Als Peter Frerk zum Personalchef des VW-Werkes berufen wurde, trieb das – unter anderem – den damaligen Unternehmenschef Kurt Lotz zur Abdankung. Frerk stand für ihn zu sehr im Ruch eines Arbeitsdirektors.

Nun aber, da VW im Gefolge der Mitbestimmung tatsächlich den Arbeitsdirektor braucht, verliert Frerk sein Ressort. Der Aufsichtsrat, der am Donnerstag dieser Woche tagt, auch um über Kapitalerhöhung und Dividende zu reden, hat dem Vernehmen nach den einstigen IG-Metall-Redakteur Karl-Heinz Briam für diesen Posten ausgesucht, der seit 1972 Arbeitsdirektor bei der Friedrich Krupp Hüttenwerke AG ist. Es heißt, der VW-Betriebsrat habe die Trennung von Frerk gewünscht, was aber von Georg Wenzel, dem Geschäftsführer des Gesamtbetriebsrates, entschieden bestritten wird.

Frerk selbst war zu diesem Thema nicht zu sprechen. Er wird voraussichtlich das Ressort übernehmen, das der zum Präsidenten des Verbandes der Auto-Industrie avancierte Horst Badesmann hinterließ: Rechtswesen, Revision, Volkswirtschaft. Die Öffentlichkeitsarbeit, früher ebenfalls bei Backsmann, hat sich VW-Chef Toni Schmücker selbst unterstellt.

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Der "Sparkassen-Skandal" von Witten erhielt eine neue unrühmliche Facette. Die Deuspa-Treuhand GmbH & Co Vermögensverwaltungs-KG in Dortmund, die der Sparkasse im Dezember einen Mahnbescheid von 87 geschädigten Anlegern über zwanzig Millionen Mark präsentierte, legte Dokumente vor, die den in Untersuchungshaft sitzenden früheren Direktor der Sparkasse, Werner Tübel, zusätzlich belasten.

Der Sparkassenchef, ein enger Freund des Ex-Chefs der Westdeutschen Landesbank Ludwig Poullain, war über Kredite gestolpert, die er einem mittlerweile in Konkurs geratenen Unternehmen und sich selbst gewährt hatte. Außerdem soll er die 87 Anleger getäuscht haben. So habe die Sparkasse einen 25-Millionen-Mark-Kredit für das spanische Abschreibungsobjekt "Isla de Rosas" gar nicht ausgezahlt, sondern mit Hilfe der Abschreibungsunternehmer dies nur vorgetäuscht, um die Anleger und das Finanzamt zu schädigen. Das Geld sei in Wirklichkeit über Spanien und eine Briefkastenfirma in der Schweiz kurze Zeit später wieder auf den Konten der Sparkasse gutgeschrieben worden.

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