Ein neues Laser-Skalpell, das sich besonders für Hauttransplantationen bei Patienten mit schweren Verbrennungen eignet, haben Forscher der Universität Seattle im US-Bundesstaat Washington vorgestellt. Beim Ablösen großflächiger Hautpartien treten starke Blutungen auf, die bisher durch die elektrische Hitzeverschweißung der Blutgefäße beim Schneiden, der sogenannten Kauterisation, in Grenzen gehalten wurden. Das neue Skalpell senkt den Blutverlust gegenüber der Kauterisation auf ein Drittel. Es besteht aus einem keilförmig geschliffenen Quarzkristall, in den über einen flexiblen Lichtleiter aus Glasfasern das Licht eines Argonlasers gespeist wird. Dank der optischen Brechung tritt das Laserlicht vorwiegend an der Schneidefläche des Kristalls aus, wo es die Blutgefäße wieder zusammenschweißt, die von der scharfen Schneide beim Ablösen der Hautschicht durchtrennt wurden. Blutkörperchen sind für das rote Licht des Argonlasers besonders empfindlich, so daß die Blutung durch Gerinnung des Blutes zusätzlich vermindert wird. Die neue Technik macht es nach Meinung der Erfinder erstmals möglich, die gesamten verbrannten Hautpartien auf einmal zu ersetzen – anstatt, wie bisher, in mehreren Operationen. Dadurch wird das Risiko des Patienten, an den giftigen Zersetzungsprodukten der verbrannten Haut zu sterben, bedeutend verringert.

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Der achte Amateurradiosatellit der Oscar-Serie wurde von der US-Weltraumbehörde Nasa Anfang März im "Huckepackverfahren" mit dem Erderkundungssatelliten Landsat-C gestartet. Oscar-8 war wie seine Vorgänger von Funkamateuren aus Japan, Kanada, den USA und der Bundesrepublik selbst entwickelt, gebaut und getestet worden. Seine Sendeempfänger strahlen ein auf einer bestimmten Frequenz im UKW-Bereich empfangenes Funksignal verstärkt wieder aus und ermöglichen so interkontinentalen Weltraum-Amateurfunk.

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Wie schlafen Krokodile? Mit dieser Frage beschäftigen sich B. F Warner und J. E. Huggins von der Universität Houston im US-Bundesstaat Texas. Der Schlaf ist eine der seltsamsten und noch wenig erforschten Verhaltensweisen im Tierreich, und es ist schwer, seine Funktion zu bestimmen. Viele Tiere kommen nicht ohne Schlaf aus, andere scheinen darauf verzichten zu können, und bei vielen Kaltblütern, etwa bei Fischen, läßt sich kaum ein Unterschied feststellen, der anzeigt, ob sie wach sind oder schlafen. Besser erforscht sind die Schlafgewohnheiten der Vögel, der Säugetiere und des Menschen. Hier hat man an Hand der vom Elektroenzephalographen (EEG) gelieferten Hirnstromkurven verschiedene Schlaftiefen nachweisen können: den "passiven Schlaf" und den von lebhaften Augenbewegungen und Träumen begleiteten "aktiven Schlaf". Als Vorfahren der heutigen Säugetiere und Vögel gelten die niederen Reptilien, die vor etwa 200 Millionen Jahren in der Jurazeit lebten, und es wäre interessant, zu wissen, ob sie auch schon aktiven Schlaf zeigen. Allerdings sind diese Reptilien weitgehend ausgestorben. Nur eine Gruppe hat sich, als "lebendes Fossil" bis heute erhalten, und das sind die Krokodile. Die texanischen Forscher haben daher ihr Krokodil an einen empfindlichen EEG angeschlossen und ihm dann in einem Tank mit warmem Wasser ein bequemes Bett bereitet. Das Tier fiel auch in Schlaf, das EEG zeigte die typischen Kurven des "passiven Schlafs", und Herzschlag und Atmung waren verlangsamt. Die Kurvenformen des "aktiven Schlafs" jedoch traten nicht auf, das Krokodil schien auch nicht zu träumen. Die Forscher schließen aus ihrem Versuch, daß der "aktive Schlaf" erst in späteren Entwicklungsstufen "erfunden" wurde, etwa bei den höheren Reptilien. Warum, bleibt allerdings vorläufig ein Rätsel.

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Ein lichtempfindliches vielfarbiges "Regenbogenglas" haben Wissenschaftler der Corning-Glaswerke in Corning im US-Bundesstaat New York entwickelt. Es besteht aus einer Natriumfluoridhaltigen Glasgrundmasse, in die kleine Flitterchen aus metallischem Silber eingelagert sind. Bestrahlt man das auf eine Temperatur von etwa 350 Grad Celsius, also noch unterhalb des Schmelzpunktes, erhitzte Glas mit einer starken Ultraviolettlampe, so färbt es sich, je nach Intensität der Strahlung, in allen Regenbogenfarben ein. Die Farbskala reicht von schwach gelb über blau, purpur bis zum tiefen Rot. Die Farben, die auch nach dem Erkalten stabil sind, kommen wahrscheinlich durch unterschiedliche Kristallstrukturen zustande, die das Glas mit den Silberatomen zusammen bildet. Natürlich kann man seit Jahrtausenden Glas mit Hilfe chemischer Zusätze färben. Es ist aber nur mit großen Anstrengungen möglich, auf diese Art farbige Bilder, nicht nur Muster, zu erzeugen – ein Beispiel bieten die Kirchenfenster alter Kathedralen. Mit dem neuen Glas hingegen ist es einfach, man muß nur ein schwarz-weißes Negativ auf das Glas legen und mit Ultraviolett bestrahlen. So kann man, zum Beispiel für Archive und Museen, dauerhafte Dias herstellen. Aus dem Glas lassen sich auch vielfältige Gebrauchsgegenstände herstellen, und vor allem für Kunst ist hier ein neuer, vielversprechender Werkstoff vorhanden.