Medienkonzentration und Meinungsvielfalt. Von Ernst-Joachim Mestmäcker. Nomas Verlagsgesellschaft, Baden-Baden; in der Reihe Wirtschaftsrecht und Wirtschaftspolitik, Band 54; 1978, 232 Seiten, 49 Mark.

Die Legitimation der Pressefreiheit durch die privatwirtschaftliche und privatrechtliche Struktur von Presseverlagen wird in Zweifel gezogen, um sie durch ein der Rundfunkverfassung entsprechendes Modell der Repräsentation, gesellschaftlich relevanter Kräfte zu ersetzen. Politisch wäre ein solches Modell ungeeignet, die geforderte Staatsunabhängigkeit zu gewährleisten." Und: "Die neuen Medien eröffnen die Möglichkeit, die lokalen und regionalen Alleinstellungen von Zeitungen dem Wettbewerb auszusetzen. Diese Möglichkeit besteht jedoch nur, wenn nicht dieselben Unternehmen ... die neuen Medien ganz oder teilweise kontrollieren." Zwei ganz gewiß brisante Thesen, zu denen Professor Mestmäcker, Mitglied der Monopolkommission, am Schluß seiner Untersuchung im Auftrage des Bundesministers des Innern kommt. Mestmäcker hat bei seiner Analyse über die Möglichkeiten und Grenzen des geltenden Wirtschaftsrechts vor dem Hintergrund zunehmender Verlagskonzentration nicht nur eingehend den deutschen Zeitungsmarkt beschrieben. Auch die Pressefusionskontrolle in England und den USA sowie die Einflüsse der neuen Medien Video- und Bildschirmtext auf den Wettbewerb wurden dargestellt. gf