Die Linde AG legte ihren bisher besten Abschluß vor.

Der Gesellschaft ist es nicht nur gelungen, für 1977 die bisherige Bardividende von acht Mark beizubehalten, sondern den versteuerten Rücklagen einen von 3,1 auf 6,1 Millionen Mark erhöhten Betrag zuzuführen. In stolzer Bescheidenheit nannte der Vorstand die Geschäftsentwicklung des vergangenen Jahres als "insgesamt zufriedenstellend". Für 1978 wird ein wiederum befriedigendes: Ergebnis erwartet. Der Vorstand geht von einem Umsatzwachstum von rund zehn Prozent aus. 1977 waren die Umsatzerlöse im Linde-Konzern um 7,3 Prozent auf 1,7 Milliarden Mark gestiegen. Die Aktionäre müssen sich auf eine Kapitalerhöhung einstellen. Ihr Zeitpunkt steht allerdings noch nicht fest;

Das Gewicht der "Firmenkundschaft" wird bei der Commerzbank immer geringer.

1970 wurden von der Bank noch rund 80 Prozent der Kredite an inländische Firmen vergeben, an der Jahreswende 1977/78 waren es nur noch knapp über 50 Prozent. Von wachsender Bedeutung ist das sogenannte Privatkundengeschäft, das seit 1970 von 13 auf 20 Prozent gestiegen ist. Zugenommen haben auch die Kredite an öffentliche Hände. Durch die veränderte Kundenstruktur erreichten die Ausleihungen von über vier Jahren Laufzeit in etwa die gleiche Höhe wie die kurzfristigen Kredite Das erfordert nicht nur eine entsprechende Refinanzierung (nicht zuletzt über Sparbriefe), sondern auch eine erhöhte Risikovorsorge. In ihrer Gewinn- und Verlustrechnung ist die Commerzbank von einer Bardividende von 8,50 (9) Mark ausgegangen sowie von einer Dotierung der offenen Rücklagen um wieder 50 Millionen Mark. Was darüber hinaus an Erträgen anfiel, wurde zu Einzelwertberichtigungen verwendet.

Unter Einschluß des Steuerguthabens erhält der Commerzbank-Aktionär für 1977 eine Ausschüttung von 13,28 Mark. Auf den Aktienkurs von 231 Mark bezogen, bedeutet dies eine Rendite von 5,7 Prozent. Möglicherweise werden die Aktionäre noch in diesem Jahr junge Aktien zeichnen müssen, denn der Eigenkapitalanteil an der Bilanzsumme beträgt nur magere 4,1 Prozent. Neben der Schaffung neuen genehmigten Kapitals ist die Ausgabe einer Wandelanleihe geplant, die unmittelbar nach der Hauptversammlung aufgelegt werden soll. Außerdem legt die Commerzbank bei ihrer Luxemburger Tochter eine Optionsanleihe auf, deren Zinsen für Ausländer von der deutschen Kuponsteuer nicht erfaßt werden.

Die sogenannten "Restquoten" seiner Altbank sieht der Commerzbank-Vorstand als "nonvaleurs" an.

Robert Dohm versicherte, daß seine Bank, die mehr als 25 Prozent des Kapitals an der Altbank besitzt; in letzter Zeit nicht am Handel mit den Restquoten beteiligt war und sich künftig auch daran nicht beteiligen wird. "Wir haben diese Papiere auf den Erinnerungswert von einer Mark abgeschrieben." Der Kurs der Commerzbank-"Reste" ist seit Beginn 1977 bis heute von 1,20 auf 16 Mark gestiegen. Keine Antwort gab Dohm auf die Frage, warum die Commerzbank nicht die günstige Gelegenheit nutzt, die abgeschriebenen Papiere mit Gewinn abzustoßen.