Jimmy Carter hat Mitte dieser Woche seinen ersten großen Sieg in der Außenpolitik errungen. Die Zustimmung des Senates zum: letzten der beiden Verträge, die bis zum Jahr 2000 die Übergabe des Panama-Kanals aus amerikanischen in panamesische Hände regelt, läßt den bislang so glücklosen Präsidenten auf einmal in besserem Licht erscheinen.

Carter hat viel gewagt und viel gewonnen. Der von ihm geforderte Verzicht auf die amerikanische Hoheit über die Wasserstraße schmerzte viele seiner Landsleute. Ihnen galt der Kanal noch immer als ein Symbol der Größe Amerikas: ein Denkmal amerikanischen Pioniergeistes, ein wirtschaftlicher und strategischer Lebensnerv.

Nun müssen die Amerikaner langsam Abschied nehmen von diesem Brückenkopf in einem fremden Land. Die Fronde gegen die Verträge hat gezeigt, wie schwer ihnen das fällt. Aber Carter hat sich nicht beirren lassen. Das Ja-Wort des Senats belohnt seinen hohen Einsatz. Weil es Großmut gegenüber einem kleinen Land bewies, kann sich Washington in Lateinamerika wieder sehen lassen. Weil er mutige Außenpolitik gegen heftigen Widerstand durchsetzte, hat der Präsident als Partner für die Welt an Statur gewonnen. Weil er in einer schwierigen Frage Führungsqualitäten bewies, wird Jimmy Carter auch zu Hause Durchschlagskraft besitzen. Er kann sie brauchen. Auf den Präsidenten warten noch viele Herausforderungen. D. B.