"Kaugummi für die Zwillinge", von Othmar Franz Lang gehört zu den Kinderbüchern, die man gewöhnlich als "Lesefutter" einstuft. Die Lektüre ist ganz amüsant und kurzweilig, aber nicht eben umwerfend. Es fehlt die zündende Idee, und der Witz, der dauernd angestrebt wird, hält sich (vielleicht vor lauter Anstrengung) auch in Grenzen. Es geht um den in Kinderbüchern so beliebten Typ der "unmöglichen" Kinder, Zwillinge diesmal, die wild und ungebärdig die Eltern, den Großvater, den Lehrer in Atem halten. Bis die Schlingel dann auf unerklärliche Weise umkippen, sich in ihr Gegenteil verwandeln und als lernwütige Musterkinder einer neuen Karriere entgegenstreben. Zweifellos hat sich Othmar Franz Lang, der Verfasser so bedeutender und engagierter Jugendbücher wie "Warum zeigst du der Welt das Licht" und "Regenbogenweg" etwas dabei gedacht, als er die Zwillinge sich verwandeln ließ und ihm dabei klar wurde, daß es die Kinder, ob schlimm oder lieb, den Erwachsenen niemals recht manchen können. Ob diese übergeordnete Ironie den Lesern aufgeht, ist eine andere Sache. (Benziger Verlag, Köln; 120 S., 14,80 DM) Ursula Genazino