DIE ZEIT

Jimmy Carters neuer Umfall

Jimmy Carter hat sich unerwartet gegen die Produktion der umstrittenen Neutronenwaffe entschieden – wider die eindringliche Empfehlung seiner außenpolitischen Berater und des Verteidigungsministers Brown.

Der Mummenschanz von Harheim

Es gibt zwei Deutschlands. In dem einen befinden sich etwa fünftausend politische Gefangene in Haft, in dem anderen keine. In dem einen sind Verbrechen gegen die Menschlichkeit an der Tagesordnung – jedenfalls wenn man die UN-Charta zum Maßstab nimmt; im anderen bemüht man sich, dem international kodifizierten Standard und dem eigenen Grundgesetz zu entsprechen, was im allgemeinen auch gelingt.

Tarifautonomie ist teuer

Franz Steinkühler wollte in Stuttgart Sozialgeschichte machen. Das ist dem Bezirksleiter der IG Metall nicht gelungen. Eine Wirkung hat er jedoch erzielt: Die Diskussion darüber, wie lange wir es uns in der Bundesrepublik noch leisten können, die Entscheidung über Lohnhöhe und Arbeitsbedingungen allein Arbeitgebern und Gewerkschaften zu überlassen, während der Staat bei politisch wie gesamtwirtschaftlich so wichtigen Entscheidungen nur Zaungast ist, wird jetzt erst richtig beginnen.

Zeitspiegel

Noch weiß niemand, welchen Zulauf im nächsten Jahr die Bundesgartenschau in Bonn haben wird. Aber alle Erfahrungen mit ihren Vorgängerinnen in anderen Orten sprechen dafür, daß der Besucherstrom von Tag zu Tag und zumal an Wochenenden Zehntausende zählt.

Der Mann des Präsidenten

Die neue Regierung Barre wird einen begrenzten Konfliktkurs nach rechts und links steuern

Worte der Woche

"Das Festhalten an der Regierungsmacht ist für uns Sozialdemokraten gerade unter den jetzigen Bedingungen auch eine moralische Position.

Alle warten auf Kühn

Die gewünschte Melodie ertönte; ein Knopfdruck hätte genügt. "Weder in Bonn noch in Düsseldorf" gehe die CDU auf Abwertung aus, gab Oppositionschef Heinrich Köppler aus, als Herbert Wehner mitten in die Oster-Beschaulichkeit hinein vor der Neuauflage eines "Überraschungs-Coups" warnte, wie ihn die CDU bei dem Ministerpräsidentenwechsel in Niedersachsen gelandet habe.

Was meint Onkel Herbert?

Angesichts des jüngsten Artikels von Herbert Wehner für Die Neue Gesellschaft haben die Kommentatoren zu der Vokabel "Meisterstratege" Zuflucht genommen – wie immer, wenn der SPD-Fraktionsvorsitzende etwas von sich gibt, was schwer verständlich, widersprüchlich, wenn nicht gar unsinnig erscheint.

Sprache des Hasses

Die Strafkammer beim Landgericht Göttingen, die über den Mescalero-"Nachruf" auf den ermordeten Generalbundesanwalt Siegfried Buback urteilen muß, ist um ihre Aufgabe nicht zu beneiden.

Anwälte als Ankläger

Es gibt auch die anderen unter den Verteidigern. Es sind meist die Jüngeren. Sie müssen an die Kinder in Maidanek denken, die vergast und verbrannt wurden.

Wolfgang Ebert: Kleiner Krisenstab

Eines Tages rief Herr Säuberlich die Familie nebst Anhang zusammen und sagte: "Kinder, so geht das nicht mehr weiter mit den Krisen in der Welt, mal brennt’s hier, mal brennt’s dort, da kommt man ja einfach nicht mehr mit und verliert völlig den Überblick.

Verschobene Visite

In diesem April wird es in der Bundesrepublik weniger Arbeitslose und Berufsverbote geben – zumindest für den Fernsehzuschauer in Moskau.

Die Würfel fallen in Washington

In Washington rührt und rüstet sich die Carter-Administration, um dem Kongreß die Aufhebung des 1975 erlassenen Waffenembargos gegen die Türkei nahezulegen.

Ein Freund der Deutschen

Es gibt wenige Leute, die Deutschland so gut kennen wie der Amerikaner Shepard Stone. Genauer: Dr. phil. Stone, promoviert an Berlins Humboldt-Universität Anfang Januar 1933, vierzehn Tage vor Hitlers Machtergreifung; Dr.

Honeckers neuer Chefagitator

Berlin, im April Wie dünn die Führungsreserve der SED ist, zeigt sich jetzt wieder an der Nachfolgeregelung für das verstorbene Politbüromitglied Werner Lambert Nach dem Unfalltod von Lamberz, der im Sekretariat der SED für Agitation zuständig war, wurden einige westliche Journalisten in der DDR wegen ihrer eher wohlmeinenden Kommentare gerügt.

"Wie im Archipel Gulag"

Das Gefängnis von Carabanchel liegt im Südosten Madrids, nicht weit von der Autobahn, die nach Andalusien führt. Schon am frühen Abend flammen über dem weitläufigen Gefängnistrakt und der wuchtigen Außenmauer die fahlen Neonlichter auf.

Zu früh gefreut

Angefragt hatte die FDP bei dem ehemaligen amerikanischen Außenminister Henry Kissinger, ob er am 5. und 6. Mann Hannover an einem sicherheitspolitischen Kongreß teilnehmen, wolle.

Einig gegen den Terrorismus

"Einen Unschuldigen im Namen eines abstrakten Legalitätsprinzips zu opfern, ist unzulässig, während ein Notstand es erfordert, ihn zu retten.

Wieder Ärger am Ussuri?

Vor wenigen Wochen hatte der Oberste Sowjet dem Ständigen Komitee der KP Chinas Gespräche über eine Normalisierung der Beziehungen angeboten.

Kreisky: "Der Verantwortung bewußt"

Das SED-Zentralorgan "Neues Deutschland" veröffentlichte am 31. März eine Rede des österreichischen Bundeskanzlers Bruno Kreisky vom ersten Tag seines Staatsbesuchs in der DDR.

Unruhen im Iran

Die Welle gewalttätiger Demonstrationen, die in den vergangenen Wochen durch rund 30 Städte rollte, hat bisher mindestens 22 Todesopfer, zahlreiche Verletzte und beträchtlichen Sachschaden gefordert.

Hoffen auf den wilden Osten

Doch für die Pioniere auf Zeit ist Sibirien noch immer nicht das "gesegnete" Land der Zukunft

Ein Modell für Südafrika?

In weniger als neun Monaten soll Namibia, das ehemalige Deutsche Südwest-Afrika, unabhängig werden. Aber umstrittener denn je ist, unter welchen Umständen dies geschehen kann.

Carters Palmwedel

Die Palmenzweige, mit denen jubelnde Liberianer die lange Straße vom Flugplatz in die Hauptstadt Monrovia für Jimmy Carter verschönt hatten, waren beziehungsvoll.

Partnerschaft als Dankespflicht

Einen Ausflug, in die Weltpolitik hat er beileibe nicht angetreten, der Landshuter Oberbürgermeister Josef ("Dick") Deimer. "Und eine großartige Partnerschaft wird das auch nicht, eher eine freundschaftliche Beziehung", sagt das 41jährige Stadtoberhaupt der niederbayerischen Metropole, die letztes Jahr ungewollt weltweit bekannt wurde.

Angst vor Abbruch

Sie hungerten aus Protest gegen die geplante Zerstörung ihrer alten Wohnsiedlung. Leere Versprechungen der Politiker im Oktober konterten sie mit leeren Mägen.

Treff bei NADIS

Es kamen vierzehn Diesellokführer-Anwärter, drei Bundeswehr-Köche, neun Rechts-Referendare, ungezählte Schüler und Journalisten, zwei Nachwuchs-Politiker, sieben Post-Inspektoren z.

Teuflischer Wahn

Exorzismus-Prozeß: Anneliese Michel hatte keinen Mangel an höllischen Vorstellungen

"Lassen Sie doch abtreiben"

Dreimal war Ingrid P. aus Berlin verheiratet, dreimal ist sie Mutter, geworden. Doch nicht immer sind aller guten Dinge drei.

Wird Lübeck zu Tode saniert?

So lange in Lübeck laut darüber nachgedacht wird, die Altstadt unter allen Umständen zu erhalten – und dies geschieht seit knapp einem Jahrzehnt–, ist es über das Wie zwischen Kommerz und Kommune noch immer zu heftigen Streitereien gekommen.

Straf Prozeßrecht – praxisnah: Strafsache gegen F.

Paul Forster, verheiratet, von Beruf Hüttenarbeiter, kommt unversehens auf die schiefe Bahn. Ein Leben wie tausend andere ändert sich schlagartig dann, als er die Raten für das neue Auto, die teure Wohnungseinrichtung nicht mehr zahlen kann.

Illusion von der Bonner Wunderwaffe

Vor wenigen Tagen stand es, millionenfach, in der Zeitung: "Vor Mai", so Bundeswirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff, werde es für die Bundesregierung "kaum möglich" sein, die Konjunktur ein weiteres Mal anzureizen.

Die Vorreiter von Stuttgart

Denen, die da mit dem Ruf "Dürrlein, wir holen dich" vor dem Hotel Graf Zeppelin am Stuttgarter Hauptbahnhof aufgezogen sind, zeigt sich dessen Kontrahent.

Scheener Tod

Manche Staaten des Ostblocks bestreiten bis zu einem Drittel ihres Handelsvolumens mit Tauschgeschäften. Der nächste Schritt ist die Gründung eigener Handelsunternehmen im Westen.

Europas Ohnmacht

Bundeskanzler Helmut Schmidt ist am letzten Wochenende zu einem Blitzbesuch zum französischen Staatspräsident ten Giscard d’Estaing nach Paris geflogen.

Bonner Kulisse

Die Entscheidung über den Nachfolger des Präsidenten beim Bundesfinanzhof, Professor Hugo von Wallis, ist gefallen. Von Wallis tritt Ende April in den Ruhestand.

Schöner kaufen

Nach zwei Jahren Anbau, Umbau, Umorganisation und Improvisation, weil der Verkauf weitergehen mußte, wird nun die Eröffnung des "neuen KaDeWe" gefeiert: 1500 geladene Gäste zu einem Galaabend, unter ihnen – sozusagen der erste Konsumbürger seines Landes – Bundespräsident Walter Scheel und Berliner Prominenz aus Politik, Kunst und Wirtschaft.

Pariser Geschichten

Nicht nur die Deutsehen, auch die Franzosen sind ausgesprochene Vereinsmeier. Allein im Pariser Telephonbuch füllt das Stichwort "Association" mehr als fünf Seiten – gut tausend Vereine aller Art.

Zwischen Alltag und Mission

Mir will es nicht in den Kopf, daß im Zuge eines technischen Fortschritts Arbeitnehmer materielle Nachteile erleiden. Was ist das eigentlich für ein Fortschritt?" So sinnierte jüngst Franz Steinkühler, Bezirksleiter der Industriegewerkschaft Metall im lohn- und gesellschaftspolitischen Exerzier-Bezirk Baden-Württemberg.

Gespräche am Bankschalter: Schlechter Rat wurde teuer

Der Bundesgerichtshof hat ein bemerkenswertes Urteil gefällt: der Herausgeber eines Börsendienstes haftet für grobe Fahrlässigkeit bei den Recherchen seiner Redakteure, falls einem Abonnenten dadurch Schaden erwachsen ist.

Firmen und Fakten

Der Gesellschaft ist es nicht nur gelungen, für 1977 die bisherige Bardividende von acht Mark beizubehalten, sondern den versteuerten Rücklagen einen von 3,1 auf 6,1 Millionen Mark erhöhten Betrag zuzuführen.

Erleichterung macht Geld locker

Die Hoffnungen der Börsianer auf eine Geschäftsbelebung im neuen Monat. haben nicht getrogen. Sowohl am Renten- als auch am Aktienmarkt stiegen nach der Monatswende die Umsätze.

Wohnungsbau: Es geht wieder aufwärts

Jahrelang hatte die Baubranche mit Schwierigkeiten zu kämpfen, nun scheint sie langsam wieder auf die Beine zu kommen. Vor allem im Wohnungsbau tut sich etwas.

Es war einfach notwendig

Zahn: Der Arbeitskampf ist leider! noch nicht beendet. Zwar ist ein Verhandlungsergebnis erzielt worden. Aber es wird ja noch bis zum Ende der Woche gestreikt.

Buch der Woche

Das Buch trifft mitten hinein in die Gegenwartsproblematik der Tarifpolitik. 27 Unternehmer, Professoren, Berater, Vorstandsmitglieder und Bankiers beschreiben den Wandel des Begriffs Rationalisierung, ihre Anwendung in der Unternehmensführung und -praxis, in außerbetrieblichen Institutionen und in der Wirtschaftspolitik.

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