Ärgerlich

„A Star is born“ von Frank Pierson. Die tragische Romanze aus dem Hollywood-Milieu war ein so schönes, tränenreiches Melodram, daß nach George Cukors „What Prize Hollywood?“ von 1932 noch zwei Remakes folgten: von William Wellman 1937 (mit Janet Gaynor und Frederic March) und nochmals von Cukor 1954 (mit Judy Garland und James Mason). In diesem vierten Versuch (mit Barbra Streisand und Kris Kristofferson), der das Hollywood-Melodram ins Rock-Milieu verlegt, geht es allerdings nicht um die Geburt eines Stars, sondern ausschließlich um die Apotheose des Stars Barbra Streisand. Alle. Schlüsselpositionen sind fest in Barbras Hand: Produktionsleitung (ihr langjähriger Freund Jon Peters produzierte), Musikkonzeptionen und im Grunde auch die Regie („A Star is born“ ist Frank Piersons erster Film). Und noch im Nachspann heißt es: „Miss Streisands clothes from ... her closet.“ Ihren Co-Star Kris Kristofferson degradiert Miss Streisand zum simplen Stichwort-Geber. Und sie tut auch ihr möglichstes, mit bombastischen Dekors, Dialogen und Kostümen ihre unleugbare Präsenz als „Performer“ zu erschlagen. „A Star is born“ ist ein überlebensgroßer Ego-Trip: Narzismus mit selbstzerstörerischen Zügen. Helmut W. Banz

„Die Standarte“ von Ottokar Runze, dem man nach „Verlorenes Leben“ mehr zugetraut hätte als ein enervierend unbeholfen inszeniertes Kostüm-Spektakel. Nach dem gleichnamigen Roman von Alexander Lernet-Holenia erzählt er in flachen, fahrigen Bildern die Geschichte eines jungen Fähnrichs, der k.u.k. Armee, der 1918 den Untergang der alten Ordnung erlebt. Dennoch kämpft er sich mit der Standarte seines Regiments bis nach Wien durch. Wo es Runze offensichtlich darum ging, Kadaver-Gehorsam, Offiziers-Arroganz und den Mißbrauch von jugendlichem Idealismus zu denunzieren, machen sich Regie-Fehler (Schlachtszenen aus schlecht geschnittenen Großaufnahmen), schauspielerische und kamera-tecnische Mängel so penetrant bemerkbar, daß die kritischen Intentionen der Unternehmung völlig untergehen. Da hilft auch der Einsatz internationaler Stars (Simon Ward, Peter Cushing) nichts mehr. Hans C. Blumenberg

Empfehlenswerte Filme

„Servus Bayern“ von Herbert Achternbusch. „California Split“ von Robert Altman. „Der Mann, der niemals aufgibt“ von Clint Eastwood. „Malpertins“ von Harry Kümel. „Zandys Braut“ von Jan Troell.