Sparen ist heute ein "Zusatzgeschäft." Für die fünfprozentige Tranche der neuen Bundesanleihe beträgt bei einer Inflationsrate von 3,1 Prozent der Realzins nur noch 1,9 Prozent. Wer auf die Zinsen noch Steuern zu Zahlen hat, muß ohnmächtig zusehen, wie seine Spargroschen allmählich aufgezehrt werden. Was kann man dagegen tun?

Einen Nominalzins bei Anleihen von fünf Prozent hatten wir zuletzt 1959. Danach stieg er unter Schwankungen bis zehn Prozent. Jetzt ist er wieder auf den Stand von vor fünfzehn Jahren zurückgefallen. Fast alle Experten sind der Meinung, daß er kaum noch weiter sinken wird. Allerdings besteht vorerst auch keine Aussicht auf einen Wiederanstieg. Das immer noch ungenügende wirtschaftliche Wachstum läßt einen höheren Zins nicht zu.

Sie tun gut daran, meine verehrten Leser, sich für die nächsten zwölf Monate auf einen im Grunde gleichbleibenden, dennoch ständig leicht schwankenden Zins einzustellen. Das bedeutet, daß die Zeit der Kursgewinne am Rentenmarkt vorüber ist.

In den festverzinslichen Papieren ist das Risiko heute größer als die Chance steigender Notierungen. Da jedoch für die Kurse keine akute Gefahr besteht, braucht der Besitzer festverzinslicher. Papiere vorerst keine Verkaufsentschlüsse zu fassen.

Welche Renditen auf dem Rentenmarkt zur Zeit erzielbar sind, deutet die neue Bundesanleihe an. Sie wird als "Dreidecker" angeboten. Die erste Tranche (Nominalzins fünf Prozent) bringt bei sechsjähriger Laufzeit eine Rendite von fünf Prozent, die zweite (Nominalzins 5 1/4 Prözent) bei achtjähriger Laufzeit eine von 5,33 Prozent und die dritte (Nominalzins 5 3/4 Prozent) bei zwölfjähriger Laufzeit eine von 5,75 Prozent.

Je länger die Laufzeit, desto besser die Verzinsung. Dieser Grundsatz zieht sich heute durch den gesamten Rentenmarkt. Bei den langen Laufzeiten wird das bis zur Tilgung dem Papier innewohnende Kursrisiko honoriert. Denn mit ziemlicher Sicherheit wird der Zins eines Tages wieder anziehen. Vielleicht nicht gleich bis zehn Prozent. Aber selbst ein geringer Anstieg hätte fallende Rentenkurse zur Folge.

Es kommt also darauf an, eine geeignete Zwischenanlage zu finden, um später einen höheren Zins kassieren zu können. Aber wie?