Wolfgang Schmidt (Niederselters), als Nachrücker für den verstorbenen SPD-Bundestagsabgeordneten Wolfgang Schwabe seit drei Monaten wieder Mitglied des Bundestags (er war es schon von 1969 bis 1976), sorgte mit seiner Forderung, Bonn solle die Staatssubventionen für die Berlin-Flüge ausländischer Fluggesellschaften streichen, für Schlagzeilen.

Daß ausgerechnet Schmidt sich dafür stark gemacht hat, entbehrt nicht der Pikanterie. Wolfgang Schmidt ist nämlich Angestellter der Deutschen Lufthansa, die nicht nach Berlin fliegen darf. In der Sache allerdings spricht einiges dafür, die Zuschüsse zu streichen. Seit die politischen Risiken auf den Transitwegen nach Berlin (Straße und Bahn) entfallen sind, ist die Zahl der Berlin-Reisen per Flugzeug rapide (um rund 50 Prozent) zurückgegangen. Experten meinen daher, Zuschüsse seien nur dann gerechtfertigt, wenn das Verkehrsaufkommen damit erheblich zugunsten Berlins gesteigert werden könne.

Schmidt hat sich übrigens auch schon während seiner früheren Tätigkeit als Abgeordneter massiv für seinen Arbeitgeber eingesetzt, bei dessen Tochtergesellschaft, der Lufthansa Commercial Holding, er im Aufsichtsrat sitzt. Verschiedentlich hatte Schmidt die Forderung erhoben, vom deutschen Steuerzahler subventionierte Flugreisen (Gruppenflüge von Sport- und Kulturvereinen, Dienstreisen der Beamten) sollten ausschließlich. mit der nationalen Gesellschaft vereinbart werden.

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Wilhelm Hankel, glückloser Ex-Chef der Helaba, davor Währungsexperte in Bonn, hat im Herbig-Verlag ein ebenso amüsantes wie spannendes und informatives Buch geschrieben. Unter dem Titel "Caesar – Goldne Zeiten führt’ ich ein" unternimmt Hankel an Hand historischer Dokumente einen Ausflug in das Wirtschaftsimperium des römischen Weltreiches.

Der Caesar der Schulbücher entpuppt sich unter Hankels Feder als "Ökonom hohen Grades", der den Grundstein für eine 300jährige Prosperität und Stabilität des Weltreiches gelegt hat. Selbst für moderne Weltökonomen lehrreich ist das Kunststack Caesars und seiner Nachfolger, die römische Währung, den Aureus Denarius, trotz permanenter passiver Zahlungsbilanz Roms bis in das Zeitalter Diokletians (284 bis 305 n. Chr.) stabil gehalten zu haben.

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