Zum Stichwort "Es ist etwas laut im Staate Dänemark" quillt aus einem anusartigen Loch am Fuß einer hohen, die Bühne quer unterteilenden Wand braun gefärbter Schaum, der im Verlauf des Monologs erstarrt

Die "Frankfurter Rundschau" in einer Voraus-Beschreibung von Hans Neuenfels "Hamlet"-Inszenierung, die Ende Mai am Hamburger Thalia-Theater Premiere haben soll.

Die Sinnlichen kommen

Die "Frankfurter Rundschau" zur Tatsache, daß die Regisseure Wilfried Minks und Johannes Schaaf ans Frankfurter Theater engagiert wurden.

Mit dem Kanzler feiern

Eigentlich ein schöner Gedanke: der Bundeskanzler, als schierer Pragmatiker, als "Macher" verschrieen, möchte ein Fest feiern mit ein paar Spinnern, mit den Theaterleuten. Also schickt das Bundeskanzleramt eine Einladung an Künstler, Kritiker und ähnliche, "aus Anlaß der Berliner Theaterwochen 1978" (gemeint ist offenbar das Berliner Theatertreffen 1978) zusammen mit Helmut Schmidt und Dietrich Stobbe ein "Theaterfest" in den Räumen der Akademie der Künste Berlin zu feiern. Doch wer sich spontan über die Einladung freut, hat sich zu früh gefreut – denn bevor Kanzler und Künstler nach Herzenslust zusammen feiern dürfen, müssen erst einige Regeln des deutschen Ordnungs- und Obrigkeitsstaates befolgt werden. Der Eingeladene ist nicht nur aufgefordert, im "dunklen Anzug" vor seinem Kanzler zu erscheinen (was nahezu alle bekannteren deutschen Theaterkünstler in erhebliche Verlegenheit bringen dürfte), sondern er muß, wenn er die Einladung annimmt, Auskunft geben über Name, Vorname, Geburtsdatum und Geburtsort – sowie über Name, Vorname, Geburtsdatum und Geburtsort seines Ehegatten oder ggf. seines nicht mit ihm verehelichten Begleiters. Wenn alle Formalitäten erfüllt sind, so versichert die Einladung im schönsten Kanzleramtsdeutsch, "erhalten Sie rechtzeitig zum Fest eine gesonderte Einlaßkarte". Ein denkwürdiger Vorgang: da möchte der Kanzler mal mit den Künstlern und Intellektuellen in Kontakt kommen, und dann verfassen seine Untergebenen eine Einladung, die von einem panischen Mißtrauen gegen die Eingeladenen (unter denen sich ja vielleicht "Sympathisanten", Attentäter vielleicht, verbergen könnten?) gekennzeichnet ist. Hoffentlich gibt es Theaterkünstler genug, die sich der strengen Prüfung durchs Kanzleramt unterziehen. Sonst müssen am 18. Mai Kanzler und Regierender Bürgermeister im Kreise ihrer Gattinnen und Sicherheitsbeamten allein ihr Theaterfest feiern.

Skandal in Fortsetzungen