Die Welle gewalttätiger Demonstrationen, die in den vergangenen Wochen durch rund 30 Städte rollte, hat bisher mindestens 22 Todesopfer, zahlreiche Verletzte und beträchtlichen Sachschaden gefordert. Als Urheber der Unruhen nennt der iranische Rundfunk "schwarze und rote Reaktionäre". Hinweise, daß in den Städten Qom, Yazd, Maschad und Täbris Demonstranten nach Moscheebesuchen durch die Straßen zogen, verstärkten bei westlichen Beobachtern in Teheran den Eindruck, daß vor allem reaktionäre islamische Geistliche hinter den Ereignissen stehen, die seit Jahren gegen das auf Säkularisierung abzielende Reformprogramm des Schahs polemisieren. Andererseits scheinen aber auch kommunistische Untergrundorganisationen an den Unruhen beteiligt zu sein. So meldet die Konföderation iranischer Studenten (Cisnu), daß während der Demonstrationen in Täbris antiimperialistische Losungen gezeigt worden seien. Aus Solidarität mit den politischen Gefangenen im Iran trat die Organisation "weltweit" in einen unbefristeten Hungerstreik.