Von Wolfgang Hoffmann

Wenn die Ergebnisse einer Untersuchung des Deutschen Krankenhausinstituts in Düsseldorf einer genaueren Nachprüfung standhalten, dann hätten die Düsseldorfer ein bemerkenswertes Konzept zur Dämpfung des rasanten Kostenanstiegs in den deutschen Krankenhäusern geliefert. Bei einer Verwirklichung dieses Vorschlags könnten die Ausgaben für die stationäre Behandlung nämlich um ein bis zwei Milliarden. Mark im Jahr gesenkt werden. Das entspricht fünf bis zehn Prozent der jährlichen Ausgaben der sozialen Krankenkassen für stationäre Behandlung.

Das Düsseldorfer Rezept zur finanziellen Gesundung der deutschen Kliniken trägt die Überschrift: "Differenzierung der Krankenhausaktivitäten nach voll- und semistationärer Versorgung."

Die Verfasser der Studie gingen davon aus, daß viele Patienten in teuren Klinikbetten liegen, die nach Art der Krankheit und Therapie eigentlich viel kostengünstiger und sinnvoller gebettet werden könnten. In der Tat sind bisher nur wenige Krankenhäuser in der Lage, die stationäre Behandlung ihrer Patienten dem jeweiligen Krankheitsgrad anzupassen. Zwischen notwendigem, möglichem und gerade noch nötigem Aufwand wird kaum oder aber nur sehr unvollkommen unterschieden. Würde die vollstationäre Versorgung auf alle Fälle beschränkt, in denen sie wirklich notwendig ist, im übrigen aber die semistationäre Betreuung intensiviert, ließe sich der Gesamtaufwand im Krankenhaus – also Betriebs- wie Investitionskosten – erheblich reduzieren.

Die Unterscheidung zwischen voll- und semistationärer Betreuung geht von folgenden Kriterien aus: Die vollstationäre Versorgung (Intensiv-, Normal- und Langzeitpflege) umfaßt die Leistungen für Patienten, die der intensiven Pflege bedürfen, weil sie bettlägerig sind und für ihre Grundbedürfnisse nicht oder noch nicht in vollem Umfang selbst sorgen können.

Semistationäre Pflege würde hingegen für alle Patienten ausreichen, die nur noch im geringen Umfang auf die Dienstleistungen des medizinischen Fachpersonals angewiesen sind, im übrigen aber in der Lage sind, sich selbst zu versorgen. Eine minimale Überwachung der ärztlichen Abweisung reicht aus. Arzt und diagnostisch-therapeutische Einrichtungen des Krankenhauses können von ihnen ohne fremde Hilfe aufgesucht werden. Sie können in einer zentralen Kantine essen, statt sich am Bett bedienen zu lassen. Für diesen Patientenkreis genügt eine hotelmäßige Unterbringung. Das teure Krankenhausbett, das vom Krankenhaus sonst vorgehalten werden muß, wird für diese Patienten überflüssig.

Semistationär könnten auch die Patienten betreut werden, die gar keine Pflege mehr benötigen oder zumindest nur noch für kurze Fristen, also stundenweise während der Tages- und Nachtzeiten. Die Studie definiert das als Teilzeitpflege im Rahmen der semistationären Versorgung. Abgesehen von Kostenersparnissen führt der Umstand, daß diese Patienten sich überwiegend selbst versorgen, erfahrungsgemäß auch zu einer Beschleunigung des Heilprozesses, da die Aktivitäten der Kranken mobilisiert werden.