Eines Tages rief Herr Säuberlich die Familie nebst Anhang zusammen und sagte: "Kinder, so geht das nicht mehr weiter mit den Krisen in der Welt, mal brennt’s hier, mal brennt’s dort, da kommt man ja einfach nicht mehr mit und verliert völlig den Überblick. Darum schlage ich eine Arbeitsteilung vor. Jeder von uns bekommt ein Ressort zugeteilt, dem er sich ausschließlich zu widmen hat, und erstattet uns von Zeit zu Zeit Bericht. Einverstanden?" Alle nickten zustimmend. "Gut", sagte Herr Säuberlich zufrieden, "dann mal los: Wer von euch hat Lust, sich um die Dollarkrise zu kümmern?"

"Ich", meldete sich Tom, "er steht übrigens heute bei DM 2,04, hat sich also leicht erholt".

"O. K.", sagte sein Vater, "halte uns über seinen Kurs täglich auf dem laufenden, schlage Alarm, wenn er unter DM 1,75 fällt, und kümmere dich nebenbei noch um die Auswirkungen auf unseren Export. So, das wäre das... dann, sehr wichtig: die brüchige Koalition unter besonderer Berücksichtigung der FDP und ihrer Lockerungsübungen".

"Die FDP ist mein Fall", sagte Tante Ruth, "diese Partei war schon immer ein Steckenpferd von mir."

"Laß sie keine Minute aus den Augen", ermahnte sie ihr Bruder, "sie ist total unberechenbar und entgleitet einem leicht. Dann ... ach ja, die Krise am Horn, der Somalia-Äthiopien-Konflikt, wer will, wer will, wer hat noch nicht? Du, Felix? Fühlst du dich wirklich einer so heiklen Aufgabe gewachsen? Du weißt, da unten herrscht ein fürchterliches Durcheinander..."

"Felix ist doch noch fast ein Kind", protestierte seine Mutter, "ich möchte nicht, daß er überfordert wird."

"Zwei Monate Horn-Krise zur Probe", entschied Herr Säuberlich, "bei den Waffengeschäften kann ihm Onkel Fred zur Hand gehen ... sag mal Lydia, wolltest du nicht immer schon mal nach Irland reisen? Dann könntest du doch..."