Das neueröffnete KaDeWe in Berlin gibt die traditionelle Konzeption auf

Von Gunhild Freese

Eine Warenhauseröffnung als gesellschaftliches Ereignis? Eben dieses zelebrierte diese Woche das Westberliner Kaufhaus des Westens, bekannter unter seiner Abkürzung KaDeWe.

Nach zwei Jahren Anbau, Umbau, Umorganisation und Improvisation, weil der Verkauf weitergehen mußte, wird nun die Eröffnung des "neuen KaDeWe" gefeiert: 1500 geladene Gäste zu einem Galaabend, unter ihnen – sozusagen der erste Konsumbürger seines Landes – Bundespräsident Walter Scheel und Berliner Prominenz aus Politik, Kunst und Wirtschaft.

Damit möchte sich das Haus selbst zum gesellschaftlichen Ereignis machen, getreu seinen Vorbildern: Bloomingdales in New York, Harrods in London, Au Printemps und Galeries Lafayette in Paris – allesamt Konsumtempel der feinsten Sorte.

Für drei Tage wurde das Berliner Kauf- und Schaupublikum diese Woche ausgesperrt, um den Handwerkern letzte Handgriffe, dem Verkaufspersonal letzte Ein- und Uniräumarbeiten in Ruhe zu ermöglichen, bevor der große Publikums-Ansturm am 6. April einsetzt.

Über 120 Millionen Mark hat der Frankfurter Hertie-Konzern, dessen Flaggschiff das KaDeWe schon immer gewesen ist, in den Erweiterungsbau gesteckt, der sämtliche sechs Stockwerke vergrößert hat. Deutschlands bekanntestes und selbst von der Konkurrenz neidlos als glanzvollstes anerkannte Kaufhaus ist nun auch wieder das größte. Die Verkaufsfläche wurde um 10 000 auf 43 000 Quadratmeter erweitert.