DIE ZEIT

Verjährte Schuld?

Kurz vor der Pensionierung hat den niedersächsischen Justizminister Hans Puvogel das Geschick eines unrühmlichen Abschieds ereilt.

Nachsicht

Bretonische Fischer, die mit Schaufel und Eimer der bisher größten Ölpest zu Leibe rücken, mit Gesichtern, in denen die Wut wetterleuchtet.

Zugabe in Rom

Es ist schon grotesk: In Frankfurt tagt das Russell-Tribunal, um die Gesetzgebung und Rechtspraxis der Bundesrepublik gegen den Terrorismus international anzuprangern.

Zeitspiegel

Dr. Robert Strobel hat am 25. März seinen 80. Geburtstag gefeiert. Von 1947 bis zum November 1968 hat er für DIE ZEIT aus Bonn berichtet, glänzend informiert und wohl formuliert.

Worte der Woche

"Wenn der Staat einigen seiner Bürger, wie Hanns-Martin Schleyer, das Opfer des Lebens zumutet, so darf er auch den Anwälten Leibesvisitationen oder auch nur das Einnähen eines Kunststoffreißverschlusses zumuten.

Auf den Flügeln der Fortüne

Zunächst einmal ist der fixe Flieger über sein Ziel hinausgeschossen: Der israelische Re-– gierungschef Menachem Begin erlebte gerade in Washington im Ringen mit Jimmy Carter seine "schwersten Tage", da schnellte Ezer Weizman mit Raketengeschwindigkeit aus seiner Deckung hervor.

Mit beiden Beinen fest im Beton

Es sieht nicht so aus, als werde sich Anwar el-Sadat den Friedensnobelpreis 1978 mit Menachem Begin teilen müssen. Auch deutet nichts darauf hin, daß der Tag schon bald kommt, von dem Begin vorige Woche im Washingtoner Presseklub sprach – der Tag, an dem die Führer Israels und Ägyptens in den Ferien ihre Enkelkinder austauschen.

Hans Apels erster Streich

Von Hans Apel, dem ehemaligen Finanz- und neuen Verteidigungsminister, war schon vor seinem Einzug auf die Bonner Hardthöhe vor acht Wochen bekannt, daß er schnell denkt.

Blick für das Machbare

Der Architekt der sozialen Marktwirtschaft, Alfred Müller-Armack, ist gestorben. Seine Schüler, die ihn während des Krieges im Hörsaal erlebten, hätten sich damals nicht vorstellen können, daß dieser Mann des strengen wissenschaftlichen Denkens einmal einen Ausflug in die praktische Politik machen würde.

Forum oder Schauprozeß?

Beide Seiten wollen Gelassenheit beweisen: Sowohl das Russell-Tribunal, das in dieser Woche in einem Frankfurter Vorort der Frage nachgehen will, ob in der Bundesrepublik zunehmende "Repression" herrscht, als auch alle, die in dem Tribunal eine mehr oder minder unerträgliche Diffamierung sehen.

,Die Resignierten aufrütteln‘

Um die kritische öffentliche Diskussion anzukurbeln und neue Reformbereitschaft zu wecken, hat eine Gruppe liberaler und linksliberaler Intellektueller die "Gustav-Heinemann-Initiative" gegründet.

Giscard spricht mit den Linken

Nach dem Wahlsieg der Konservativen in Frankreich bahnt sich ein entspannteres Verhältnis zwischen Regierung und Opposition an.

Ein politischer Exodus?

Von Mal zu Mal fällt mehr auf, wie fluchtartig die Politiker und ihr Troß die Bundeshauptstadt verlassen, wenn ihnen die Osterpause und andere Unterbrechungen die Gelegenheit dazu geben.

Die Exzellenzen der Republik

Einhundertzwanzig Botschafter vertreten Bonn im Ausland: Briefträger, Mannequins oder Mitgestalter der Außenpolitik?

Tanz zwischen den Welten

Unablässiger sowjetischer Druck zwingt Jugoslawien zu Wohlverhalten gegen den Westen

Vom Westen nur verteufelt

Der Bewohner eines Landes, das in den Brennpunkt der Weltpolitik gerückt ist, macht sonderbare Erfahrungen. Er hört gleichsam auf, Mensch zu sein.

Halbe Demokratie

Am 30. März findet in der Militärdiktatur Ghanas eine Volksabstimmung statt. Dabei geht es um die Frage, ob das Land Union Government wünscht oder nicht.

Beethoven zum Leberkäs'

Auf dem Klavier steht malerisch eine Gipsbüste Beethovens, und während die in München "Bedienung" genannte Kellnerin Schweinebraten serviert, erklingt ein Flötenkonzert von Mozart.

Zeitliches aus Niedersachsen: Würfelklau

Das ist bedenklich, zugleich aber eine herkulische Leistung: Zwei Ratsherren haben einen Würfel gestohlen. Keinen mit 21 Augen, vielmehr einen Eisenklotz in der abgezirkeltgeometrischen Form.

Angst vor Ärger

In der zeitungsarmen Zeit haben die Rundfunkanstalten nicht geleistet, was doch zweifellos ihre publizistische Aufgabe (Wenn nicht ihre öffentlich-rechtliche Pflicht) gewesen wäre: Durch Programmveränderungen oder durch zusätzliche Programme, vor allem in den Morgenstunden, das Defizit an Informationen und Meinungen, jedenfalls einigermaßen auszugleichen.

Gut gemeint, aber gefährlich

Wer die Eskalation des Tarifkonflikts in der Metallindustrie in den letzten Wochen beobachtet hat, dem bot sich ein zwiespältiges Bild: Da sparten weder Gewerkschaftsführer noch Arbeitgebervertreter mit starken Worten; da betonten beide Seiten immer wieder ihre Entschlossenheit, diesmal hart zu bleiben; da wurde demonstrativ mit den dicksten Knüppeln gedroht, die in einem Arbeitskampf zur Verfügung stehen.

Lohn der Angst

Der eine ist ein Funktionär wie aus dem Bilderbuch. In der Sache klar und hart, zur Schroffheit neigend in öffentlichen Auftritten, nicht ohne klassenkämpferische Attitüde, wenn er glaubt, sie sei gefragt: Franz Steinkühler, Chef des Stuttgarter IG Metall-Bezirkes.

Wachstum: Schmidt zweifelt

Helmut Schmidt hat während der Ostertage zum ersten Mal in einem Interview Zweifel an der von der Bundesregierung angepeilten Wachstumsrate angemeldet.

Das Fell des Bären

Großbritannien bezieht nun fast die Hälfte seines Ölbedarfs aus Quellen In der Nordsee, (1980 will die Insel Selbstversorger sein).

Scheinheilige Argumente

Der Bund und das Land Berlin haben mit der vorzeitigen Kündigung einiger zehnprozentiger Anleihen den Sparern den Stuhl zu einem Zeitpunkt vor die Tür gesetzt, an dem die Wiederanlage ihrer Gelder nur zu enttäuschend niedrigen Zinssätzen möglich ist.

Bonner Kulisse

Wieder einmal hatte die Bundeshauptstadt in diesen Tagen "Pläne" und "Vorschläge" der Bundesregierung über Steuererhöhungen zu verkraften; daß diese Pläne indes gar nicht von der Regierung selbst als vielmehr von der Presse erzeugt worden waren, machte dabei fast gar nichts.

Vereinigte Staaten: Der Geist von Arthur Burns geht um

Erinnern wir uns: Ein halbes Jahr ist es her, da ließ Charles L. Schultze, der Chef des Wirtschaftsberaterstabes im Weißen Haus, erkennen, daß er die Inflationsfurcht der amerikanischen Zentralbank für unbegründet hielt.

Fehltritt einer ‚moralischen Anstalt‘

In einem Restaurant an der römischen Via Veneto feierte man im Juli vergangenen Jahres ein Geschäft. Der mächtige italienische Genossenschaftsverband "Lega delle Cooperative" hatte in seinem schier unersättlichen Expansionshunger gerade einen Riesenbissen geschluckt: die Mailänder Stahlhandels-Gruppe Duina.

Hoher Preis der Solidarität

Achtzehn Tage lang wurden Süddeutsche Zeitung und Abendzeitung bestreikt. Achtzehn Tage lang erschien in München überhaupt keine Zeitung, weil die übrigen Verlage solidarisch aussperrten und nicht Streikgewinrler sein wollten.

FDP überholt links

Wegen Streiks und Aussperrungen im Zeitungsgewerbe blieb nahezu unbemerkt, daß die Freidemokraten Mitte März ihr entwicklungspolitisches Parteiprogramm um 19 Thesen zur Dritten-Welt-Politik erweitert haben, und damit in einigen Teilen sogar den sozialdemokratischen Koalitionspartner links überholten.

Ein Schuß nach hinten

Für viele politische Themen gilt, was im Showgeschäft gang und gäbe ist: Sie haben ihre Konjunkturen, werden vielleicht sogar zum Hit, um dann alsbald wieder in Vergessenheit zu geraten.

Zeitliches: Neues aus der Neuen Welt

Seit unter den vierhufigen Bewohnern des amerikanischen "Pferdestaates" Kentucky ein von den Tierärzten als "Metritis Equus" bezeichnetes infektiöses Leiden ausgebrochen ist, dessen Ausbreitung durch zwischenpferdlichen Kontakt begünstigt wird, müssen sich die dortigen Züchter Kalauer über ihre "unmoralischen" Gäule anhören.

Zinsen auf Talfahrt

Die Deutsche Bundesbank hat seit dem vergangenen Oktober rund 15 Milliarden Mark in die deutsche Wirtschaft gepumpt. Sie hat es getan, um den Dollar zu stützen.

ZEIT spart Geld

Der Service-Dienst der vom deutschen Kreditgewerbe betriebenen Eurocard Deutschland Internationale Kreditkarten-Organisation GmbH soll ausgedehnt werden.

Firmen und Fakten

Die beiden größten Münchner Brauereien, die beide zum Bereich der Bayerischen Hypotheken- und Wechsel-Bank gehören, unterscheiden sich entsprechend ihrer unterschiedlichen Ertragslage recht deutlich durch ihre Barausschüttung.

Die Börse lechzt nach neuen Aktien

Selten waren die deutschen Aktienmärkte so aufnahmefreudig und auch aufnahmefähig wie gerade jetzt. Der Grund liegt auf der Hand: Das Geld sitzt bei den Anlegern locker.

Aus der Wundertüte

Wie der italienische Chemiekonzern seinen Aktionären noch einmal Geld entlocken will

Zweifel nagen an den Kursen

Streiktage sind Kauftage – eine angebliche Börsen Weisheit, mit der sich die Haussiers zur Zeit trösten.....................

Es kann eigentlich nur noch besser werden

Mintrop: Zunächst einmal – man kann nicht sagen, daß die Preise in der Bundesrepublik steigen. Da die von der EG-Kommission festgelegten Mindest- und Orientierungspreise in Europäischen Rechnungseinheiten ausgedrückt sind, hat die Aufwertung der Mark den Preisauftrieb für die deutschen Werke deutlich begrenzt.

Manager und Märkte

Michael Menzel, Geschäftsführer der Hamburger Werbeagentur Team/BBDO, hat "das Undenkbare" geschafft: Er hat den großen Hermann Josef Abs für eine Werbekampagne gewinnen können.

Zeitraffer

Trotz des neuen Wintereinbruchs: Die Zahl der Arbeitslosen ist im März zurückgegangen. Die Bundesanstalt für Arbeit gibt dafür allerdings ausschließlich saisonale Gründe an – von Belebung der Konjunktur ist also nicht die Rede.

Pilgerzug der Fußkranken

Vicomte Etienne Davignon gilt unbestritten als einer der – wenigen – Stars in der Brüsseler Kommission der Europäischen Gemeinschaft (EG).

Vermögen: Wie reich sind die Franzosen?

Wenn es ums Geld geht, verstehen auch die Franzosen keinen Spaß. Schon Kardinal Mazarin, der große Staatsmann des 17, Jahrhunderts, hatte die Einsicht verkündet: "Ohne Geld ist der Mensch ein Tier.

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