rechtsanwälte darauf aufmerksam, daß an den Schuhen etwas hafte, das wie Sandkörner aussehe. Man möge diese Anhaftungen doch genau untersuchen. Rechtsanwalt Heldmann will es genau gesehen haben: an beiden Sohlen „einen sehr intensiven Belag mit einem hellen, feinkörnigen Sand“. Stimmt die ausländische Behauptung also doch, Baader sei eigens nach Somalia, wohin auszureisen er sich ja ohnehin bereit erklärt hatte, gebracht, worden, um den Entführern der „Landshut“ einen bevorstehenden Austausch der Geiseln vorzugaukeln? Hatte nicht Staatsminister Wischnewski dunkel von Informationen gesprochen, die in das Gespräch mit den Palästinensern „eingefüttert“ wurden? Gegen diese abenteuerliche Geschichte läßt sich etliches einwenden.

Erstens: Das veröffentlichte Protokoll des Funkspruchverkehrs zwischen dem Flughafen-Tower von Mogadischu und dem Anführer des Entführerkommandos, „Captain Martyr Mahmud“, enthält lediglich den (falschen) Hinweis, die elf Gefangenen seien freigelassen worden, könnten aber nicht vor dem Morgen in Somalia sein. Auf diese Kunde hin, sie wurde etwa gegen 17 Uhr vermittelt, verlängerte das Kommando sein Ultimatum bis 1.30 Uhr; die Geiseln in der Lufthansa-Maschine wurden von ihren Fesseln befreit.

Zweitens: Über eine auch nur zeitweilige Verlegung Baaders aus Stammheim ist dem Zellenbelegungsplan nichts zu entnehmen.

Drittens: Auch die Besucherlisten sprechen dagegen. Noch am frühen Nachmittag des 17. Oktober – nach 14 Uhr – sprach Baader in der Besucherzelle des 7. Stocks mit Ministerialdirigent Hegelau vom Bundeskanzleramt und Kriminalhauptkommissar Klaus vom Bundeskriminalamt siebzig Minuten lang über seine Freilassung.

Viertens: Abends, etwa um 23.10 Uhr, schluckte er noch brav seine Tabletten.

Fünftens: Mit den Flugzeiten hapert es ebenfalls. Von Stuttgart bis Mogadischu würde eine Boeing 707 im Non-Stop-Flug etwa 8 1/4 bis 8 1/2 Stunden benötigen. Dies wissend, ist wohl dem Organ des Kommunistenbundes Arbeiterkampf die Sache mit dem Transport im Düsenjäger eingefallen. Die Redakteure überlassen es der Phantasie der Leser, ob denn nun Baader als toter oder als lebendiger Ko-Pilot in der „Phantom“ oder dem „Starfighter“ gesessen hat. Wer das Flugzeug unterwegs aufgetankt hätte, fragen sie nicht.

Merkwürdigerweise wird der angebliche Sand an den Sohlen nicht im Leichenschauprotokoll erwähnt, statt dessen aber „körniger Schmutz“ am rechten Hosenbein. Vom Hofgang kann er nicht stammen, da die vier Gefangenen im Terroristentrakt zum Ausgang lediglich auf den Dachgarten geführt wurden, wo kein Sand zu liegen pflegt. War es vielleicht ein Überrest von den Bauarbeiten im Frühjahr, als die Gefangenen auf der Baustelle im Flur vor ihren Zellen anscheinend kaffeetütenweise Gips „organisiert“ haben, der jedenfalls in ihren Zellen gefunden wurde? Wollte Baader einen mysteriösen Mord vortäuschen, so hätte ihm wohl einfallen können, seine Schuhe afrikanisch zu „frisieren“.

An Sonne und Süden erinnert auch die vermeintliche Sonnenbrille, die Baader in seiner Todesstunde getragen haben soll. In der Tat fand man bei der Leiche eine Brille mit blauen Gläsern, die beim Sturz nach oben gerutscht war und den Schädel fast nicht mehr berührte. Offensichtlich war es dieselbe Brille, die auf einigen der wenigen Photos aus der Prozeßzeit zu sehen ist.

All diese Spekulationen würden rasch zerstieben, wüßte man die genaue Todeszeit. Doch sie ließ sich nicht mehr ermitteln, weil Arzt und Sanitäter in den Morgenstunden versäumt hatten, die Körpertemperatur der Leichen rektal zu messen, und danach die Zellen fast acht Stunden lang verschlossen blieben – allen Vorhaltungen des Professors Mallach zum Trotz. Was Temperaturmessungen wert sind, darüber gehen die Meinungen unter Gerichtsmedizinern auseinander. Diese Methode sei nicht die zuverlässigste – so sagen die einen. Diese Methode sei – neben den sogenannten supravitalen Reaktionen – noch die sicherste, so sagen die anderen.

Im Leitfaden „Rechtsmedizin“ (herausgegeben von A. Arhab-Zadeh, O. Prokop, W. Reimann, Stuttgart 1977) wird als „sicheres Zeichen“ des Todes auch das Erkalten genannt, bezogen auf kontinuierliche Temperaturmessungen. Allerdings darf man sich nicht an die landläufige Faustregel halten, die Körpertemperatur bei Toten falle stündlich um ein Grad Celsius, so lange, bis sie sich der Außentemperatur angepaßt habe. Der Kurvenverlauf ist nämlich von allerlei Faktoren abhängig, zum Beispiel Bekleidung, Fettschicht, körperlicher Konstitution, Raumtemperatur.

Noch nach drei bis fünf Stunden läßt sich die Todesstunde durch Rektalmessungen einigermaßen sicher abschätzen. Hamburger Rechtsmediziner haben inzwischen eine weit exaktere Methode entwickelt (Zeitschrift für Rechtsmedizin, 68/1976): Durch winzige Meßsonden, die praktisch keine Zerstörungen verursachen, wird der Abfall der Hirntemperatur gemessen. Doch nichts dergleichen geschah in Stammheim.

Als die Professoren Mallach und Rauschke endlich die Mastdarmtemperaturen messen durften (bei Baader betrug sie um 17.15 Uhr noch 29,2 Grad, bei Ensslin um 18.55 Uhr noch 26,3 Grad Celsius), entfielen für die Bestimmung der Todeszeit die supravitalen Reaktionen, körperliche Reflexe, die in dem Zeitraum zwischen Gehirntod (Individualtod) und Zelltod (biologischer Tod) ausgelöst werden können, also vor allem in den ersten zwei bis fünf Stunden. Mallach und Rauschke hatten als Parameter neben der Temperatur nur noch Totenflecke und Totenstarre. Totenflecke treten schon nach 20 bis 30 Minuten auf, komplett vorhanden sind sie nach sechs bis zwölf Stunden. Die Totenstarre ist gleichfalls ein vager Maßstab, da sie von Temperatur, Feuchtigkeit und Luftbewegung abhängt. Sie tritt nach etwa vier Stunden ein, Vollständig zwischen 6 und 8 Stunden – von den vielen Ausnahmen immer abgesehen. Bei Baader waren alle Gelenke fest, nur die Sprunggelenke voll beweglich – um halb eins in der Frühe waren auch die Kiefergelenke schon wieder beweglich.

Mit der Todeszeitbestimmung des stellvertretenden Anstaltsarztes konnten die beiden Professoren nichts anfangen. Er hatte sich mehr auf sein Gefühl statt auf exakte Daten verlassen und die Todesstunde bei etwa 6 Uhr angesetzt. Die Obduzenten mußten einen viel weiteren Rahmen setzen. Die oberste Begrenzung liegt bei Baader in einer Spanne von 0.15 oder 0.30 bis 2.15 Uhr, die niedrigste bei 10.15 Uhr – da war Baader längst tot. Die äußersten Todeszeitdaten sind merkwürdig genug: Denn um 0.12 Uhr war die „Landshut“ befreit, um 0.38 Uhr meldete der Deutschlandfunk die Befreiung; um 2,10 Uhr verlas Staatssekretär Bölling seine Presseerklärung über Rundfunk und ARD-Fernsehen. (Das ZDF hatte sein Programm schon vor Mitternacht beendet.)

Zweifler stoßen sich noch an einer weiteren Merkwürdigkeit. Baader habe, als man seine Leiche auffand, ein rotes T-Shirt getragen, das einer anderen Person gehörte, so behauptet man. Nach dem Leichenschaubericht war er bekleidet mit einem „Hemd von blauer Farbe nach Art von Drillichhemden mit aufgesetzten Brusttaschen“, darunter „ein rostfarbenes Kleidungsstück mit langen Ärmeln“. Rechts waren beide Ärmel nach oben gerollt. Kenner des Stammheimer Gefängnisses finden einen Kleiderwechsel im Terroristentrakt nicht außergewöhnlich, da die Gefangenen im 7. Stock bis zur Kontaktsperre in einer Art Kommune lebten.

„Eine typische Erhängung

Waren die Todesumstände bei Andreas Baader ungewöhnlich, so schien bei Gudrun Ensslin auf den ersten Blick alles normal: „Ein typisches Erhängen“, sagt der Schweizer Professor Hartmann, „wie man es beim Selbstmord häufig sieht.“

Die Gefangene hing am oberen Teil des inneren Gitters am offenstehenden Erkerfenster. Um den Hals schlang sich das doppeladrige Kabel ihres Plattenspielers, das völlig mit Kunststoff isoliert war. Die doppelläufige Schlinge war vorne unterhalb des Kinns mehrmals verknotet worden; die Schlinge zwischen Aufhängepunkt und Verknotungspunkt war so eng gezogen, daß sie am Kopf befestigt worden sein muß – der Kopf wurde also nicht in die Schlinge hineingehängt.

Nehmen wir Selbstmord an, so wäre eine längere Vorbereitungszeit nötig gewesen, ehe die Gefangene mit einem Schritt vom Stuhl in den Tod ging. Vielleicht erklärt sich so, warum der Körper-durch eine Decke verhängt war, die nur einen Blick auf Unterschenkel und Füße freigab, eine doppelte Vorsichtsmaßregel, denn die Sicht durch die Zellentür war bereits durch eine Matratze verstellt. Die Decke wurde so angebracht, daß dahinter schwerlich noch eine zweite Person hätte tätig werden können.

Die Leiche, 1,68 Meter Iang und keine hundert Pfund schwer, hing frei, mit dem Rücken zum Fenster, Arme und Füße schlaff nach unten, die Zehenspitzen gestreckt. Der Abstand zwischen Fußspitze und Fußboden betrug 20,5 cm, zwischen Fersenkanten und Boden etwa 30 cm. Der Stuhl stand unmittelbar neben der Leiche, war vielleicht beim Verkrampfen der Erhängten beiseite gestoßen geworden. Trotz der minutenlangen Belastung durch den stehenden Körper hatten die Stuhlbeine keine Dellen im Linoleum hinterlassen. Zur Prüfung wurde deshalb ein gleicher Stuhl herbeigeschafft, auf dem ein Kriminalbeamter mehrmals herumsprang. Aber nach wenigen Minuten schon verschwanden die Dellen wieder. Auf der Oberfläche des Tatstuhles erkannte Professor Rauschke mit bloßem Auge Haare, Fasern von Wollsocken, Mörtelreste. Doch fand die Kriminalpolizei keine Spuren, die auf Fremdeinwirkung schließen lassen. Allerdings steht das Ergebnis des Mikrospurenabzuges noch aus.

Eine eingetrocknete Speichelablaufspur reichte vom Mund bis zur Kleidung Gudrun Ensslins – ein Zeichen, daß die Gefangene im Zeitpunkt des Erhängens noch gelebt haben muß. Die Zunge war herausgestreckt. Eine tiefeingeschnittene Strangfurche stieg von unterhalb des Kinns in einem Anstiegwinkel von etwa 30 Grad zum Nacken empor. Den Anwälten fiel auf, daß sich am Hals eine doppelte Hängespur abzeichnete und dazwischen ein zwei bis drei Millimeter breiter, blutiger Zwischenkamm aus eingequetschter Haut. Aber beides ist eher typisch für Selbstmord. Der Kamm wäre nur schwer nachzuahmen, wenn jemand Selbstmord durch Erhängen vortäuschen wollte. Die zweite Strangfalte entsteht, weil entweder die Schlinge hochgerutscht oder der Körper bei seinen Zuckungen durchgesackt ist. Für den Erhängungstod fanden die Obduzenten noch ein weiteres vitales Zeichen: eine dünnschichtige Einblutung unter der harten Rückenmarkshaut in Höhe des oberen Halsmarks.

Kein Zeichen für Mord

Trotz dieser typischen Anzeichen ist man dem Verdacht nachgegangen, die Gefangene sei vielleicht gewaltsam erhängt worden. Solche Erhängungen – man kennt den Lynchtod alkoholisierter Opfer aus Wildwest-Filmen – kommen in der Geschichte der Rechtsmedizin sehr selten vor. Die Mörder müßten schon so fest zupacken, daß an Oberarm und Achselfalten Blutergüsse zurückblieben, von Abwehrspuren ganz in schweigen. Sie fehlten bei Gudrun Ensslin. Auch das im Film zuweilen gezeigte „Hochhieven“ einer Leiche wäre kein perfekter Mord – am Seil, aber auch an einem Plastikkabel blieben Schürfspuren zurück. Sie fehlten desgleichen. Allerdings hat die Kriminalpolizei darauf verzichtet, das zur Erhängung benutzte Schwachstromkabel auf Fingerabdrücke zu untersuchen. Grund: An Kabeln dieser Stärke seien sie nicht zu finden.

Freilich bliebe es denkbar, daß jemand einen Menschen betäubt, bevor er ihn aufhängt. Ehe Bewußtlose hochzuhalten, wäre bei den 98 Pfund Körpergewicht Gudrun Ensslins sogar ohne Druckspuren möglich gewesen. Nur – die chemisch-toxikologische Analyse, die Untersuchung von Blut und Urin, ergab, so die Obduzenten in ihrem Resümee, „keine Anhaltspunkte dafür, daß kurze Zeit vor dem Eintritt des Todes Stoffe einverleibt worden sind, die eine Bewußtseinsstörung, Bewußtseinstrübung oder einen Bewußtseinsverlust erklären könnten“. Die paar Kreislauf-, Schmerz- und Beruhigungsmittel sowie Vitamintabletten, die sie im Oktober bekommen hat, sind nicht der Rede wert.

Aber was ist mit den Spuren von Gewalteinwirkung, den Blutergüssen und kleinen Kratzern an der linken Brust und den Blutergüssen in beiden Kniescheiben Gudrun Ensslins? Auch dafür haben die Gerichtsmediziner eine einleuchtende Erklärung: Der Erhängungstod geschieht in der Regel nicht, wie Laien sich das vorstellen, durch einen Bruch des Halswirbels, sondern durch Ersticken, und zwar in vier verschiedenen Phasen. Schon nach sieben bis acht Sekunden tritt Bewußtlosigkeit ein, Schlagadern und Luftwege werden abgedrosselt. Nach etwa einer halben Minute setzen Muskelzuckungen ein, ähnlich denen epileptischer Anfälle. Dabei können sich die Selbstmörder an die Brust greifen und gegen den Stuhl schlagen – kurzum: diese Spuren sind typisch, sie müssen erwartet werden.

Die Bestimmung der Todeszeit war bei Gudrun Ensslin so schwierig wie bei ihrem Mitverschworenen Andreas Baader. Als frühestmögliche Zeit ermittelten die Ärzte die Spanne zwischen 1.15 bis 1.25 Uhr – also eine Stunde nach der Meldung aus Mogadischu. Sie zogen den Rahmen bis in die späten Vormittagsstunden, also in eine Zeit hinein, zu der die Gefangene längst tot war.

Der dritte Todesfall bereitete den Gerichtsmedizinern weniger Mühe. Sie haben die Leiche Jan-Carl Raspes besichtigt, kurz nachdem er vormittags auf dem Operationstisch im Katharinenhospital gestorben war, und ließen sich die Operationspräparate, also das Gewebe um die Schußlöcher an beiden Schädelseiten, zeigen. Auf der rechten Seite war die Reaktion auf Pulverschmauch positiv. Keinen Schmauch hingegen fanden sie an der Schußhand: durch Erste Hilfe und Transport war der ursprüngliche Zustand der Hände bereits zu sehr verändert worden.

Die medizinischen und kriminalistischen Untersuchungen ließen auf einen Nahschuß schließen, der mutmaßlich in halb liegender Position abgefeuert wurde. Zwischen Wand und Schläfe blieb so wenig Platz, daß keine zweite Person dem Gefangenen dort die Pistole an die Schläfe hätte halten können. Nach dem Durchschuß streifte das 9-mm-Geschoß ein Holzregal (in der Ritze blieben Haar- und Gewebeteilchen haften) und beulte dann die Wand ein. An dieser Stelle fand die Polizei am nächsten Tag das Projektil. Professor Mallach nimmt an, daß Raspe – wegen des großen Kalibers – auch keine Chance mehr gehabt hätte, wäre er früher aufgefunden worden. In den Wochen vor seinem Tod hat auch Raspe eine Reihe zum Teil schwerer Schmerz- und Beruhigungsmittel erhalten, wenn auch nicht so viel wie Baader, außerdem sehr viel Paracodin-Hustensaft. Aber „Anhaltspunkte für Wirkstoffe, die zu einem Bewußtseinsverlust führen würden, haben die Untersuchungen nicht ergeben“.

Ohne verwertbare Spuren

Die Tatwaffe vom Typ Heckler und Koch, die in Raspes Hand lag und dann von Justizbeamten in Tücher gewickelt wurde, wies ebensowenig wie Baaders Pistole verwertbare Fingerspuren auf. Der 9-mm-Pistolenlauf ist, so vermutet die Kriminalpolizei, „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ im Oktober 1976 von einem Mitglied der sogenannten Haag-Mayer-Gruppe in der Schweiz gekauft worden. (Bei Waffenkäufen in der Schweiz reicht gewöhnlich die Vorlage eines Personalausweises aus, ein Waffenerwerbsschein wird nicht abgefordert). Etwa zur selben Zeit, so meinen die Experten, wurde dort auch die Pistole selbst gekauft, in die verschiedene Läufe passen.

Wann sich Raspe die Schußverletzung zugezogen hat, steht bislang nicht fest. Wir sind da auf die vage Auskunft der überlebenden Gefangenen Irmgard Möller angewiesen – sie lag in der gegenüberliegenden Zelle –; angeblich hat sie sich etwa zwischen vier und halb fünf in der Frühe noch mit Raspe unterhalten.

Niemand hat Frau Möller gefragt, auf welche Weise sie sich mit ihrem Zellenkameraden überhaupt verständigt haben kann. In einer Hausverfügung vom 4. Oktober hatte nämlich die Vollzugsanstalt Stammheim auf Grund des Kontaktsperregesetzes jeglichen Empfang von Fernseh- und Rundfunksendungen, aber auch jegliche Verbindung der Gefangenen untereinander untersagt. Verständigung durch Klopfzeichen wurde unterbunden, indem man die bewohnten Zellen durch leere voneinander trennte. Nachts wurden die Zellentüren mit gepolsterten Platten abgedichtet, damit sich die Gefangenen nicht unbeaufsichtigt durch Zurufe verständigen konnten. Es mag vorgekommen sein, daß die Platten in jener Nacht vor Raspes und Möllers Türen nicht fest genug angelegen haben. Wahrscheinlicher aber ist, daß sich Irmgard Möller und die anderen Gefangenen in der Nacht von Mogadischu über ein eigenes Kommunikationsnetz, sozusagen ein eigenes Zellentelephon, heimlich verständigten und außerdem auch noch Rundfunknachrichten empfingen.

In der Hausverfügung hieß es drohend: „Wer sich dennoch durch Zurufe verständigen will, wenn er sich auf dem Gang vor den Zellen befindet, läuft Gefahr, in Zukunft nicht mehr aus der Zelle gelassen zu werden.“ Trotzdem stellten sich die Gefangenen tagsüber, wenn die Polster entfernt waren, vor die Luftschlitze der Türen und riefen sich etwas zu. Die Gefängnisbeamten beschränkten sich darauf, die Worte aufzuschreiben – Belangvolles war nicht darunter. Sogar in Gegenwart eines Beamten aus dem Bundeskriminalamt unterhielt sich Irmgard Möller mit Raspe: „Jan, hier steht ein Typ, der will was von

Die Verständigung klappte

Sowohl den amtlichen Besuchern als auch den Anstaltsgeistlichen gaben die vier zu verstehen, daß sie über die Vorgänge außerhalb der Anstalt nach wie vor im Bilde seien – doch nahmen Wärter und Besucher an, die „Informationsfetzen“ stammten aus lautgestellten Radioapparaten der „normalen“ Gefangenen in tieferliegenden Stockwerken. Vom anstaltseigenen Radio, an das alle Zellen angeschlossen sind, konnten sie eigentlich nicht kommen. Schon lange vor der Kontaktsperre hatte der Anstaltselektriker, zu seinem Pech ein Starkstromtechniker, die vier Gefangenen auf ihren eigenen Wunsch von der Hausleitung abgetrennt, da sie befürchteten, sie könnten abgehört werden.

Es muß dabei, so ein Experte der Oberpostdirektion, der am 19. Oktober 1977 in die Zellen gerufen wurde,„eine gewisse Simplizität der Ausführung“ gewaltet haben. Ausgerechnet in der Zelle von Irmgard Möller – und nicht etwa außerhalb des Terroristentrakts – hatte der Elektriker die Leitung aufgetrennt und zwei Lüsterklemmen darübergesteckt, die noch nicht einmal befestigt waren. Das Kabel wurde weder kurzgeschlossen noch geerdet. Die Gefangene konnte jederzeit mit einer Nagelfeile oder dem Fingernagel den alten Zustand wiederherstellen und brauchte lediglich die beiden Drähte wiedereinzuklemmen – bitter nötig von dem Moment an, da den Gefangenen die privaten Radios fortgenommen wurden.

Lag die Leitung tot, brauchte man sie nur an Lautsprecher oder Kopfhörer anzuschließen, und das Telephon war fertig. Offensichtlich hatte der technisch begabte Jan-Carl Raspe durch Manipulationen an den Verstärkern der Plattenspieler und durch besondere Steckerverbindungen – Kabel lagen haufenweise herum – die Einrichtung so vervollkommnet, daß man binnen zehn Sekunden „eine ganz ausgezeichnete Verständigung“ herstellen konnte. Er selber war von der Hausleitung auf richtige Weise abgeschnitten worden – doch konnte er mit Hilfe eines anderen Netzes, das die Steckdose für den Elektrorasierer mit Strom versorgte, eine „Brücke“ über den Treppenflur schlagen und sich an das Kommunikationsnetz „anschließen“ – dieses Rasierkabel war nämlich die meiste Zeit am Tage spannungsfrei geschaltet. Auf dem Flur hatten die Gefangenen unter einem Linoleumstreifen heimlich noch ein Schwachstromkabel verlegt, das jedoch offen endete. Nachts, wenn im ganzen Gefängnis das Hausradio abgeschaltet war, hat Raspe vermutlich die anderen Insassen des Trakts mit Übertragungen aus seinem Transistorradio versorgt, das nach seinem Tod, in einen Pullover eingewickelt, entdeckt wurde.

Auf diese Weise konnten sich die Gefangenen im 7. Stock über die Zeit der Kontaktsperre als intakte Gemeinschaft hinwegretten – und auch den Ablauf der Entführung Schleyers und der Lufthansa-Maschine mitverfolgen. Damit ist aber noch keinesfalls erwiesen, daß sie irgendwann vor dem 18. Oktober oder auch kurz entschlossen in der Nacht einen kollektiven Selbstmord verabredet haben.

Nächste Woche:

Wurde Irmgard Möller mit Gas betäubt? Wer hat die Pistolen ins Gefängnis geschmuggelt?