• Zur besseren Verteilung der knappen Arbeit wird immer wieder gefordert, Überstunden gesetzlich zu begrenzen. Der SPD-Abgeordnete Egon Lutz hat sich jetzt für eine Beschränkung auf zwei Überstunden je Arbeitnehmer und Woche ausgesprochen.

Lennings: Durch eine Begrenzung oder gar ein Verbot von Überstunden würde die Flexibilität eines Industrieunternehmens stark beschnitten, ohne daß neue Arbeitsplätze entstehen.

  • Können Sie das an Beispielen erläutern?

Lennings: Wir haben oft knappe Liefertermine, zu denen uns der internationale Wettbewerb zwingt. Wenn wir nicht in der Lage wären, innerhalb einer bestimmten Frist zu liefern, könnten wir viele Marktchancen nicht nutzen. Das bringt oft hektische Schwankungen in der Beschäftigung mit sich. Die lassen sich nur mit Hilfe unseres Stammpersonals ausgleichen, da wir neue Mitarbeiter nicht nach zwei bis drei Monaten wieder entlassen können. Überdies würden wir die dafür von uns benötigten Facharbeiter gar nicht so rasch bekommen.

  • Gilt dies nur für den Spezialanlagenbau oder auch für die Serienfertigung?

Lennings: Im Bereich der Serienfertigung haben wir sehr viele Betriebe, die nur mit einer Schicht ausgelastet sind. Wenn es uns gelingt, zusätzliche Aufträge zu bekommen, so können wir diese nur mit Hilfe von Überstunden abwickeln,, denn soviel zusätzliches Volumen, um damit eine zweite Schicht auszulasten, können wir gar nicht bekommen. Sinngemäß gilt das auch für einen Betrieb, der in zwei Schichten arbeitet. Überall da, wo sich die Auslastung an der Schichtgrenze eingependelt hat – und das hat sich in den letzten Jahren so ergeben –, kann man nur mit Hilfe von Überstunden Beschäftigungsspitzen auffangen.

  • Die Vorstellung, daß dafür eine Art Feuerwehr gebildet werden könnte, halten Sie nicht für realistisch?