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DIE ZEIT

Bald ein Blutbad?

Südafrikas viereinhalb Millionen Weiße sind um eine Illusion ärmer und um ein gerüttelt Maß Angst reicher geworden. Jahrzehntelang hatten sie ihre Apartheidspolitik auf die trügerische Hoffnung gebaut, daß sich Schwarze, Mischlinge und Asiaten niemals zusammenschließen würden.

Affären statt Politik

Die Enttäuschung kommt im Gewand freundlicher Ironie einher: "Das Jahr fängt ja gut an", heißt es im Regierungslager. Und so "gut" beginnt es immerhin, daß sogar die CSU auf ihre Lieblingsbeschäftigung, das genußvolle Piesacken der großen Schwesterpartei und des Vorsitzenden Kohl, einstweilen verzichtet und gegen den gemeinsamen Hauptfeind in Bonn zu Felde zieht.

Schwarz-Rot: Italiens Zwickmühle

Noch sind die Würfel nicht gefallen. Doch aus dem Spiel um die Macht, das Italiens Politiker seit drei Jahrzehnten mit mehr taktischem als sachlichem Erfindungsreichtum betreiben, ist banaler Ernst geworden: Wo pure politische Ohnmacht zum Vorschein kommt, hat auch das schlaueste Pokern ein Ende, kann Demokratie nur noch verspielt werden.

Der "heitere Krieger"

Amerika verneigt sich vor einem Staatsmann, der nie den höchsten Gipfel der Macht bezwungen und dennoch das Gesicht seines Landes geprägt hat wie kaum ein anderer.

Funken in Feuerland

Im äußersten Südzipfel Südamerikas ist Streit entbrannt – um drei kleine Feuerland-Inseln, auf die Chile wie Argentinien Anspruch erheben.

Geschlossenheit in der Trutzburg

Was unterscheidet die Abhöraktion in München von Watergate? Franz Josef Strauß mochte, ja konnte auf ein solches wohlwollend geliefertes Stichwort nicht schweigen.

Zeitspiegel

Die Auseinandersetzung um Südafrikas Apartheid wird nun auch per Radio geführt – doch im Augenblick sieht es so aus, als habe Pretoria die besseren Chancen.

Kein Düsseldorfer Tragi-Kommödchen

Wieder einmal hatte es, nicht ohne eigenes Verschulden, ein heftiges Gerangel um seine Nachfolge gegeben: Posser oder Rau, Halstenberg oder Farthmann? Damals feierte Heinz Kühn, dienstältester SPD-Ministerpräsident im bevölkerungsstärksten Bundesland, seinen 65.

Worte der Woche

"Diejenigen, die diese Provokation gemixt haben, den Explosivstoff gemixt haben, können sich heute nicht nur die Hände, sondern auch noch andere Körperteile reiben, weil es ihnen gelungen ist, die ganze Pseudo-Debatte hier zu beherrschen.

Hofieren eines Hilflosen

Wie zuvor in Moskau, Warschau und Ostberlin hat sich Herbert Wehner nun auch in Prag als Schutzpatron der Bonner Entspannungspolitik versucht.

Lustloser Dialog mit Ostberlin

Die innerdeutsche Szene bietet wieder das seit einigen Jahren vertraute Bild: Spannungen und Kooperationsbereitschaft in einem.

NDR kann nicht auf Sanierung hoffen

Es steht jetzt fest, daß Kiel den Vertrag der drei Länder Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen über die Errichtung des Norddeutschen Rundfunks (NDR) zu Ende 1980 kündigen wird.

Zum Frieden fehlt noch vieles

Der Schock ist überwunden, zu Sadat gibt es keine Alternative, aber die Skepsis dauert an" – so beschrieb ein versierter westlicher Beobachter die außenpolitische Gemütsverfassung der Saudis.

Kernfrage Kernenergie

Frankreich hilft dem Irak, in der Nähe von Bagdad ein atomares Forschungszentrum für zivile Zwecke zu bauen. Die Atomenergiebehörde in Wien hat dem Projekt zugestimmt, das auf 700 Millionen Mark geschätzt wird.

Nervenkrieg im Nahen Osten

Unter dem gemeinsamen Vorsitz der Außenminister Kaamel und Dayan trat am Dienstag die ägyptisch-israelische "Politische Kommission" zu ihrer mit Spannung erwarteten Eröffnungssitzung im Jerusalemer Hilton-Hotel zusammen.

Pseudo-Probleme gelöst?

Herbert Wehners Klage über die "Pseudo-Debatte", zu deren Sklaven man sich nicht machen dürfe, galt noch der Aufregung über die Folgen des im Spiegel veröffentlichten "Manifests" aus der DDR.

Friedensappell an Afrika

In einem dringenden Appell hat US-Präsident Carter die in den Ogaden-Krieg verwickelten Parteien Somalia und Äthiopien zu Verhandlungen aufgefordert.

Krieg am Kap Hoorn?

Argentinien und Chile streiten sich um drei kleine Inseln am südlichsten Zipfel Feuerlands – Grund genug für Buenos Aires, Kriegsschiffe zu entsenden, Truppen zu verlegen und "verdächtige Chilenen" zu verhaften.

Wahlsieg

Die Wahl zeigte einmal mehr, daß in Finnland nichts ohne Kekkonen geht, der seit 1956 ununterbrochen im Amt ist. In Moskau gilt er als Garant einer wohlwollenden Politik gegenüber der Sowjetunion, in Finnland ist er eine Institution: Kekkonen bedeutet Kontinuität, Sicherheit und Unabhängigkeit.

Was geschah in Stammheim wirklich?

Mit der "Minox" fing der Skandal an. Am späten Abend des 12. September 1977, eine Woche nach der Entführung Hanns-Martin Schleyers, verlangte der Häftling Andreas Baader plötzlich, hohe Gefängnisbeamte zu sprechen.

Angst vor Drogen und Kampfstoffen

Ein unerklärliches Rauschen will die Gefangene Irmgard Möller verspürt haben, ehe sie, wie sie behauptet, am Morgen des 18. Oktober 1977 bewußtlos wurde.

Urlaub verordnet

Der Kampf um die Wahl zur Bürgerschaft, wie das Landesparlament in Hamburg heißt, wird am 4. Juni entschieden. Vorerst findet er in Zimmer 151 des Rathauses statt.

Wie weit geht die Verteidigung?

Vor dem politischen Strafsenat des hanseatischen Oberlandesgerichts in Hamburg beginnt in dieser Woche ein Prozeß, der zu einem Stück Rechtsgeschichte werden könnte.

Fernseh-Zeit: So gut wie die Visage

Ganz glücklich sind offenbar beide Kanäle mit ihren Abend-Neuerungen nicht. Die "publikumsnahe" Information späterer Stunde hat noch nicht jene attraktive Gefälligkeit gefunden, die die Programmplaner ebenso wie die strapazierten Programmmacher aus ihrem in tausend Vorbereitungskonferenzen wortreich erkannten Widerspruch zwischen angestrengtem Geben und (so ist das nun einmal vor dem Bildschirm) häufig flüchtigem Nehmen hätte erlösen können.

Sind wir wieder Nazis?

Anfang des Jahres 1977 hatte Uwe Martin, der rührige und sympathische Leiter des Goethe-Instituts in Holland, den Schriftsteller Robert Jungk, mit dem einst die Zukunft schon begonnen hatte und dann heller strahlte als tausend Sonnen, zu einem Symposium über die "Kultur in der Bundesrepublik" eingeladen, das am 8.

Abschied vom Dampfroß

Nun ist es also vorbei: Der endgültig letzte Zug, gezogen von einer Dampflok der Deutschen Bundesbahn, ist abgefahren. Das Dampfroß hat ausgedient, der effizientere Diesel- oder Elektromotor hat das Rennen gemacht: mehr Schnelligkeit, weniger Romantik.

Klatsch und Geschäft – ganz oben

Nicht jeder britische Industriezweig, wie man weiß, floriert derzeit. Einem aber geht es blendend: der Produktion von Ministerliteratur, genauer gesagt, der Salve von Büchern, mit denen ehemalige Inhaber solcher Ämter sich einen leidlich komfortablen Lebensstil ermöglichen.

Ein schlechtes gutes Beispiel

Die vielgescholtenen Opec-Staaten haben der Welt gleich in zweifacher Hinsicht ein gutes und zugleich schlechtes Beispiel geliefert.

Bonner Kulisse

Mit seinem Ausscheiden aus dem Vorstand der Westdeutschen Landesbank hat Ludwig Poullain den Weg auch zu einigen anderen hübschen Posten freigemacht – etwa den an die Spitze der "Gemeinschaft zum Schutz der deutschen Sparer".

Hungrig hin, durstig zurück

Irgendein Wesen mit hoher Sensibilität für die Bedürfnisse der sonst ja Kartelle und Monopole geradezu verabscheuenden Fluggesellschaften hat es so gefügt.

Sonntags nie

Streiks in Frankreich, so heißt es immer wieder aus gutem Grund, sind ganz überwiegend politische Streiks. Doch der Konflikt beim Reifenproduzenten Michelin, von dem hier die Rede sein soll, war so ziemlich der unpolitischste, den man sich denken kann – und dabei doch typisch französisch.

Lambsdorffs Reparatur

Der neue Wirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff möchte sich mit einer Kartellnovelle profilieren. Der Referentenentwurf zur Änderung des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen, der seit längerem in Bonner Schubladen lag, wird nun forciert auf den Weg der Gesetzgebung gebracht.

Vernunft verkauft sich schlecht

Liegt es am Preis? Liegt es am Aussehen? Oder ist die Konjunktur schuld? Detroits Autohersteller rätseln, warum die Amerikaner seit Mitte November weniger Autos kaufen als ein Jahr zuvor.

Mehr Geld nach zehn Jahren

Chinas fleißige blaue Ameisen erhalten eine Lohnerhöhung – zum erstenmal seit zehn Jahren. Vierzehn Tage vor dem traditionellen Frühlingsfest am 7.

Sieben Millionen für den Abend

Zwei Jahre lang suchte er nach einem passenden Interessenten, nun hat er ihn gefunden. Nächste Woche, so wissen eingeweihte Frankfurter Bankkreise, wird Hans Sonnenfeld, Verleger des Westberliner Boulevardblattes "Der Abend", seine Zeitung verkaufen.

Abkehr vom Stahlkonzept

The Budd ist nicht der englische Titel des neuen Grass-Romans, gleichwohl jedoch ein dicker Fisch. Er hängt an der Angel der Thyssen AG und heißt mit vollem Namen The Budd Company und sitzt in Troy im amerikanischen Bundesstaat Michigan.

Steuern sparen

"Steuern, die Vermögen werden?" von Steuerberater Hans Gunnar Fleischmann, Rechtsanwalt Helmut W. Röschinger und Betriebswirt Hans-Dieter Meyerhoff; Verlag Moderne Industrie, München; fünfte und aktualisierte Auflage, 385 Seiten, 36 Mark.

Firmen und Fakten

Während die Deutsche Shell trotz Millionengewinnen aus deutschen Öl- und Gasquellen für 1977 mit einem Verlust von 50 Millionen Mark ihr schlechtestes Ergebnis erzielt, konnte BP-Chef Hellmuth Buddenberg, der über keine "wind-fall-profits" aus deutschen Quellen verfügt.

Zeitraffer

Abwarten, heißt die Devise. Bundesfinanzminister Hans Apel gab sie in diesen Tagen aus und betonte: "Alles, was getan werden konnte, wurde bereits beschlossen.

Buch der Woche

In seinem nun schon zum 11. Male erscheinenden Wegweiser geht der Autor, Finanzredakteur der Frankfurter Allgemeinen in Zürich, davon aus, daß den Kapitalanlegern in diesem Jahr ein "Wirtschafts-Terror von Links" und ein "Dollar-Terror" von jenseits des Ozeans zu schaffen machen werden.

Manager und Märkte

Von den Frankfurter Banken ist die Bank für Gemeinwirtschaft "dem Himmel am nächsten", spottete im vergangenen Jahr August von Finck über den Höhenrausch bei Verwaltungsgebäuden.

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