DIE ZEIT

Zankapfel Berlin

Kontakte zwischen dem Regierenden Bürgermeister in West-Berlin und dem sowjetischen Botschafter in Ost-Berlin sind eine normale Sache.

Langer Marsch zur Weltmacht

China ist wieder auf dem Langen Marsch. Der erste, unter dem Vorsitzenden Mao Tsetung, endete fünfzehn Jahre später mit dem Sieg des Kommunismus.

Indiras Rückkehr

Wahlen belohnen nicht Tugend, sondern wirksame Interessenvertretung: Fall und Wiederaufstieg der Indira Gandhi beweisen dies ein weiteres Mal.

Roßtäuscher Staat

Wenn der Staat Geld braucht, ist er nicht zimperlich auf der Suche nach neuen Einnahmequellen. Seine Skrupel schwinden im gleichen Maße, wie seine finanziellen Nöte zunehmen.

Konservative Revolution

Auch wer dialektische Sprüche liebt, wundert sich über den jüngsten Salto des italienischenKommunistenchefs Berlinguer: In Turin forderte er eine zugleich "konservative undrevölutionäre Politik".

Zeitspiegel

Die British Gas Corporation hat unerwartete Probleme. Um verflüssigtes – also tiefgekühltes – Gas billig und sicher zu lagern, hat sie auf Canvey Island/Essex vier unterirdische Tanks in Form von Kavernen gebohrt.

Worte der Woche

"Die Bundesrepublik kann jedoch angesichts ihres begrenzten Gewichts und ihrer eigenen starken Abhängigkeit von der Wirtschaftsentwicklung in den westeuropäischen Ländern nicht allein die Wachstumsperspektiven in Westeuropa entscheidend verändern.

Stammheimer Schlußbilanz: Wer waren die Verantwortlichen?

Nicht immer enden parlamentarische Untersuchungsausschüsse wie das Hornberger Schießen. Der Ausschuß "Vorfälle in der Vollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim", den der baden-württembergische Landtag nach dem Tod der Terroristen Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe eingesetzt hatte, darf sich nach viermonatiger Arbeit mit seinem Ergebnis sehen lassen.

Viel Kabale, wenig Liebe

Der Auftritt war bühnenreif.................................................................................................

Noch gähnt der Abgrund

Lernt die sozialdemokratische Bundestagsfraktion aus ihren jüngsten Erfahrungen? Noch sind die Haarrisse nicht gekittet, die sie durchziehen, seit ihr zum wiederholten Mal Geschlossenheit abhanden gekommen ist.

Justiz: Richterspruch per Rundfunk

Befangen zu sein, ist eine sehr menschliche Eigenschaft. Man fühlt sich einer Sache sicher, ihr zugeneigt oder abgeneigt, noch ehe man sie richtig geprüft hat; ein jeder unterliegt dieser Versuchung.

Atomrüstung: Keiner ganz dafür, keiner ganz dagegen

Die Neutronenwaffe, so lautet der Befund des amerikanischen Verteidigungsministers Harold Brown, ist weder ein Allheilmittel noch ein besonderer Anlaß, alarmiert zu sein, sondern eine nützliche Ergänzung des westlichen taktisch-nuklearen Verteidigungspotentials.

Wolf gang Ebert: Das Neut und die Leut’

Eine gute Nachricht für alle Freunde der Neutronenbombe: Sie ist wieder da! Monatelang war sie aus den Schlagzeilen verschwunden, und mancher mag sich besorgt gefragt haben, ob ihr etwas passiert sei.

BONNER BÜHNE:: "Organisierte Kampagne"

Die Welt der Politik wird von Franz Josef Strauß immer häufiger mit Verschwörungstheorien erklärt. Jüngst war es das JET-Projekt, das die Regierung den Briten in die Hände gespielt haben soll – hinter seinem Rücken und dem der Nation.

Hoffen auf Kamerad François

Dieser Mann ist ein Profi. Im Einkaufszentrum Galaxie an der Pariser Place d’Italie fliegen dem Sozialistenführer François Mitterrand plötzlich Eier an den Kopf.

Schottland: Ein Fehlstart

Nach der dritten Lesung des Schottland-Gesetzes im britischen Unterhaus soll es künftig ein Regionalparlament in Edinburgh geben und begrenzte Selbstverwaltung.

Rote Armee: Das Regiment von nebenan

Der 60. Jahrestag der Roten Armee wird in der DDR nicht minder aufwendig gefeiert als im Mutterland der Sowjetsoldaten. Es gab Freundschaftstreffen und Grußadressen, Gefechtsübungen und Schießvorführungen, Festveranstaltungen und Kranzniederlegungen.

Seelsorge mit Galgenfrist

In der Wiesbadener Staatskanzlei ging alles seinen ordnungsgemäßen Gang: Der Brief mit dem Absender "Evangelischer Arbeitskreis und Gottesdienstvorbereitungsgruppe" an den Ministerpräsidenten Holger Börner, die Seelsorge in der Justizvollzugsanstalt Frankfurt I betreffend, wurde registriert, der Eingang dem Schreiber bestätigt und ihm mitgeteilt, daß die Angelegenheit zuständigkeitshalber an das Justizressort weitergeleitet wurde.

Nutzloses Monster

Aufstieg und Fall der Atomenergie liegen zwischen zwei winzigen Dörfern an der Isar – nur einen kurzen Spaziergang auseinander.

"Das ging wie am Schnürchen"

Die Stadt der Wohlhabenden und Wohlanständigen zeigt kein anderes Gesicht in diesen Tagen. Warum auch? Die Menschen sind dieselben geblieben.

Lebenslänglich registriert

Der Berufsverband Deutscher Nervenärzte wehrt sich heftig gegen den Entwurf des neuen Bundesmeldegesetzes. Der Bonner Entwurf, sagen sie, gefährde alle Bemühungen um eine bessere psychiatrische Versorgung in der Bundesrepublik.

Lehrstück vom mangelnden Mut

Man könnte dieses schmalbrüstige Bändchen getrost übergehen, wäre der Autor nicht Christiaan Barnard, der Herzverpflanzer, einer der großen Zauberlehrlinge dieser Epoche.

Wo nur noch Gewalt hilft?

Dieses Buch sei allen zur Lektüre empfohlen, die sich immer wieder mit dem Argument zu Worte melden: "Alles, was wir von unseren Freunden aus Südafrika hören, ist, daß dort Ruhe herrscht und Ordnung.

Reichlich viel auf einmal

Wer es vor einigen Wochen gewagt hat, sich an einer Prognose der wirtschaftlichen Entwicklung 1978 zu versuchen, der darf sich jetzt schon darauf vorbereiten, am Ende des Jahres dafür Schimpf und Schande zu ernten.

Nichts geht mehr...

Helmut Horn, Präsident des Stuttgarter Oberlandesgerichts, war am letzten Freitag völlig überrascht. Kaum lag in der Schlichtungsverhandlung über die Metallarbeiterlöhne sein Einigungsvorschlag auf dem Tisch, da war er auch schon nicht mehr wert als das Papier, auf dem er geschrieben war.

Bonner Kulisse

Der ehemaligeEntwicklungspolitiker Hans Matthöfer steht nach fast vier Jahren unbeschwerter Ausgabenpolitik im Amt des Forschungsministers nun vor seiner ersten schweren Entscheidung als Finanzminister.

Betschemel-Ideologie

Selten hat ein Urteil des Bundesgerichtshofes zu einem Kartenteil so die Gemüter bewegt wie die Untersagung des Zusammenschlusses der Sachs AG mit dem britischen Konzern Guest, Keen und Nettlefolds Ltd (GKN).

Heiligenschein

Legt man das Neue Testament als Maßstab an, dann hat Jimmy Carter in G. William Miller einen besonders qualifizierten Nachfolger für Zentralbankchef Burns gefunden.

Lorbeer für Carter

Jimmy Carter hat die Feuertaufe hinter sich. Die amerikanische Bergleute-Gewerkschaft und die US-Kohleindustrie einigten sich unter dem Druck des Weißen Hauses auf einen neuen Tarifvertrag.

Beklemmender Stau

Könnten alle Investitionen, die derzeit in der Bundesrepublik durch Gerichtsverfahren, den Druck von Bürgerinitiativen oder wegen übermäßig langer Genehmigungs- und Planungsstellenverfahren blockiert werden, zügig abgewickelt werden – die Bundesregierung wäre den größten Teil ihrer konjunkturpolitischen Sorgen los.

Fremde im Kibbuz

Als Yigal Alon, Außenminister des Staates Israel, Mitte Mai letzten Jahres seinen Job in Jerusalem verlor, brauchte er sich zumindest um seinen künftigen Lebensunterhalt keine Sorgen zu machen.

Gänsemarsch in die Pleite

Der 40. Geburtstag wurde für Klaus Böhme zur Trauerfeier. Selbst nach einigen Drinks fand er nur mühsam seinen Lebensmut zurück; denn drei Tage vorher hat der geschäftsführende Gesellschafter der Körting Radio Werke GmbH in Grassau im Chiemgau für das Familienunternehmen mit seinen rund 1300 Beschäftigten den Vergleich anmelden müssen.

"Wo gibt es denn das Geld?"

Die erste Gläubigerversammlung der zusammengebrochenen Reederei Schulte & Bruns geriet zur Posse

Spesen sparen bei Investmentfonds

Der Eintritt in einen Investment-Fonds ist nicht billig. Die Ausgabenspesen reichen von 2,91 Prozent bis zu 8,50 Prozent des anzulegenden Betrages.

Börsen-Report: Die Nervosität nimmt zu

Um die Monatswende wuchs in den Börsensälen die Meinung, aufgelaufene Kursgewinne zunächst einmal sicherzustellen. Die Gründe für die wachsende Nervosität liegen auf der Hand.

Firmen und Fakten

Daß die Senkung der Bardividende von der Gewinnentwicklung nicht zwingend notwendig war, ergibt sich aus der auf 10 (5,8) Millionen Mark erhöhten Rücklagenzuführung.

Fest in Männer-Hand

Mit immer neuen Themenmischungen versuchen Verlagsmanager Leserinnen zu ködern

Steinig ist der Weg nach oben

Keine Laufbahn schreibt vor, wie einer dahin gelangt, kein Berufsbild sagt aus, was da geschieht und gearbeitet werden muß, kein Examen öffnet die Pforte zum Aufstieg in die lichten Höhen politischer Macht, welche die Tüchtigsten in diesem Metier zu erklimmen vermögen: Parteifunktionäre werden nicht gezüchtet, noch nicht.

Der Kanzler muß umdenken

Bei gleichbleibender Fallgeschwindigkeit des Dollars wird sein Kurs in dieser Woche unter zwei Mark fallen. Die Schallmauer, von der so viel die Rede ist, hat in Wirklichkeit eher psychologische als faktische Bedeutung.

Das Loch in der Kasse

Wiens Finanzminister Hannes Androsch sorgte mit einem Interview in der Alpenrepublik für Aufsehen. Er habe dem übermächtigen deutschen Handelspartner mit Gegenmaßnahmen gedroht, falls sich Bonn nicht besinne und dafür sorge, daß die Importe aus Österreich zunehmen, hieß es.

Spielkasino für ein paar Wochen

Wundersames geschieht zur Zeit an der Pariser Börse. Während der Kurs des französischen Franc vor allem gegenüber dem Schweizer Franken und der Deutschen Mark Reiter schwach bleibt, klettern überraschend die Aktienkurse.

Die Krankengeschichte des Dollar

1931 London wertet das Pfund – seit den Napoleonischen Kriegen internationales Zahlungsmittel und die Währung, in der Regierungen und Geschäftsleute ihre Reserven hielten – ab und löst die Verbindung zum Gold.

Einsatz auf St. Pauli

An einem Vormittag im Oktober vergangenen Jahres drangen mehrere Männer in Jeans und Lederjacken in die Commerzbank-Filiale auf der Hamburger Reeperbahn ein.

Brüsseler Spitzen

Claude Cheysson, Mitglied der Europäischen Kommission in Brüssel, eilte dieser Tage nach Washington. Dort will sich der für die Entwicklungspolitik der EG zuständige Franzose darüber informieren, wie es die Amerikaner bei ihrer Entwicklungspolitik mit den Menschenrechten halten.

Lohnopfer für Arbeitsplätze

Bisher war es nur ein pauschales Rezept gegen Arbeitslosigkeit, mit dem Gewerkschaften kokettierten. Jetzt wird das Thema durch die Stahlkrise in Holland akut: Die Sicherung von Arbeitsplätzen durch Arbeitszeitverkürzung.

+ Weitere Artikel anzeigen