DIE ZEIT

Moskaus Walstatt?

Sind die Sowjets und ihre kubanischen Reisläufer zum Kampf um die Vorherrschaft in Afrika angetreten? Somalias Staatschef Siad Barre behauptet es.

Gestern las sich’s anders

Der einzelne neigt dazu, Mißstände erst dann besorgniserregend zu finden,/wenn er persönlich betroffen wird. Völker reagieren nicht viel anders.

Des Kanzlers radikale Kur

Der Kanzler und sein Kabinettsregiment sind erst einmal aus den Hiobs-Schlagzeilen heraus. Die Rigorosität des Ministerschubs, das beherzte Werk Helmut Schmidts binnen 24 Stunden, hat die heraufdräuende Krise ausgelöscht.

Bessere Europäer

Die an Unbeweglichkeit und innerem Unfrieden krankende Europäische Gemeinschaft konnte in der vergangenen Woche einen wichtigen Erfolg buchen: Das zwischen den Neun und der Volksrepublik China paraphierte Handelsabkommen markiert einen Durchbruch.

Da hilft nur pfeifen im Dunkeln

Wenn es nach dem Wunsche mancher Genossen ginge, müßte Hans Apel wie der Engel mit dem Flammenschwert auf der Bonner Hardthöhe erscheinen, um den Mächten konspirativer Finsternis und politischer Dummheit, denen Georg Leber zum Opfer gefallen ist, einen vernichtenden Schlag zu versetzen.

Zeitspiegel

Ausländische Studenten in Großbritannien sollen künftig mehr bezahlen. In einer von der britischen Regierung beauftragten Untersuchung, die im Frühjahr veröffentlicht werden soll, wird eine wesentliche Anhebung der Studiengebühren für Ausländer gefordert.

Der Kanzler und sein Kabinett

Das Licht aus dem Park macht die düstere Mooreiche im Kabinettssaal ein bißchen fröhlicher. Für Farbe sorgen Gemälde von Franz Marc, Wassily Kandinsky, vor allem aber August Mackes monumentales "Orientalisches Märchen": Dekoration für ein Arbeitskabinett.

Wolf gang Ebert: Ohrenschmaus

Ich weiß ja, daß man so was eigentlich nicht tut – aber gestern habe ich ein bißchen die Verfassung gebrochen. Wenn der MAD allerdings nicht einmal davor zurückschreckt, Journalisten abzuhören, dann dürfen wir doch wohl in Dreiteufelsnamen mal den Spieß umdrehen und den MAD abhören.

Bonns tolle Tage: Ende um Mitternacht

War was? Eine Woche nach dem Beben am Bonner Kabinettstisch, bei dem es für Augenblicke! so aussah, als könne das gesamte sozial-liberale Regierungsgebäude einstürzen, bewegt sich die Politik wieder auf festgefügtem Boden: Der Kanzler hat die üblichen deutsch-französischen Konsultationen absolviert, er trifft sich mit Anwar Al-Sadat, das Bonner Bündnis beugt sich wieder seufzend über die sperrigen Pläne zur Rentensanierung und bereitet sich auf die Entscheidung über die Antiterrorgesetze vor.

Großreinemachen in der Firma

Jimmy Carter hat ein hehres Wahlkampfversprechen zumindest auf dem Papier verwirklicht – das Großreinemachen bei Amerikas Geheimdiensten.

Israel – Bundesrepublik: Bonn in der Schußlinie

Die Franzosen sind fein raus. Bei dem jetzt bekannt gewordenen Waffengeschäft der deutsch-französischen Koproduktionsgesellschaft Euromissile mit Syrien hat nur Bonn israelische Prügel bezogen.

"Ein langer Weg zum Frieden"

Die zweitägige Klausur, zu der sich der amerikanische und der ägyptische Präsident am Wochenende nach Camp David in die verschneiten Berge Marylands begeben hatten, haben den festgefahrenen Karren der israelischägyptischen Friedensverhandlungen nicht flottmachen können.

Hua hofft auf Frieden

Das "Jahr des Pferdes" ließ sich gut an: mit Feuerwerk und Drachentänzen, mit gutem Essen und freien Tagen. Noch nie seit den turbulenten Tagen der Kulturrevolution haben die Chinesen ihr Neujahrs- und Frühlingsfest so gelöst und zuversichtlich gefeiert wie diesmal.

Vernunft statt Emotion

Kurioser Zufall, glücklicher Umstand oder geschickte Regie? Innerhalb weniger Tage machte die Spitze der deutschen Sozialdemokratie Paris ihre Aufwartung: Willy Brandt konferierte mit Sozialistenführer François Mitterrand, Helmut Schmidt diskutierte mit Staatspräsident Valéry Giscard d’Estaing.

Die KPF und die Deutschen

Jean Kanapa, außenpolitischer Sprecher im Politbüro der französischen KP, gilt als scharfer Kritiker der Bundesrepublik. Es folgen Auszüge aus einem Interview mit der Frankfurter Rundschau vom 4.

Karnevals-Erkenntnisse

Von der Stadt Wuppertal hatten die Bonner Journalisten ein Kleidungsstück erhalten, das im Ernstfall sehr nützlich gewesen wäre.

Enttäuschung in West-Berlin

Im Rathaus Schöneberg wird Enttäuschung spürbar. Die vage Hoffnung, daß der Emissär des Bundeskanzlers bei seinen Gesprächen mit hohen DDR-Funktionären mehr erreichen würden als nur ein entspanntes Verhältnis zwischen den Gesprächspartnern selbst, ist verflogen.

Kernfrage Kernenergie

Die DDR hat Bedenken gegen die geplante Atommülldeponie und Aufbereitungsanlage bei Gorleben angemeldet; der Standort verlagere nahezu das gesamte Risiko auf die Bevölkerung der DDR.

Hanois Friedensoffensive

Der vietnamesische Plan sieht die sofortige Feuereinstellung, Aufnahme von Friedensverhandlungen, Errichtung einer 10 Kilometer breiten, entmilitarisierten Pufferzone entlang der Grenze sowie eine internationale Kontrolle des Waffenstillstands an der Grenze vor.

Notstands-Pakt?

Mit der Trägheit eines Uhrzeigers, der vorrückt, ohne daß man seiner Bewegung gewahr wird, lenkt der Christdemokrat Andreotti die vielleicht gefährlichste aller bisherigen italienischen Regierungskrisen vom toten Geleise.

Carrillo in der Zwickmühle

Publicity ist Santiago Carrillo, dem wendigen und pfiffigen Chef der spanischen Kommunisten, eigentlich immer genehm gewesen.

Widerstand aus Gehorsam

Es besteht weithin der Eindruck, als finde die überwiegende Mehrheit der westdeutschen Bevölkerung, insbesondere die junge Generation, kein inneres Verhältnis zum deutschen Widerstand gegen Hitler.

"Es war sehr schön..."

Speidel war Offizier im kaiserlichen Heer, in der Weimarer Reichswehr, in der Hitlerschen Wehrmacht und in der Bundeswehr. Er müßte eigentlich wie kaum ein anderer in der Lage sein, die inneren Wandlungen zu beschreiben, die sich unter der Oberfläche gewahrte" Traditionen in den vier deutschen Armeen vollzogen, die atmosphärischen Verschiedenheiten, die militärischen Auswirkungen politischer und gesellschaftlichen Umbrüche; aber darüber schweigt er sich aus.

Kampf am Horn

Nach Angola haben die Sowjets zum zweitenmal begonnen, in Afrika die Grenzen der Ost-West-Entspannung zu erproben. Der neue Schauplatz: das sogenannte Horn von Afrika, jenes Dreiländereck am Ausgang des Roten Meeres, wo die Grenzen von Somalia und Äthiopien, aber auch die von Djibouti umstritten sind.

Ein fairer Marxist

Die meisten der 25 Aufsätze über Revolutionäre sind zuerst in den sechziger Jahren erschienen, viele von ihnen nehmen Bücher zum Anlaß, die zum Teil schon überholt sind.

Ferenc Sos schweigt

Ferenc Sos, vor dem Schwurgericht des Landgerichts Braunschweig angeklagt, am 19. Januar 1977 in Braunschweig-Mascherode den Volksbank-Direktor Wolfgang Kraemer, dessen Ehefrau Brigitte und drei Kinder ermordet zu haben (DIE ZEIT Nr.

Filbinger schlägt zu

Daß auch mit trockenem und bisher blassem Steuerrecht handfeste Politik gemacht werden kann, zeigte das Finanzamt Freiburg I den Bürgerinitiativen am Oberrhein, Einer von ihnen, die sich als e.

Wer ist ein Kommunist?

Die Schelte kam aus berufenem Munde. über eine Stunde währte schon das "Plädoyer für die rechts- und sozialstaatliche Demokratie", das der Bundesverfassungsrichter Helmut Simon vor der Evangelischen Akademie Tutzing ablegte.

Medienmacht

Welche Macht Boulevard-Zeitungen über ihre Leser haben, das zeigte sich in diesen Tagen beim Thema "Quecksilber-Orangen". Nicht nur der Verkauf der Früchte ging schlagartig zurück, einige Bundesbürger mußten sich gar übergeben, nachdem sie Orangen gegessen hatten und sich nun vergiftet glaubten.

"Ihnen ist eben alles zuzutrauen"

Der Bundespräsident mahnte kürzlich die Terroristen zur Umkehr und versprach ihnen "rechtsstaatliche Behandlung"............

Museum oder Musikdampfer?

Stimme aus dem Bordlautsprecher: "Meine Damen und Herren, wir begrüßen Sie recht herzlich zu unserer Kaffeefahrt von Cuxhaven nach Helgoland und wünschen Ihnen ein paar vergnügliche Stunden an Bord der ‚Otto Hahn‘.

Gewinn und Ware

• In Betracht kommen die Gründung öffentlich-rechtlicher Konkurrenzunternehmen zu bestehenden Monopolen, die Förderung anderer Eigentumsformen wie demokratisch kontrollierte Stiftungen und Genossenschaften, aber auch die Überführung von Unternehmen mit marktbeherrschender Stellung in Gemeineigentum (Artikel 15 Grundgesetz).

Streit der Lok-Führer

Es ist schon ein Glück, daß die New York Times nicht gleich ein Kanonenboot über den Atlantik schicken will, um die Bundesrepublik zur Räson zu bringen.

Drückeberger und stille Reserve

Wer empfindet es eigentlich noch als Schock, wenn in den abendlichen Nachrichten berichtet wird, daß die Zahl der Arbeitslosen im Januar um mehr als elf Prozent auf 1,21 Millionen gestiegen ist? Haben wir uns bereits an solche Zahlen gewöhnt, oder trösten wir uns damit, daß es bei genauem Hinsehen so schlimm doch wieder nicht ist? In der Tat: Es ist die geringste Zunahme von Dezember auf Januar seit fünf Jahren; es sind mehr saisonale als konjunkturelle Gründe, die zu diesem Sprung nach oben geführt haben; die Zahl der offenen Stellen ist fast ebenso stark gewachsen.

Bonner Kulisse

Marie Schlei, bis zur Ernennung ihres Nachfolgers Rainer Offergeld noch amtierende Entwicklungsministerin, hat in all ihrem Unglück doch noch etwas Glück.

Spannendes Spiel

Bislang glaubten wir zu wissen, was ein Kompromiß ist. Doch nun schleichen sich zweifel ein. Da erklären die Arbeitgeber in Nordrhein-Westfalen die Lohn Verhandlungen für gescheitert, weil die IG Metall nicht komprcmißbereit sei.

Aktion Buddenberg

Öl ist ein schlüpfriges Produkt. Wer damit umgeht, muß auf Überraschungen gefaßt sein. Das gilt sicher auch für den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen BP, Hellmuth Buddenberg, der einen Schritt angekündigt hat, den die Branche zwar seit Jahren für dringend notwendig hält, vor dem sie aber letztlich zurückschreckte: eine drastische Heraufsetzung des Benzinpreises.

Das große Zittern

Nun haben sie doch kalte Füße bekommen, die Börsianer, Bankiers und Geldanleger jeglicher Größenordnung. Erst ließen sie den französischen Franc in den Keller rutschen, dann versetzten sie auch den Aktienkursen einen gehörigen Schlag.

Lähmender Neid

Rivalität zwischen Gewerkschaften und Lohneifersucht zwischen Gruppen von Arbeitern ist eine britische Spezialität. 1152 Beschäftigte der Werft Swan Hunter in Newcastle-on-Tyne müssen nun den Preis für das Gerangel zahlen.

Verzicht schafft Arbeitsplätze

Alfred Krause, Vorsitzender des Deutschen Beamtenbundes, präsentiert an diesem Freitag seine Vorstellungen zur Besoldungsverbesserung der Beamten im öffentlichen Dienst.

Brüssler Spitzen

Die 500. Tagung des Ministerrats der Europäischen Gemeinschaft – gezählt seit der Fusion der drei Gemeinschaften EWG, Euratom und Montanunion im Jahre 1967 –, die am Dienstag in der Besetzung der Außenminister abgehalten wurde, war wie so viele Ratstagungen der letzten Zeit: ohne Höhepunkte, langweilig, farblos und vor allem früh zu Ende.

Der Linke, der ein Pragmatiker wurde

Wie will der linke Matthöfer denn mit dem Wirtschaftsminister Graf Lambsdorff klarkommen", fragte sich Oppositionsführer Helmut Kohl, und nörgelte weiter: "Matthöfer ist kein Zugpferd, das vor die Kutsche gespannt werden kann, um den deutschen Unternehmern wieder mehr Vertrauen einzuflößen.

Teurer als Kreisky

Viele halten es für einen neuen genialen Schachzug des (roten) Bundeskanzlers Bruno Kreisky: Er hat Stephan Koren, bis dahin Klubobmann (Fraktionsvorsitzender) der (schwarzen) österreichischen Volkspartei (ÖVP) und wirtschaftspolitischer Sprecher der Opposition, zum neuen Präsidenten der österreichischen Nationalbank ernannt.

Buch der Woche

Mit der Weiterentwicklung der Psychologie waren neue Anweisungen für das Verhalten von Managern fällig. Die Jahre, in denen für Chefs das Gebot galt, Freunde zu gewinnen und auf diese Weise Mitarbeiter zu beeinflussen, sind vorbei, wenn man den Verfassern folgt.

Die Chancen sind gering

Schneider: Die Chancen dafür erscheinen in diesem Ausmaß zum jetzigen Zeitpunkt gering, obwohl der Wunsch nach einer besseren Erlössituation verständlich ist.

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