Die Märzsonne hat sie wieder hervorgelockt, die Gaukler und Gammler, die als Wahrzeichen des Washington Square mit dem Triumphbogen zur Erinnerung an den ersten US-Präsidenten konkurrieren. Sie nutzen diesen häuserblockgroßen Park am .Anfang der Fifth Avenue als Exerzierplatz und Bühne, und manch einer hat sich hier durch beharrliches Auftreten schon Monate über Wasser halten können.

"Heutiges Menü: Shakespeare, Longfellow, Frost und Hausgemachtes", so steht es auf der Tafel, die ein junger. Poet neben sich aufgepflanzt hat. Mit einer behenden Verbeugung unterstützt er nach dem Vortrag die Sammelaktion.

Ein Mädchen kramt aus ihrem Rucksack eine große Flasche mit Seifenlauge und zwei Drahtringe, durch die sie die bizarrsten Seifenblasen-Formationen pustet, lange und selbstvergessen.

Unter dem Bogen aus weißem Marmor hat die Akustik HiFi-Qualität. Gerade hat sich eine Steelband aufgebaut. Später steht da ein schmächtiger Gitarrist, den sein Instrument zu erdrücken droht. Publikum hat auch er.

Aber es ist nichts gegen die große Zahl von Leuten, die sich um eine Frau von resolutem Aussehen und einer Stimme wie eine Märchentante geschart haben. Sie läßt hohe hölzerne Gliederpuppen auf einem blattdünnen Brett tanzen und erzählt dazu Geschichten. Ihr Hut ist schon recht nett mit Vierteldollarmünzen gefüllt.

Jeder, der etwas anzubieten hat, muß um die Gunst des launischen, immer auf dem Sprung befindlichen Publikums werben, sich gegen andere durchsetzen. Freiluftschule des Entertainments.

Zwischen Hunden, Kindern und schachspielenden Alten flitzen die ganz Jungen auf: ihren Skateboards. Ein, zwei Jahre noch, dann werden sie auch mit den anderen eher abseits stehen, Kofferradio hören, selbstvergessen, dazu tanzen. Und Joints rauchen.