Die Liberalen haben am Wochenende auf vier Landesparteitagen ihre Unabhängigkeit und Eigenständigkeit bekräftigt. Koalitionsaussagen wurden erwartungsgemäß vermieden.

Dennoch stand die Koalitionsfrage im Mittelpunkt der Diskussionen aller Parteitage, zumal führende Christdemokraten termingerecht Koalitionsangebote wiederholt hatten. So bekräftigte der hessische CDU-Vorsitzende Dregger seine Offerte aus dem Vorjahr, und auch der Bremer CDU-Chef Holweg bot der FDP eine Zusammenarbeit nach der Bürgerschaftswahl 1980 an.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete und frühere FDP-Bundesvorsitzende Mende sah sich durch den Verlauf der Parteitage in seiner Auffassung bestätigt, daß in der FDP ein "Prozeß des Umdenkens" in Gang gekommen sei. "In dem Bemühen, sich nunmehr wieder auf die Mitte hin zu bewegen", sei der Versuch zu sehen, vor künftigen Wahlen keine verbindliche Koalitionsaussage mehr zu machen.

Ins gleiche Horn stieß der CSU-Vorsitzende Strauß während verschiedener CDU-Veranstaltungen in Hessen. Die FDP könne ihre Existenz in den 80er Jahren nur dann sichern, wenn sie nicht länger "Komplize und Schmierensteher" der SPD sei.

Nordrhein-Westfalen

In Duisburg unterstrichen die Freien Demokraten ihre Absicht, an der Freien tion mit der SPD bis zum Ende der Legislaturperiode festzuhalten. Eine Koalitionsaussage für die Zeit nach 1980 wurde nicht gemacht. Mit 281 Ja- und 80 Nein-Stimmen bei 35 Enthaltung wurde Landesvorsitzender Horst-Ludwig Riemer in seinem Amt bestätigt.

Baden-Württemberg