Aktionisten, Einsame, Verzweifelte oder kaputte Typen? – Ein Gespräch mit jungen Mädchen über den Terrorismus

Von Susanne von Paczensky

Die befragten Mädchen waren die 16jährige Karla, ihr Vater ist Hochschullehrer; die 16jährige Anita, ihr Vater ist Industrieller; die 17jährige Sabine, ihr Vater ist Jurist; die 16jährige Betty, ihr Vater ist Chefarzt.

Ist das Thema Terrorismus für euch ein wichtiges Problem? Wo seid ihr diesem Thema bisher begegnet?

Anita: Mir ist das Thema zunächst mal in der Presse begegnet. Dann habe ich mir auch überlegt, daß ja mein Vater mal abgeschossen werden könnte, weil er auch ganz gut Geld verdient, oder daß ich mal entführt werden könnte.

Am Anfang war für mich totale Ablehnung, jetzt bin ich mehr mit Freaks und Anarchos zusammen, da ist schon mehr Verständnis, mehr Auseinandersetzung. Am Anfang erinnere ich mich, daß ich dafür war, daß man Terroristen mit dem Tod bestraft, aber jetzt nicht mehr.

Betty: Wir haben überhaupt nichts in der Schule gehört. Wenn man die Lehrer darauf anspricht, dann sagen sie: wir wollen das nicht oder wir können das nicht mehr hören. Ich war da ziemlich enttäuscht. Bei anderem Lehrern habe ich den Eindruck, sie hätten Angst, daß daraus ein Vermerk in ihrer Personalakte wird.