Kollegengespräch in einem Frankfurter Reisebüro: "Hilf mir doch bitte mal. Wo ist denn der Sankt-Gotthard-Tunnel?" – "Der Gotthard-Tunnel? Der ist doch bei Chiasso, oder? Nein, der geht durch den Lötschberg, glaube ich."

"Millionen Menschen werden immer wieder in alle Gebiete der Erde reisen. Dazu brauchen sie Mittler und Berater: den Reiseverkehrskaufmann. Ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf: interessant, vielseitig, zukunftssicher." Aus einer gemeinsamen Werbebroschüre des Deutschen Reisebüro-Verbands und des Verbands Deutscher Kur- und Fremdenverkehrsfachleute.

Das kürzeste Kundengespräch während unseres Versuchs fand in Mainz statt, wo der Expedient (lat. – auf Deutsch "Abfertiger") in knapp sieben Minuten seine Beratung für die Kanarischen Inseln, Deutschland im Herbst ("Da kann ich jetzt noch nichts zu sagen") und die Amerika-Reise ("Das finden Sie alles im Katalog") abwickelte. In dieser Zeit berechnete er die Kosten für 14 Tage beim "Topziel der Welt", nämlich Gran Canaria, wobei er den falschen Saisonzuschlag zugrunde legte. Dann erläuterte der Fachmann den Unterschied zwischen Hotel und Apartment: "Hotels sind teurer"; schließlich verkündete er, für ABC-Flüge müsse man sich sechzig Tage vor Abflug anmelden. Drei Fehler in Rekordzeit. Rat zum Abschied:"Lesen Sie das erstmal, ehe Sie wieder herkommen."

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Wesentlich mehr Zeit nahm die Beratung im Hauptquartier des größten einschlägigen Unternehmens in Anspruch. Sie war fehlerfrei: Nachdem der Interessent 35 Minuten ergeben dem herzlichen Privatgespräch der Beraterin mit einer freundlichen alten Dame gelauscht hatte, verließ er das Reisebüro.

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"... darf Sie nochmals sehr höflich bitten, daß in Zukunft nach Möglichkeit mehr Mitglieder an den vom Deutschen Reisebüro-Verband angebotenen Aktivitäten im Bereich der Berufsausbildung und Fortbildung teilnehmen." Der Reisebüro-Inhaber Robert Rix vor dem Verbandstag seiner Branche.