Das Abenteuer einer anrüchigen Bergbesteigung auf Tod und Leben im Berliner Dorf Lübars

Von Paul Moor

In Lübars, dem letzten echten, relativ unveränderten Bauerndorf innerhalb der Stadtgrenzen Berlins, haben wir nicht Eisberge, sondern Scheißberge. Eben bin ich von meinem gewöhnlichen langen Morgenspaziergang – Schildower Weg bis zur Mauer, dann nach Süden die Mauer entlang, Blankenfelder Chaussee bis zum Dorfanger – zurückgekommen, wobei ich sehen konnte, wie einer unserer Scheißberge in Säcken weggetragen wird. Vor ein paar Monaten bildete dieser Berg den Höhepunkt meines bisher größten und, ohne Übertreibung, lebensgefährlichsten Lübarser Abenteuers.

Unser junger, sympathischer evangelischer Dorfpfarrer Axel Luther schrieb einmal: "In früheren Jahren war Lübars ein ‚Geheimtip‘. Heute kommen immer mehr Menschen aus Berlin, aus Westdeutschland und häufig sogar aus dem Ausland hierher. Sie finden am Rande der Großstadt ein idyllisches märkisches Bauerndorf. Es lädt ein zum Verweilen. Dem Wanderfreund bieten sich das Fließtal und die Felder und Wiesen an. Einen besonders weiten Ausblick hat man vom Berg des Freizeitparkes, der zwischen Lübars und Rosenthal entsteht. Lübars und seine Umgebung haben offenbar schon immer Menschen angezogen. Die älteste menschliche Ansiedlung im Lübarser Raum – um 1000 v. Chr. – lag auf dem Kienwerder, einer weit ins Fließtal hinausragenden Talsandzunge, die in früheren Zeiten eine Insel gewesen ist. Ins Licht der Geschichte tritt Lübars erst im Jahre 1247, immerhin schon drei Jahre nach der ersten urkundlichen Erwähnung Berlins. Die Urkunde des Jahres 1247 berichtet davon, daß die askanischen Markgrafen Johann und Otto die ‚beuth‘, das heißt die Honigausbeute von Lübars, den Nonnen des Spandauer Benediktinerinnenklosters vermachen."

Liebe auf den ersten Blick