In diesen Wochen dreht sich beinahe alles um die Löhne. Und die magische Zahl in diesem Tariffrühling ist dabei die Fünf, die bei der Einigung in der Metallindustrie von Nordwürttemberg/Nordbaden eine große Rolle spielte. Auf eine fünfprozentige Erhöhung der Löhne und Gehälter haben sich in der letzten Woche aber auch die Tarifpartner in der Papier, Pappe und Kunststoffe verarbeitenden Industrie geeinigt.

Mit einer harten Lohnrunde rechnet der Vorsitzende der IG Baur Steine-Erden. Seine Organisation will Lohnerhöhungen von 7,7 Prozent. Im gewerkschaftlichen Forderungskatalog stehen außerdem verbesserte Nebenleistungen. Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes bezifferte die Belastung mit mehr als dreizehn Prozent. Nach wie vor müßten die Unternehmen des Baugewerbes mit unzureichenden Erträgen rechnen, meint der Verband. Eine Baupreissteigerung zwischen vier und fünf Prozent wird als realistisch angesehen.

Noch hat er zwar nicht ja gesagt, an seiner Zustimmung zu den Nahdienst- und Zeittakt-Plänen beim Telephon kann jedoch kaum gezweifelt werden. Und Postminister Kurt Gscheidle hat nun entschieden: Der Nahdienst wird zum Acht-Minuten-Takt von sechs bis 18 Uhr, zum Zwölf-Minuten-Takt von 18 bis sechs, und am Wochenende von Samstag 14 bis Montag sechs Uhr eingeführt. Das System ersetzt das bisherige unbegrenzte Ortsgespräch für 23 Pfennig. Der neue bis 1982 vorgesehene Nahdienstbereich wird allerdings so zugeschnitten, daß künftig mehr Menschen billiger als bisher telephonieren können, durch den Takt allerdings zeitlich begrenzt.