Hörenswert

Béla Bartók: "Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 und 3". Seit Geza Anda weiß man, wie diese Konzerte gespielt sein können – mit welcher Präzision und Attacke, mit welchem rhythmischen wie dynamischen Furor. Das inzwischen siebzehn Jahre alte Vorbild nachzuahmen, haben verschiedene Pianisten in jüngerer Zeit versucht, Baremboim wie die Ungarn Zoltan Kocsis und György Sándor, und Svjatoslav Richter, probierte, eine Art romantischer Spur in den Werken zu finden. Eine glänzende Mischung, das zweite Konzert in unnachgiebiger Härte, das dritte eher in impressionistischpointillistischem Sfumato bietet Pascal Roge, ein (auf dem Plattencover leider nicht näher vorgestellter) Pianist, der die für Bartók notwendigen Maschinengewehrfinger hat, aber auch die Zartheit für die lyrischen Farben besitzt. (London Symphony Orchestra, Leitung: Walter Weiler; Decca 6.42279 AS).

Heinz Josef Herbort

The Tubes: "What Do You Want From Life". Die "Tubes" parodieren Pop-Moden und Rock-Theater mit den bis zum Exzeß gesteigerten Mitteln eben dieses Rock-Theaters. Darum vermißt man bei diesem Live-Mitschnitt mehr noch als bei den drei voraufgegangenen Studioproduktionen das visuelle Spektakel und die optisch so brillant realisierte Satire. Das Album ist vorzüglich aufgenommen, aber trotzdem kein Ersatz für den Besuch eines Konzerts der "Tubes". Worauf man sich da gefaßt machen muß, illustrieren die Innenseiten der Plattenhülle. Solange man keine Videocassetten-Aufzeichnung oder Bildplatte ihrer Shows spielen kann, wird man sich leider mit dieser akustischen Dokumentation begnügen müssen. (A & M Records AMLN 68 460) Franz Schüler