Die Leidenszeit der in den USA investierenden deutschen Fonds hielt auch in den ersten drei Monaten dieses Jahres an. Während die meisten Aktien- und Rentenfonds für diese Zeit respektable Gewinnsteigerungen aufzuweisen hatten, verharrten die Fonds mit ausschließlich oder vorwiegend US-Aktien im Portefeuille in den roten Zahlen. Was im Laufe der Zeit an Ersparnissen verlorenging, ist an Fonds "Amerika Dynamik" deutlich abzulesen. In den Jahren von 1972 bis Ende 1976 waren es 21 Prozent des eingesetzten Geldes. 1977 kam noch ein Minus von 6,3 Prozent hinzu – und in den ersten drei Monaten dieses Jahres stehen auf der Minusseite bereits wieder 7,7 Prozent.

Diese Pleite ist sicherlich nicht allein den Fonds-Managern anzulasten. "Sie taten ihr Bestes", möchte man sagen. Aber gegen die langanhaltende Wall-Street-Baisse waren sie ebenso machtlos wie gegen den Dollar-Kursverfall. Es war 1971 einfach falsch, sich für einen Fonds zu entscheiden, der ausschließlich in US-Aktien investieren wollte.

Was man statt dessen hätte tun sollen, ist ebenfalls aus unserer obigen Tabelle ablesbar, nämlich Rentenfonds-Anteile kaufen. Die meisten Rentenfonds erzielten in den Jahren 1972 bis 1976 Wertsteigerungen von über 40 Prozent, im Jahre 1977 kamen noch einmal mehr als 10 Prozent hinzu. Und im ersten Quartal dieses Jahres steht bereits ein neues Plus von über drei Prozent in ihren Büchern. Wohlgemerkt – alle diese Rechnungen berücksichtigen die zwischenzeitlich erfolgten Ausschüttungen. Sie müssen zu den ablesbaren Veränderungen der Rücknahmepreise hinzugerechnet werden.

In Zukunft werden die Wertsteigerungen bei den Rentenfonds-Anteilen geringer ausfallen. Der Zins hat in etwa seinen Tiefpunkt erreicht, damit sind Kursgewinne am Rentenmarkt nicht mehr zu erwarten. Und diese waren es gerade, die in den vergangenen Jahren maßgeblich zum Anlageerfolg der Rentenfonds beigetragen haben.

Rückläufig werden aber auch ihre Ausschüttungen sein. Denn die Durchschnittsverzinsung der in den Portefeuilles enthaltenen festverzinslichen Wertpapiere wird von Monat zu Monat geringer, weil die neu zufließenden Mittel zu den heute geltenden niedrigen Zinssätzen angelegt werden müssen. Hinzu kommt, daß ein Teil der hochverzinslichen Titel zur Rückzahlung heransteht.

Die Fonds-Manager überlegen, wie sie den Prozeß der Zinsverminderung verlangsamen können. Möglich wäre dies durch ein Ausweichen auf ausländische Titel. Das würde in Einzelfällen fünf bis sechs Prozent mehr bringen. Entgegen steht dem einmal möglicherweise die Fonds-Satzung, falls sie die Anlage ausschließlich in deutschen Werten vorschreibt, aber ebenso das Währungsrisiko. Das Mehr an Zinsen könnte leicht durch Währungsverluste wieder verlorengehen. Keine Rosen ohne Dornen.

K. W.