Feuilleton

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DIE ZEIT

Ein Polizei-Desaster

Ein größeres Desaster hätte es für unsere Polizei kaum geben können als bei der Suche nach dem entführten Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer.

Wende in Rhodesien

Nun ist also der Vertrag zwischen Rhodesiens weißem Ministerpräsidenten und den drei schwarzen Nationalistenführern tatsächlich unterschrieben: Am 31.

Aus Angst in die falsche Richtung

Eine Angst, die so alt ist wie das industrielle Zeitalter, in dem wir leben, entwickelt sich zu einer der wichtigsten Streitfragen der deutschen Innenpolitik: die Angst der Arbeiter und Angestellten vor dem Verlust des Arbeitsplatzes.

"Man kriegt ja nicht einen Tag Lehrzeit"

Noch hängt kein Bild von Hans Apel in den Amtsstuben. Die Photos vom neuen Verteidigungsminister sind gemacht, ein Druckereizug der Bundeswehr legt einige tausend auf Stapel.

Zeitspiegel

Fünfjährige sind – nach Meinung der Ostsee-Zeitung aus Rostock – reif für die "Erziehung zur Verteidigungsbereitschaft". Denn: "Zur Welt und Umwelt des Kindes gehört auch unsere Nationale Volksarmee.

Worte der Woche

"Niemand denkt daran, auf den Direktionsetagen die Gehälter zu kürzen, wenn dort eine Klimaanlage eingebaut wird. Aber die Arbeitnehmer sollen mit Lohnverzicht und Herabstufung dafür zahlen, wenn an ihrem Arbeitsplatz der Lärm etwas geringer wird.

Kippt Frankreich am Sonntag nach links?

Am Abend des 19. Mai 1974 wehte durch die Straßen von Paris ein erster Frühlingshauch. Valéry Giscard d’Estaing, gerade mit knapper Mehrheit zum Staatspräsidenten von Frankreich gewählt, gab seine erste offizielle Erklärung ab: "Ich weiß, daß an diesem Tag eine neue Epoche französischer Politik beginnt, eine Epoche der Verjüngung und des Wandels in Frankreich.

So wählt Frankreich

Die Franzosen wählen am 12. und 19. März die 491 Abgeordneten der Nationalversammlung. Das seit 1958 praktizierte Wahlverfahren ist eine Mehrheitswahl in zwei Wahlgängen, bei der jeder Wähler nur jeweils eine Stimme für einen Kandidaten hat.

Rollback auf christlich-sozial?

Die Situation ist so anormal, daß sie behandelt werden muß, als sei sie so normal wie irgend denkbar. Diese Paradoxie steckt hinter dem "Bericht zur Lage der Nation", mit dem sich in dieser Woche der Bundestag beschäftigt.

Wind oder neuer Schwung?

Die Zahl der Arbeitsgruppen und Gremien, die sich mit Plänen für die weitere Entwicklung Berlins befassen, ist kaum noch zu überblicken.

Abschied von einem Freund

Als unser Freund Ernst Gadermann den Dr. Metzner kennenlernte, war er so fasziniert von ihm, daß er darauf bestand, wir sollten einander sehen, und zwar möglichst bald.

Bürger-Machtwort

Wenn die Bürgerinitiativen direkten Einfluß auf politische Entscheidungen nehmen, so lautet die Befürchtung, wären "eine allgemeine Politisierung und eine unkontrollierte Machtausübung die Folge, am Ende stünde das Recht des Stärkeren".

Sieg der Falschen?

Süßsauer haben Opposition und Koalition in Bonn die Ergebnisse der Kommunalwahlen in Schleswig-Holstein und Bayern zur Kenntnis genommen.

Warnung an die Sowjetunion

Jimmy Carter steht in der Außenpolitik vor den vielleicht schwierigsten Entscheidungen seiner Amtszeit. Der kriegerische Konflikt am Horn von Afrika, in den neben Äthiopien und Somalia auch Kuba und die Sowjetunion verwickelt sind, hat plötzlich die Frage aufgeworfen, wie es um die Entspannungspolitik steht.

Carters Bürde

Das Taft-Hartley-Gesetz hat einen üblen Klang, obwohl die hierdurch legitimierte richterliche Gewalt zur Anordnung einer Streikpause nur neue Verhandlungen der Tarifpartner ermöglichen und gefährlichen Schaden für die Volkswirtschaft abwenden soll.

Der Derby-Sieg ist noch offen

Britische Premierminister stehen im Verdacht, gelegentlich dafür zu beten, daß dieser oder jener schwerkranke Abgeordnete von seinen Leiden erlöst werde und so eine Nachwahl ermögliche, aus der sich ablesen lasse, wohin die Wählergunst strebe.

Süchtig

Schon mit neun wurde ich süchtig – zeitungssüchtig. Ich las, wie die Japaner in der Mandschurei vordrangen und die Chinesen zurückwarfen.

Aus der zeitungslosen Zeit

Die Kommunalwahlen am Sonntag in Schleswig-Holstein und Bayern fielen für die SPD teils enttäuschend, teils befriedigend aus.

China: Hua bleibt Premier

Allen Unkenrufen zum Trotz hat Maos Nachfolger Hua Kuo-feng auf dem Nationalen Volkskongreß seine beherrschende Stellung behauptet.

Rom: Ein Ruck nach links

Zum ersten Mal seit einunddreißig Jahren wird Italien eine christdemokratische Regierung haben, die sich auf eine auch mit den Kommunisten ausgehandelte Parlamentsmehrheit stützt.

Honeckers "Kronprinz" tot

Die DDR hat am Montag einen ihrer wichtigsten und intelligentesten Politiker verloren: Werner Lamberz, Chef für Agitation und Propaganda im Politbüro der SED, ist beim Absturz eines Hubschraubers in der Nähe der libyschen Hauptstadt Tripolis tödlich verunglückt.

Deutsches Durcheinander

Wie nach einem perfekten Drehbuch wird der Versuch der Opposition nicht ablaufen, das Regierungsbündnis mit Hilfe ihrer Bundesratsmehrheit bei den Anti-Terror-Gesetzen abermals auf die (Zerreiß-)Probe zu stellen.

Immer Ärger mit den Briten

Als Britannien noch über ein Weltreich herrschte, zeigten britische Väter ihren Kindern stolz die Weltkarte: "All das Rote gehört uns.

"You are showing too much Angst"

Owen: Es sind für kein europäisches Land leichte Jahre gewesen. Wir alle wurden hart getroffen von den Folgen des fünffachen Anstiegs der Ölpreise und der anhaltenden Rezession der Weltwirtschaft.

Schwarzbrot statt Schlemmermenü

Die Agonie der Belgrader Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) ist jener eines Patienten nicht unähnlich, dessen Hirnströme aufgehört haben, doch dessen Organismus von Atemmaschine und Impulsgeber am (Schein-)Leben gehalten wird.

Aus Sorge um unsere Freiheit

Nach Ostern tritt in Frankfurt das "Russell-Tribunal" zusammen, um angebliche Verletzungen der Menschenrechte in der Bundesrepublik zu untersuchen.

Braunes Gift

Hält Holz gesund", lautet die selbstbewußte Wer bang für ein Holzschutzmittel. An dem Slogan ist nichts auszusetzen: Die bräunliche, scharf riechende, Flüssigkeit konserviert, schützt vor Bläuepilzen und holzzerstörenden Insekten.

Schwarze unerwünscht

Modou Diouf aus dem Senegal, Student an der Universität des Saarlandes, war von den germanischen Bräuchen angetan. Nette Leute fand er diejenigen, die ihm das Gästezimmer ihres Corps-Hauses überlassen hatten.

"Börse" ohne Bleibe

Seit Feuer und Wasser das über die Stadtgrenzen Wuppertals hinaus bekannte Kommunikationszentrum "die Börse" weitgehend zerstört haben, sind Depression und Resignation rund um das denkmalgeschützte Gebäude an der Viehofstraße eingezogen.

Gefährliches Herbstlaub

Im Kloster Bernried am Starnberger See bereitet sich eine Theologiestudentin auf ihr Examen vor. Ab und an wandert sie mit einer Freundin am See, um Entspannung zu finden.

Sieg mit Kuddl Barmstedt

Das Politbüro sieht aus wie die berühmte "Kneipe an der Ecke". In der DKP-Zentrale brennt noch ein gedämpftes Licht, während das kleine Städtchen Barmstedt, nördlich von Hamburg gelegen, abends um sieben schon zu schlafen scheint.

"Rote Bastionen" schrumpfen

Für Josef Stadter, eben zum CSU-Bürgermeister der oberfränkischen Gemeinde Königsfeld gewählt, endete der Tag blutig, als ihm die-Feuerwehrkapelle am Sonntagabend ein Gratulationsständchen darbrachte, trat plötzlich ein 21jähriger Arbeiter auf Städter zu.

Dichtung und Wahrheit

Seit in Frankreich das Wahlbündnis zwischen Sozialisten und Kommunisten unter dem Druck der KPF scheiterte, fragen sich viele mit Recht: Was wollen die französischen Kommunisten eigentlich? Wollen sie an die Macht oder nicht? Wie halten sie es mit dem Kollektivismus? Kann man ihren hochheiligen Versprechungen trauen? Georges Marchais, Generalsekretär der Kommunistischen Partei ist nicht der Mann, der solchen Fragen ausweicht.

Worum es in Frankreich geht - Bücher zu den Wahlen

Philippe Alexandre: "Le roman de la gauche"; Plön, Paris 1977; 442 S., 49 Francs. – Eine flüssig geschriebene, gut verständliche Geschichte der Vernunftehe zwischen Sozialisten und Kommunisten bis vor dem Bruch im September 1977.

Wie ein absurdes Theater

"Kampf um Maos Erbe"; Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1977; 320 Seiten, 24,80 DM. Er tut das, indem er zwei Kunstgriffe verwendet.

"Die Reichen schröpfen"

Wer spekuliert besser? Wenn die linken Parteien die Wahlen gewinnen, so der Pariser Finanzminister Robert Boulin, dann bedeutet das "den Tod der französischen Industrie im Jahr 1978 und den Bankrott der französischen Wirtschaft".

Kraftstrotzende Tatenlosigkeit

Da haben wir also den Arbeitskampf: in der Druckindustrie, bald wohl auch in den Metallbranchen. Der Streik ist vom Zaun gebrochen, sagen die Arbeitgeber, ist volkswirtschaftlich verantwortungslos.

Strafe für die Opfer

Daß hinterher auch noch die Staatsanwaltschaft gegen ihn ermitteln würde, hätte sich der Mailänder Arzneimittelfabrikant Lodovico Zambeletti während seiner 71tägigen Entführungszeit nicht träumen lassen.

Abschied von Prinzipien

Was dem Schah von Persien vor wenigen Jahren noch verweigert wurde, wird ihm heute willig gewährt – Waffen aus deutscher Produktion im Wert von zehn Milliarden Mark.

Zuviel Bier im Haus

Das Bier hat ihm viel Ärger und Anfeindungen eingebracht, bei Kollegen aus dem Bankgewerbe wie bei Politikern und Publizisten.

Firmen und Fakten

Obwohl das tatsächlich erzielte Ergebnis des Geschäftsjahres 1976/77 (30.9.) die Ausschüttung einer "stolzen Dividende" – so Aufsichtsratsvorsitzender Hans Birnbaum – erlaubt hätte, legt die Werft nur einen ausgeglichenen Abschluß vor.

Allianz: Jongleur mit Milliarden

Seither ist der Finanz-Experte Verwalter des größten Vermögens in Europa. Die Angst der Deutschen vor Diebstählen, Unfällen, Rechtsstreitigkeiten und dem Altwerden sowie deren Pflicht, sich als Autobesitzer zu versichern, bescheren der Allianz-Gruppe jährlich über acht Milliarden Mark Prämieneinnahmen.

Nur das Geld stützt die Kurse

Der deutsche Aktienmarkt scheint durch nichts zu erschüttern zu sein. Im Durchschnitt haben die Kurse seit Jahresbeginn zwar nur um rund ein Prozent gewonnen, doch ist dies angesichts der zunehmenden Härte in den Tarifauseinandersetzungen und des schwachen Dollars recht beachtlich.

Zeitliches aus Großbritannien: Gentlemen unter sich

Britische Manager sind demoralisiert, unzufrieden mit ihrer Bezahlung und den hohen Steuern und denken ans Auswandern. Zu diesem Ergebnis kommt die jüngste Umfrage über die Motivation der Spitzenmanager.

Rentendebakel

Die Opposition forderte, die Rentenerhöhungen weiterhin nach den Bruttolöhnen zu berechnen, und schlug vor, die Finanzmisere der Rentenversicherung durch die Einführung eines Krankenversicherungsbeitrags zu beseitigen.

Aus dem Ausland

Mit einem Votum von 14 zu 1 hat der US-Senat den Industrieminister G. William Miller zum neuen Chef des Federal Reserve Board, des US-Zentralbankensystems, ernannt.

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