Von Lothar Ruehl

Neue Bücher über militärische Fragen und Militärpolitik in deutscher Sprache kommen zumeist aus zwei verschiedenen Richtungen: aus den anglo-amerikanischen Denkschulen der Strategie, Waffensystemforschung und Analyse der Streitkräftestrukturen oder aus deutschen Denkschulen der Konfliktforschung. Originelle deutsche Beiträge zu den wirklichen Problemen der Verteidigung sind selten. Sie finden sich zumeist in Fachzeitschriften oder in Beiträgen zu Gemeinschaftsarbeiten, die von wissenschaftlichen Institutionen herausgegeben werden.

Zwei jüngere Veröffentlichungen geben Beispiele für beide Fälle: das nur in englischer Sprache vorliegende knappe Buch

"Beyond Nuclear Deterrence. New Aims – New Arms"; herausgegeben von Johan Holst und Uwe Nerlich; Crane & Russak, New York 1977; 314 S., 16 $

– die Herausgeber sind namhafte Mitglieder der Internationalen Gemeinde der Verteidigungsforschung – und die Arbeit von

Klaus-Dieter Schwarz (Hrsg.) "Sicherheitspolitik. Analysen zur politischen und militärischen Sicherheit"; Osang Verlag, Bad Honnef; 498 S., 46,– DM.

Beide Bücher sind für interessierte Leser, die sich über den Stand der Problemstellung und Bearbeitung aktueller Fragen in diesem Bereich informieren wollen, von beträchtlichem Wert. Beide sind aber sehr unterschiedlich angelegt und haben kaum vergleichbare Entstehungsgeschichten.