Vor längerer Zeit schon habe ich an dieser Stelle einen Aufgabenrechner für Kinder vorgestellt, den Little Professor: Ein tipptastenbewehrtes Kästchen, das zunächst für einen kindlich dekorierten Taschenrechner gehalten wird und keiner ist. Der Schmalspurdozent stellt zwar Aufgaben, die Lösung war aber selbst zu finden, Hausaufgaben konnte man also nicht auf die Maschine abwälzen. Für die vier Grundrechenarten gab es je vier Schwierigkeitsgrade.

Die Elektronik, so weiß man, schreitet schnell voran. Schon ist ein neues Gerät auf dem Markt, Nicht etwa von einem Mitbewerber, sondern vom gleichen Hersteller, Und dieser Rechner stellt eine spürbare Verbesserung des noch etwas phantasielosen Vorgängers dar. Formal scheint er ein naher Verwandter von R2D2; ein richtiger Roboter-Mann. Und funktional zeigt er sich vielseitig, aber verspielt.

Da ist zunächst ein Ergebnisprüfer. Die in einer der vier Grundrechenarten eingegebene Aufgabe muß im Kopf gelöst und als Ergebnis eingetastet werden. Stimmt es, so kriecht eine blinkende Lichtraupe über die LED-Anzeige. Das ist die Belohnung. Ist das Ergebnis aber falsch, so schüttelt sich der Elektronikhaufen; jedenfalls sieht es so aus, wenn er seine Anzeigelämpeben wie wild aufflammen läßt.

Mutter, die viel geplagte, kann sich eine Zigarettenlänge Atempause verschaffen. Sie tastet ein knappes Dutzend Aufgaben in den Rechner und drückt jedesmal auf das Memoryknöpfchen.

Der Rechner wiederholt dem Kind Aufgabe für Aufgabe und heischt die Lösung, Dazu blinkt eine Zeitmessung, ein Sekunden-Takter. Ist die Serie durch, so erscheint im Anzeigenfeld die Zahl der gestellten Aufgaben, die Zahl der richtigen Lösungen sowie der Verbrauch an Zeiteinheiten. Zur Belohnung gibt es – zumindest wenn die meisten Aufgaben fehlerfrei gelöst sind ein wildes Spektakel blitzender Anzeigen. Das ganze Programm kann beliebig oft wiederholt werden, damit bessere Zeitwerte erreicht werden.

Das komplette kleine Einmaleins kann abgefragt werden. Oder der Rechner denkt sich eine Zahl, an die man sich durch trial-and-error herantastet. Oder man kann als Subtraktionsspiel von einer vom Rechner vorgegebenen Randomzahl einen beliebigen Wert zwischen 1 und 9 abziehen, Wer auf die Null kommt, hat verloren. Das ist eine Variation des uralten Nim-Spiels. Oder...

Eine Palette von spielerischen Rechenansätzen mit hohem Anreizcharakter bietet sich an. Dazu paßt auch das Anleitungsbüchlein. Es baut eine phantasievolle Zahlenmärchenwelt auf; angesiedelt zwischen Merlin und Apollorakete, Kluge Väter bauen übrigens gleich technisch vor: Der Ärger mit ausgeleierten oder gar ausgelaufenen Batterien kann mit einem Adapter, wie er als Zusatz für Taschenrechner angeboten wird, ausgeschaltet werden.