Die drei größten deutschen Chemieunternehmen, Bayer, Hoechst und BASF, werden für 1977 die Dividende kürzen; denn auch sie litten unter der abgeschwächten Chemiekonjunktur und dem Dollarverfall.

Die bisher bekannten Gewinnzahlen der Aktiengesellschaften lassen die angekündigten Dir videndenkürzungen gerechtfertigt erscheinen; dennoch werden zumindest die deutschen Aktionäre bei Berücksichtigung der Steuergutschrift mehr als 1976 an ihren Papieren verdienen. Eine Dividende von 6 Mark, höchstens aber 6,50 Mark, scheint geplant zu sein, nachdem Bayer und Hoechst zuletzt 8 Mark und BASF 8,50 Mark gezahlt hatten.

Die Zahlen zur Entwicklung der AG sind bei der Betrachtung der Konzerne nicht überzubewerten. Denn nicht einmal die Hälfte der Weltumsätze entfallen auf die Muttergesellschaften. Zumindest in der Umsatzentwicklung hat Bayer am besten abgeschnitten. Die Zahlen über das Auslandsgeschäft täuschen ohnehin; denn durch die Dollarabwertung kann es beim Umrechnen in Mark zu Umsatz- und Gewinneinbußen kommen, selbst wenn es im Ausland Zuwachsraten gab. Trotz aller negativen Einflüsse auf das Zahlenwerk 1977 der drei Unternehmen: Die Vorstände sind sich einig, daß die Chemie zu den Wachstumsbranchen gehört.

Zu späte Tarifanhebung führte bei den Nordwestdeutschen Kraftwerken zu einem Ertragseinbruch.

Trotz einer Stromabsatzsteigerung im eigenen Versorgungsgebiet um 7,4 Prozent (Bundesdurchschnitt vier Prozent) verringerte sich bei dem zum Veba-Bereiche gehörenden Unternehmen das betriebswirtschaftliche Ergebnis im Geschäftsjahr 1976/77 (30. 9.) von 99 auf 61,5 Millionen Mark und der Gewinn je 50-Mark-Aktie von 12 auf 7,50 Mark; An dem Gewinnrückgang ist nur zum Teil die erhöhte Körperschaftsteuer schuld. Mehr zu Buch schlugen die Verzögerungen im Kraftwerksbau, vor allem die verweigerte Betriebsgenehmigung des Kernkraftwerks Unterweser. In Erwartung, daß dieses Werk schon im Berichtsjahr für preiswerten Strom sorgen würde, hat der Vorstand die lange fällige Anhebung der Stromtarife immer wieder hinausgeschoben. Sie trat erst am 1. Juli 1977 in Kraft und hat damit nur für drei Monate zum Ergebnis beitragen können. Unter diesen Umständen mußte auf eine Rücklagenzuweisung verzichtet werden. Die Bardividende wird von acht auf sieben Mark gekürzt. Nur durch die Körperschaftsteuerreform erhalten die Aktionäre mehr als im Vorjahr.